Dass das amerikanische Rolling Stone-Magazin einmal geschrieben haben soll, Soilent Green seien eine der zehn wichtigsten „hard and heavy bands“, möchte man kaum glauben. Dasselbe Magazin, das regelmäßig die alternden Rockstars U2 und Phil Collins auf dem Cover hat, beweist plötzlich Underground-Glaubwürdigkeit und Geschmack. Chapeau!
WeiterlesenSkindive: Skindive
Gerry Owens, der Kopf von Skindive, hat eine große Affinität zu Filmmusiken. Aus diesem Grunde hat er sich von ihnen inspirieren lassen, um dem Debüt seiner Band eine etwas andere Note zu verleihen. Seine Kompositionen sind unglaublich dicht und kompakt. Den gebürtigen Dubliner verschlug es seinerzeit nach London, um Mitstreiter für sein Projekt aufzuspüren. Die fand er in Alan Lee (Bass) und Ger Farrell (Schlagzeug). Nur eine Sängerin fand er nicht. Schließlich stieß er auf Daniele Harrison, der er per Telefon die ersten fertigen Stücke vorspielte. Sie war begeistert und damit war Skindive geboren.
WeiterlesenPink Cream 69: Endangered
Die beiden vergangenen Scheiben der Melodic-Rocker von Pink Cream 69 waren Manifeste stramm sitzender Rockmusik. „Endangered“ ist das dritte Album, das auf der Erfolgsschiene reitet und so ein bisschen leiern die Gummibündchen jetzt aus. Betrachtet man alle acht Alben, sind Pink Cream 69 durch tiefe Täler gegangen, haben sich wieder hochgekämpft und immer versucht, sich ein Stück weit neu zu definieren, was ihnen aber auf „Endangered“, ob gewollt oder ungewollt, nicht mehr gelingt.
WeiterlesenNo Angels: Elle`ments
Wer braucht schon all die Girl Groups aus England oder den USA, wenn auch Deutschland eine überaus interessante und unterhaltsame All-Girl Gruppe auf die Beine stellen kann? Das meine ich im Ernst. No Angels sind kein Abfallprodukt des Fernsehens. Es läuft doch immer so: Casting, Probeaufnahmen, Promotion, Platte, Video – Bang! Nur kriegen wir sonst nie mit, was hinter den Kulissen vor sich geht.
WeiterlesenKünstler Treu: My Sketchbook Of Whack
Verdammt, was für ein slickes Zeugs ist da auf meinen Tisch geflattert? Eines der Alben, von denen man denkt: Aha, wird wohl nix Tolles sein, werde ich irgendwann mal in einem Abwasch mit all dem anderen Mist abarbeiten. Von wegen! „My Sketchbook Of Whack“ ist ein groovender Easy Listening-Spaß. Es plätschert, summt, fiept und funkt an allen Ecken und Enden. Hinsetzen, reinkuscheln und wohlfühlen.
WeiterlesenAnne Haigis: in deutsch
Urgendwann hat sich meine Chrom-Compact-Cassette verabschiedet, die auf ihrem Band „Wer fragt nach mir“ von Anne Haigis beherbergt hatte. Das hektische Suchen nach der CD verlief erfolglos, da die vier deutschsprachigen CDs von 1984-1989 nicht mehr aufgelegt werden. Für jeden, der irgendwann und irgendwo ein Lieblingslied von Anne Haigis hatte, gibt es jetzt alle deutschsprachigen Singles der Sängerin auf einer CD. 18 Tracks, 77 Minuten mit allem was die stimmgewaltige Süddeutsche bekannt gemacht hat.
WeiterlesenHardcore Superstar: Thank You (For Letting Us Be Ourselves)
Das schwedische Quartett versucht auf seiner 3. LP wieder, endlich den kommerziellen Durchbruch für skandinavischen Schweinerock zu schaffen. Ja, die Hellacopters waren auf ihrer letzten Platte melodischer als je zuvor, und wenn Erfolg nur vom Aussehen abhinge, wären die Backyard Babies schon längst Superstars.
WeiterlesenThe Go Faster Nuns: Teenage Love Beats

Gutes erstes Album von einer Bamberger Band, die es geschafft hat, soliden Pop-Punk zu machen. Der Album-Titel und das Cover mit Holzfiguren machen den Eindruck, dass wir es hier mit Blink 182-mässigem pre-teen Kram zu tun haben, was aber Gott sei Dank nicht der Fall ist. „Teen Queen“ könnte aber schon die Jimmy Eat World-Clique anlocken.
WeiterlesenThe Cranberries: Wake Up And Smell The Coffee
Die Meinungen über die irische Band klaffen weit auseinander. Aber so schlecht, wie sie gerne gemacht werden, sind The Cranberries auch nicht. Zumindest nicht auf ihrem fünften Album „Wake Up And Smell The Coffee“. Die beste Nachricht zuerst: Die Stimme von Dolores O’Riordan verliert immer mehr diese schneidende Penetranz, die bisher Milchprodukte aller Art zum sofortigen Umkippen bewegt hat.
WeiterlesenBrain Donor: Love, Peace & Fuck
Hm, was wollen uns Brain Donor mit dem Titel ihres Albums sagen? Ob sie das überhaupt selbst wissen? Egal, Brain Donor ist das neue Kind der ehemaligen Spiritualized-Mitglieder Kevlar und Dogman sowie Julian Cope, der Solokünstler ist und auch schon mit Nova Mob und Teardrop Explodes gespielt hat. Sie ergeben zusammen diese hochexplosive Mischung namens Brain Donor. Ihnen geht es um freie Meinungsäußerung jenseits des politisch Korrekten.
WeiterlesenJoan Baez: Original Master Series
Das ehrwürdige Label Vanguard veröffentlicht innerhalb der „Original Master Series“ 14 CDs von Joan Baez in verbesserter Klangqualität und mit unveröffentlichtem Material. Los geht’s mit drei Alben: Dem Debüt von 1960 „Joan Baez“, „Joan Baez Vol 2“ (1961) und „Noël“ von 1966. Es ist sicherlich nicht vermessen, die beiden ersten CDs als Meilensteine zu bezeichnen, gilt doch Joan Baez bis heute als das weibliche Pendant zu Bob Dylan.
Seltzer: s/t

Völlig aus dem Nichts kommt diese CD für mich, obwohl Kenner schon gewusst haben dürften, dass manche hier aus den schwedischen Punkbands Sober und Suffer stammen oder dass nach dieser Aufnahme ex-No Fun at All-Gitarrist Kricke zu Seltzer dazugestoßen ist.
WeiterlesenThe Bronx Casket Co.: Sweet Home Transylvania
Mischt gut abgehangenes Heavy-Riffing mit Gothic und dem üblichen Mumpitz und ihre bekommt The Bronx Casket Co. Kopf hinter der Band ist DD Verni (Overkill), der sich hier zum zweiten Mal als Schwarzmäntelchen austobt. Neben vielen coolen Songs ist sogar ein echter Überhammer dabei herausgekommen: „Black Valentine“ ist Pflicht. Wenn man das Album mit Humor angeht, hat man 56 Minuten komplett sinnfreien Spaß.
(6 Fritten)
The Bronx Casket Co.: Sweet Home Transylvania
(Massacre/Connected)
Popium: Popium
Ganz große, bezaubernde Gitarren-Popmusik aus Norwegen. Popiums selbstbetiteltes Album weckt unter anderem Erinnerungen an Beach Boys, The Beatles, Oasis und Blumfeld (kein Scherz!). Frank Hammersland, der alle Songs im Alleingang geschrieben hat, muss ein Genie sein. Anders ist der sofortige Drang mitzusingen und zu tanzen nicht zu erklären.
(9 Fritten)
Popium: Popium
(Music Network/Zomba)
Neil Landtrumm: She Took A Bullet Meant For Me
Auf dem Berliner Techno-Label Tresor erschienen just einmal mehr Soundkreationen von Neil Landstrumm. „She Took A Bullet Meant For Me“ ist kein schnöder Einheitsbrei. HipHop, Elektro-Gefrickel und Breakbeats haben sich eingeschlichen und machen diese Platte richtig spannend.
(7 Fritten)
Neil Landtrumm: She Took A Bullet Meant For Me
(Tresor/EFA)
Rhythm & Sound: Rhythm & Sound
Minimal-Techno aus dem Hause Rhythm & Sound auf dem Label Rhythm & Sound – da muss man sich nichts merken. Eine Zusammenstellung von zehn (neu überarbeiteten) Tracks, die in den vergangenen Jahren auf Vinyl erschienen sind. Klingt wie Stefan Betke alias Pole auf bezirzender Dub-Exkursion. Sehr schön.
(8 Fritten)
Rhythm & Sound: Rhythm & Sound
(Rhythm & Sound/EFA)
Mike Harrison meets the Hamburg Blues Band: Touch
„Touch“ – schöner Titel für ein unspektakuläres, aber berührendes Album. Rhythm’n’Blues vom Feinsten, ordentlich abgehangen, sauber gespielt, mit einigen wirklich starken Songs wie den beiden Balladen „Perfect Day“, „There’s A Road“ und dem kraftvollen Live-Titel „Waiting For The Wind“.
(6 Fritten)
Mike Harrison meets the Hamburg Blues Band: Touch (Ruf Records)
Edguy: Mandrake
Wurden die Oberhessen zu Beginn ihrer Karriere eher belächelt haben sie schon mit ihrem vergangenen Album „Theatre Of Salvation“ die einheimischen Vorbilder locker abgehängt. Jetzt haben Edguy mit „Mandrake“ die internationale Konkurrenz im Visier. Ausgefuchst und super fett hauen die fünf Jungs ihre Songs unters Volk. Dass man dabei jeden Ton, jede Harmonie im Vorfeld erahnen kann, schmälert den Eindruck aber keineswegs. Man weiß, was man kriegt – und das in Formvollendung.
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