Motor Mania Vol. 2

Ich mag ja eine ganze Menge im Blut haben, aber Benzin ist definitiv nicht dabei. Nachdem man sich auf dem ersten Teil der Reihe schon „Legendary Biker Sounds“ anhören durfte, gibt es jetzt Volume 2 und da geht es um „Legendary American Car Engines“. Wer also Lust hat, einer Corvette von 1979 20 Sekunden beim Knattern zuzuhören, der wird speziell mit der zweiten CD viel Spaß haben.

Auf der ersten CD spielt dann die Musik und die ist mit 18 Songs recht üppig ausgefallen. Sie beschäftigt sich natürlich thematisch mit dem Automobil und hat von neueren Aufnahmen wie Big Country mit „Driving To Damascus“ bis zu Klassikern wie Hot Chocolates „Heaven’s In The Back Seat Of My Cadillac“ alles drauf. Ordentlich zusammengestellt für eine spitz definierte Zielgruppe.

V.A.:
Motor Mania Vol. 2
(SPV)

Econoline Crush: Brand New History

„Brand New History“ von Econoline Crush ist eine zwiespältige Geschichte. Auf der einen Seite beeindruckt die Band mit knallig modernen Rocksongs, auf der anderen Seite regiert Belanglosigkeit und Eighties-Spirit. „Make It Right“ oder die Single „You Don’t Know What It’s Like“ gehen in die Richtung von der neuen Stabbing Westward: Ausgeklügelter, melodischer Rock mit modernen Elementen, während Titel wie „Flamethrower“ oder „Diggin‘ The Heroine“ sowohl durch Melodie und Umsetzung komplett abfallen und gerade letzterer komplett an die 80er erinnert.

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Jim Capaldi: Living On The Outside

Als ich die Neue von Jim Capaldi das erste Mal in den Player gelegt habe, lief vorher noch im Radio „Run To You“ von Bryan Adams. Wenn das Album dann direkt mit dem Titelsong eröffnet muss man schon sehr genau hinhören, um zu merken, dass man jetzt nicht noch irgendein 80er-Jahre Rocklied im Radio mitkriegt. Immer noch Bryan Adams? Oder Bruce Springsteen zu „Glory Days“ Zeiten?

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Refluxus (4)

Frucht’ge Spalte

Der letzte Staub hat sich gerade um das World Trade Center gelegt, die Welt hat ihren Atemstillstand überwunden und kennt jetzt nur noch ein Thema: Promi-Sex. Den genauen Zeitpunkt vergessen, wann der eigene Partner vom Lustobjekt zum Haushaltsgegenstand mutierte, erfreut sich der deutsche Durchschnittsbürger an den Rammelgeschichten der Reichen und Schönen (ha, ha, wir reden hier von Naddel und Loddar!).

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Transatlantic: Bridge Across Forever

Da ist sie wieder, die Supergroup, bei der sich das Talent der Mitglieder tatsächlich potenziert. Nicht, dass ich die Hauptbands der vier Akteure nicht mögen würde, aber was Roine Stolt, Mike Portnoy, Pete Trewavas und Neal Morse gemeinsam als Transatlantic verzapfen, liegt mindestens gleich auf mit den Stammbands, wenn nicht in einzelnen Fällen sogar mit der Nase vorn.

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Sugar Ray: Sugar Ray

Sugar Ray sind das musikalische Pendant zu Popcorn-Kino: Zurücklehnen, berieseln lassen, nur nicht zuviel nachdenken. Dass man diese Art von Unterhaltung ab und zu braucht, ist unbestritten, aber über die ganze Lauflänge ist es etwas anstrengend, dass man das Hirn überhaupt nicht einschalten muss, um dieses Album zu begreifen. Irgendwie hat sich die Band selbst ein Bein gestellt mit dem Versuch, Allen zu gefallen.

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Kalabra: Folka

Stellt euch ein typisches, schwedisches, rotes Holzhaus mit Namen „Folka“ vor und die Gäste heißen Jazz, Fusion, Rock und Pop. Die fünf jungen Schweden von Kalabra greifen bei den zwölf Titeln ihres Album „Folka“ ebenso auf traditionelle Instrumente wie die Nyckelharpa oder die nordische Bozouki, als auch auf das Rock-Instrumentarium von Drums, Bass und Gitarre zurück. Basierend auf den Klängen ihrer Heimat, haben sie ein Holzhaus gezimmert, das nur auf den ersten Blick typisch schwedisch ist.

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Frl. Katjas Nähkästchen, Folge 20 (Teil 5)

Im schwedischen Design-Museum sieht es wild aus. Jedes Exponat wird von einem eigenen Strahler angstrahlt, der als Stehlampe daneben steht. Exponat-Titel und Name des Künstlers hängen wie auf Ikea-Preisschildern an der Lampe. Die Strahler verdoppeln gewissermaßen die Zahl der Exponate und lassen die Ausstellungsfläche leicht überladen wirken. Außerdem stellen die Schweden selbst Handys und Werkzeuggriffe als Kunst aus. Und sie verschenken am Eingang kleine Aufkleber statt Eintrittskarten. Das führt dazu, dass die Verkehrsschilder rund ums Museum nicht mehr zu erkennen sind, weil alle Welt ihren Aufkleber drauf klebt. Auf dem Rückweg zur S-Bahn-Station Eberswalder Straße komm ich an einem Buchladen vorbei, in dem stapelweise modernes Antiquariat verramscht wird. Der höchste Stapel ist der mit Günther Amendts Sex-Buch. Ich hab jetzt auch eins. Für eine ganze Mark.

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No Curfew: If

Wären wir doch alle wieder 18 Jahre, dann könnten wir vielleicht verstehen, warum diese jugendliche, drittklassige College Rock-Band unter Vertrag genommen wurden. Machen sie doch genau dasselbe, was ihre Kollegen mit Flaum seit Jahr und Tag machen. Außerdem: Wer singt heute noch über kiffende Mitschüler, Eltern und Dinge, die man nicht tun sollte, die aber ungemein Spaß machen?

(4 Fritten)

No Curfew: If
(Polydor)

Rhoff: La Vie Avant La Mort

Das Leben vor dem Tode – wie mag das in den Augen eines Pariser Jungsporns aussehen? Rhoff (jamaikanischer Slang für rough, also rau, hart) hat radikale Antworten auf diese Frage, die ihm in seiner Heimat immer wieder Ärger mit den Radiosendern garantieren. Meist mimt er den Hardcore-Rapper; ab und an aber lässt er die Aggressionen beiseite und rappt sich durch einen Funk/Soul-Track.

(6 Fritten)

Rhoff: La Vie Avant La Mort
(EMI)

Jimi Tenor: Utopian dream

Karg sind sie immer noch, die Song-Landschaften des Jimi Tenor. Aber wesentlich heller als auf dem Vorgänger „Out of nowhere“.

Der Beat ist der Schrittmacher in Tenors Musik. Auf ihm wabern und fließen seine sanften Klänge. Wie Linien umschlingen sie einander, es perlt, funkelt und strahlt sphärisch in den Raum. Gebrochen durch grollende Piano-Akkorde und staubige Hi-Hats. Und immer wieder trockene Flöten-Stöße und hölzerne Percussion-Tupfer.

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