Live: Jimmy Page und Robert Plant

Prag, Sportovni Hala, 25.02.1998

Die Zeitmaschine streikte

Alles hat ein Ende. Led Zeppelin haben sich bisher geweigert, nach dem Tod ihres Schlagzeugers John Bonham 1980 wieder aufzutreten. Wie ist also die kleine Tour durch Osteuropa zu verstehen, die Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page unternahmen? „Die Gitarre und die Stimme von Led Zeppelin“ kündigte das Ticket zum Konzert in der Prager Sportovni Hala an: 16 000 Konzertbesucher kamen und sahen zwei exzellente Musiker, die immer noch voller Spielfreude stecken, aber die Zeitmaschine in die Siebziger nicht aktivieren können.

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Musikbücher V

From the bottom of the ocean to the mountains of the moon: Willkommen zu einer musikliterarischen Reise aus den Niederungen deutscher Beschränktheit hin zu den Höhen deutschen Weltbürgertums, aus dem Elend der Sprache mitten hinein in den Reichtum der Phantasie.

I’m your captain: denn, Leser, du brauchst einen Lotsen, der dich nicht nur sicher führt, sondern dich auch darauf vorbereitet, welcher ungeheure Druck tief unten im Meer des Büchermarktes dein Haupt beschweren wird. Eine Gewöhnungssache. So nähern wir uns dem Ort, wo sich dir die geballte Dummheit tonnenschwer auf die Schädeldecke legt, ganz allgemach mit einem Zitat:

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Olympia und Fasching

Auch ein so ausgeglichener Mensch wie Dr. Zapp hat mal eine schlaflose Nacht. Dann greift er zur Fernbedienung und freut sich, daß gerade die Olympiade im fernen, rätselhaften Japan tobt. Das verspricht doch immerhin einen gewissen Neuheiten- und Unterhaltungswert und nicht die übliche Nachtmischung aus tausendfach wiederholten Serien, Telefonsexwerbung und den schönsten Bahnstrecken Ostfrieslands.

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Free Willy 3

Free Willy 3

Der zehnjährige Max (Vincent Berry) darf seinen Vater zum ersten Mal auf hohe See begleiten. Schon bald begreift der Junge, daß sein Dad mitnichten nur Makrelen fischt, sondern illegalerweise mit seiner Mannschaft Wale fängt. Wieder zurück im Hafen lernt Max den 17 Jahre alten Jesse (Jason James Richter) kennen. Der befindet sich gerade dort, um gemeinsam mit der Meeresbiologin Drew (Annie Corley) und dem Indianer Randolph (August Schellenberg) herauszufinden, warum der Walbestand sich stetig reduziert. Er nimmt Max mit in eine Bucht, in der sie den Orca Willy treffen, dem Jesse einst den Sprung in die Freiheit ermöglicht hat. Und noch ein zweiter Wal gesellt sich zu ihnen: Es ist ein Willys hochschwangeres Weibchen. Als die Jungen zurückkehren, macht sich Max‘ Vater bereit, um mit seinem Fischkutter wieder auf lukrativen Walfang zu gehen – schließlich hat sein Team gerade ein Orca-Paar geortet. Nun gerät sein Sohn in einen Gewissenskonflikt: Soll er in guter Tradition seinem Vater folgen oder seinem neuen Freund Willy das Leben retten?

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Propellerheads: Decksandrumsandrockandroll

Es ist sicher viel zu früh, über DIE CD des Jahres 1998 zu sprechen. Wenn ich aber die besten Scheiben des Jahres 1997 und die ersten 1998 höre, müssen sich die anderen Herrschaften schon sehr anstrengen, um noch einen draufzusetzen und in meiner persönlichen Bestenliste noch weiter oben zu landen. Propellerheads haben beste Chancen auch am 31.12. noch ganz oben zu stehen.

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James Iha: Let It Come Down

In seiner Band „The Smashing Pumpkins“ hat James Iha vor allem die Rolle, für den brachial verzerrten Gitarrensound zu schrägen Songs und ironischen Texten zu sorgen. Als eine Art Relax-Programm hat er nun sein komplett konträres Solo-Projekt herausgebracht. Als Songwriter mit leichter Akkustik- und E-Gitarre singt er seine poppigen Stücke auf „Let It Come Down“ einfach selbst.

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HIM: Interpretive Relief System

Ganz im Sinne von NAPALM DEATH-Schlagwerker Mick Harris (s.SCORN) macht sich auch Doug Scharin, Ex-Schlagwerker bei Codein (gibt’s die eigentlich noch?) auf den Weg in’s Dub-Wunderland. Wie auch schon oben Genannter bevorzugt auch Scharin eher die dunklen Töne; weshalb er dann auch gleich bei Wordsound in Brooklyn veröffentlicht hat, den Spezialisten für Sounds im kranken Mischungsverhältnis.

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Air: Moon Safari

Derzeit lassen die Franzosen vor allem auf dem House- sowie D&B-Sektor von sich hören. Eher träumerisch geht es hingegen bei AIR (Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel) zu. Ihre recht schrägen Mischungen aus weitschweifenden Sounds, die den Ambient-Hintergrund des Duos erahnen lassen, jazzigen Elektro-Loops und perlenden Melodien in klassischen Songstrukturen tragen so klingende Namen wie „La Femme D’Argent“ oder „Talisman“.

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HIM: Interpretive Belief System

Ganz im Sinne von NAPALM DEATH-Schlagwerker Mick Harris (s.SCORN) macht sich auch Doug Scharin, Ex-Schlagwerker bei Codein (gibt’s die eigentlich noch?) auf den Weg in’s Dub-Wunderland. Wie auch schon oben Genannter bevorzugt auch Scharin eher die dunklen Töne; weshalb er dann auch gleich bei Wordsound in Brooklyn veröffentlicht hat, den Spezialisten für Sounds im kranken Mischungsverhältnis.

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Mark Hollis: s/t

Sechs Jahre nach dem Ende der britischen Formation Talk Talk meldet sich deren damaliger Mastermind Mark Hollis mit seinem selbstbetitelten Solo-Debüt zurück. Wer ähnliche Wave-Reißer wie „Such A Shame“ erwartet, wird enttäuscht werden. Nur sehr spärlich arbeitet Hollis derzeit mit Instrumenten, die durchweg akkustischer Natur sind. Vorwiegend Holzblasinstrumente, ein getragenes Klavier, Jazz-Bass und Gitarre untermalen seinen wie eh und je melancholischen Gesang.

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10 Insel-Platten von Torben Wacker

Wow. Da stolpert man so nichtsahnend über eine zunächst scheinbar nebensächliche Frage…..und dann wird man von ihr nicht wieder losgelassen!!! Um meine innere Unruhe und die wirren Phantasien, was ich denn auf einer „einsamen Insel“ ( mit etwa 100 Musikfreaks,die sich dann um eine Steckdose prügeln…) machen würde, zufrieden zu stellen, muss ich jetzt einfach meine Top-10 loswerden. Obwohl ich von der Idee eigentlich gar nicht begeistert bin: Insel? Sand?? CD??? Kratzer!!!

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Stella: Extralife


„An extra life is what I need…“

Wenn drei sich streiten, freuen sich die vierten. Und das sind all die, die in den nächsten Wochen das Debut-Album der Hamburger Band Stella in den CD-Player legen und in ihren Wohnzimmern tanzen. Stella sind cool und auftregend, elegant und tanzbar zugleich.

„Extralife“ verdient es, mit einem Klangkosmos verglichen zu wer-den: Tausend kleine Melodien, Geräusche und Samples verbinden sich zu einer eleganten Mischung aus Pop, New Wave und groovigen Beats.

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Ian Brown: Unfinished Monkey Business

Als Star hat man es schon schwer. Zumindest, wenn es darum geht, den alten Ruf abzuschütteln. In diesem Fall hat Ex-Stone Roses-Frontmann Ian Brown Mühe, der Schublade zu entkommen, die er mit seiner Musik einst selbst geöffnet hatte. Die alten Brit-Pop-Tage will er dabei hinter sich lassen und schlägt deshalb auf seinem ersten Solo-Album „Unfinished Monkey Business“ Töne an, die sich ab und an wie eine Lightversion von Songs des amerikanischen Soundtüftlers Beck ausnehmen.

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