Achtung: diese Single gibt’s vorläufig (Januar 2000) nicht im Handel. Sie ist als Appetizer gedacht, um eine Band vorszustellen, die im April ihr Debütalbum veröffentlichen wird: Reamonn. Ein Quintett aus Süddeutschland mit irischem Sänger. Produziert wurde „Torn“ in der Nähe von Manchester von Steve Lyon (saß schon bei Depeche Mode, Cure etc. an den Reglern). So klingt’s leider auch: zu professionell.
WeiterlesenMike Ness: Under The Influence
Die einen brauchen einige Jahre, die anderen nur ein paar Wochen, um sich von den Tourstrapazen und dem nervenaufreibendem Aufnahmeprozeß zu erholen. Mike Ness, bis vor zwei Jahren eher bekannt als Frontmann von Social Distortion denn als ernst zu nehmender Solokünstler, hat viel Zeit und diese läßt er wahrlich nicht sinnlos verstreichen. Innerhalb von zwölf Monaten zwei Soloalben zu veröffentlichen ist eine Leistung, von der andere nur träumen können.
WeiterlesenSampler: Sauerkraut nicht Sushi
Nach den LADOs kann man den Kalender stellen: Pünktlich zum Jahresende landet die alljährliche Label-Compilation auf dem Tisch der Rezensenten und beschert ihnen viele, viele „Ach ja“s. Jede Menge alte Bekannte aus der Hamburger Schule, aber auch Mini-Pop-Anarchisten wie die Aeronauten und GUZ, die chansonesquen Fink (sind sie mindestens genausosehr wie countryesque!) oder die kühlen Elektronen von Stella. Und und und… Lauter Preziosen halt, die der deutschsprachige Markt so abwirft. Aus den Jahren ´98, ´99 und – 2000. Ja, ein paar Vorab´s sind auch mit drauf. Zum Anfüttern.
WeiterlesenKillers On The Loose: Temple Of Boom
Kann man einen Sound, der irgendwo zwischen Big Beats und Techno steht, arrangieren wie Rock? Diese Frage scheinen sich Painboy und Uncle Sue auch gestellt zu haben, als sie an ihrem Projekt „Killers On The Loose“ gearbeitet haben. Satte Beats und ziemlich abgefahrene Sounds wurden in homogene Musikstücke verpackt, die (obwohl instrumental) scheinbar dem klassischen Schema von Intro-Strophe-Refrain folgen.
WeiterlesenFrl. Katjas Nähkästchen, Folge 15
Heute mach ich mir mal ein paar Gedanken zu Max Schautzer. Und zu seiner Redaktion. Nachtgedanken sozusagen, zwangsläufig. Es ist schon ein Phänomen. Da macht ausgerechnet ein Mann im Unterhaltungs-Genre Karriere, dessen „Zimmer frei“-Sendung nie regulär gesendet wurde, weil sie einfach totlangweilig war. Erst vor ein paar Monaten wurde sie im Rahmen der langen „Zimmer frei“-Nacht des WDR verbraten, zusammen mit einigen anderen ungesendet im Archiv vor sich hinschimmelnden Folgen. Mit Gästen wie Waldemar Hartmann, Heinz Schenk und Christoph Schlingensief. Und Dirk Bach, der erfolgreich vorführte, warum er im Comedy-Metier genausowenig verloren hat wie Max Schautzer, und was sich unter dem albernen Lukas-Kostüm tatsächlich befindet: ein arroganter, misanthroper Giftzwerg.
WeiterlesenTom Jones: Reload
Das Vergehen ist höchst verwerflich: klaut einfach gute Songs, sucht sich First-Class-Perform-Partner und lässt auch noch perfekt produzieren. Aber das Resultat ist klasse!
WeiterlesenMoby: Play
So’n richtiger Songschreiber ist er ja nicht, der Moby. Eher ein Bastler von Klangteppichen, ein Tüftler genial fließender Harmonien und geschickt ineinander verschobener Sound-Cluster. Seine Tracks haben was von Endlosschleifen, klingen teilweise in höchstem Maße sakral und dann wieder gefährlich nah an Eso-Takes für den Yoga-Kurs nach Feierabend. Stimmungsbilder halt, Landschaften ohne Anfang und Ende.
WeiterlesenCeltus: Portrait
Nicht mehr ganz frisch ist die neue CD von Celtus aus Nordirland. Obwohl „Portrait“ schon im Herbst 1999 in Deutschland erschienen ist, blieb das Album bisher völlig unbeachtet. Nach ihrem außergewöhlich guten Debüt „Moonchild“ sind die McManus Brüder nun einen Schritt weiter in Richtung Celtic-Ethno-Pop gegangen. Die Songs des neuen Albums sind weniger melancholisch, bestechen aber immer noch durch ihre Harmonien und Arrangements.
WeiterlesenFavez: Gentlemen start your engines
„Hier ist es schön ruhig. Die Schweiz eben. Kriegt man da nicht Lust, ein bißchen Krach zu machen?“ Favez über Favez. Momentan ein Gitarren-Quartett mit offenbar erheblichem Drummer-Verschleiß. Guter, alter Rock mit weiten Melodie-Bögen, Harmoniegesang und schrammeliger Pop-Attitüde. Straight und schnörkellos. Mit Hang zum Melancholischen, viel, viel Drive und trotzdem sehr leichtfüßig. Kaum zu glauben, dass diese Band ein rein akustisches Debütalbum („A sad ride on the line again“) vorgelegt hat.
WeiterlesenMogwai: E.P.
Einen Titel hat sie nicht, die neueste musikalische Errungenschaft der Glaswegian Post-Rocker Mogwai. Namen sind Schall und Rauch. Wichtig ist allein, dass jeder weiss, was er kriegt, wenn er ein Produkt von Mogwai in den CD Player schiebt oder auf den Plattenteller legt. Höchste Qualität würde zumindest ich mal behaupten – natürlich von einem völlig subjektiven Standpunkt aus betrachtet. Nicht, weil ich derzeit in Glasgow lebe und die Band live gesehen habe, auf der Aftershow-Party, zu der ich eingeladen war, ihr Bier wegtrinken durfte und, als ich betrunken in einer Stammbar sass, mich kurz mit dem kleinwüchsigen sympathischen Sänger unterhalten habe, sondern weil Mogwai mit Modest Mouse und Built To Spill zu den wenigen Bands gehören, die der Gattung Rock einen neuen Anstrich verpassen (können) und das Konzept von Gitarre, Bass, Schlagzeug und in diesem Fall Keyboards anstelle von Gesang auf ein neues Level heben.
WeiterlesenEläkeläiset: Humpan Kuninkaan Hovissa 1994-95
Was ist das? Eine Kirmestruppe, deren Frontman mit Tischtennisbällen im Mund singt? Nein, das sind Eläkeläiset: eine finnische Polkatruppe! Den Finnen sagt man oft nach, sie wären im Winter komplett andere Menschen als im Sommer. So, als bestünden sie eigentlich aus zwei Völkern. Der fröhliche Teil verabschiedet sich nach dem Sommer, und heraus kommen die Winter-Finnen, ein düster-verschlossenes Grüppchen. Eläkeläiset sind ganz offensichtlich Sommer-Finnen.
WeiterlesenBeck: Midnite Vultures
Es sei bewundernswert, wie Schwarze „I wanna fuck“ singen könnten, und trotzdem klinge es einfach nur rein und liebevoll. Er selbst höre privat gern R. Kelly, erzählte Beck jüngst in Interviews. Der gute, alte Adept. Voll der Anerkennung und des Respekts für die Kollegen, von denen er sich immer gern inspirieren läßt. Um dann wieder eine seiner eklektizistischen Fundgruben abzuliefern, ohne den Vorbildern dabei die Füße zu küssen.
WeiterlesenMary Black: Speaking With The Angels

Als der NASA-Astronaut Jim Newman 1995 mit dem Spaceshuttle „Atlantis“ in den Weltraum flog, nahm er sechs Musikkassetten mit – eine davon war Mary Black’s achtes Album „Circus“. (Wäre auch mal eine schöne Rubrik: Sechs MC’s für’s Weltall) Ich kenne zwar Jim Newman nicht, aber der Mann hat Geschmack – „Speaking With The Angels“ ist das zehnte Album von Mary Black und hat wieder das Zeug zum Weltraumklassiker. Zwölf Perlen von verschiedenen Songwritern, die unter der behutsamen Produktion von Donal Lunny und Steve Cooney richtige „Ohrschmeichler“ geworden sind.
WeiterlesenFrancis Schiller: Fernsehland
Max Hausmann ist Ende 20 und arbeitet für ein Katastrophenmagazin beim Privatfernsehen: Reality-TV in Reinkultur. Sein Amoklauf am Ende des Buches steht in direktem Zusammenhang mit seinem Job. Moderiert wird die Sendung übrigens von einem alternden, weißhaarigen Anchorman, trotzdem gilt: eventuelle Parallelen zu lebenden Personen sind natürlich rein zufällig….
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