
Gregorian: Masters of Chant

Wir hatten Wassermusik, wir hatten Feuerwerksmusik und wir hatten Fahrstuhlmusik. Als neusten Ausfluss der globalen Unterhaltungsindustrie liefert man uns konsequenterweise Beichtstuhlmusik: Die Retortengruppe „Gregorian“ präsentiert zum festlichen Jahresende ihr Album „Masters of Chant“. Es kommt daher, als hätte ein verwirrter Doktor Guildo Horn mit Uriella gekreuzt und ins Kloster gesperrt.
WeiterlesenV.A.: Pop 2000

Pop 2000 – die Compilation zur Fernseh-Doku oder die Sendereihe zum Sampler? Who knows. Die Idee war eigentlich nicht schlecht: deutsche Musik-Acts covern deutsche Musik-Acts. Aber das Ergebnis ist in ähnlicher Weise versandet wie das optische Pendant.
WeiterlesenNebula: To The Center
Zum Zentrum des Universums wollen uns Eddie Glass, Mark Abshire und Ruben Romano alias Nebula also mitnehmen. Eine solche Einladung sollte sich der geneigte Stoner Rock-Freund eigentlich nicht entgehen lassen. Die besonderen Anreize liegen auf der Hand. So eine Reise ist unwiderlegbar etwas Einzigartiges und da Nebula nicht nur als erfahrenes Bordpersonal in Erscheinung treten werden, sondern zugleich den bedröhnten Soundtrack mitliefern, um den Trip zu einem solchen auch werden zu lassen, lohnt es sich doppelt.
WeiterlesenLeadfoot: Take A Look
Am 9. Juni des Jahres 1993 war für Karl Agell die Karriere bei Corrosion Of Conformity beendet. Einen Tag darauf kündigte auch Bassist Phil Swisher und schloss sich seinem ehemaligen Sänger ein weiteres Mal an. Traurig erst einmal für all die C.O.C.-Fans, die nicht daran glaubten, die Band könne sich je wieder von dieser Trennung erholen (was sie dennoch tat). Karl und Phil liessen nicht lange die Zeit ungenutzt verstreichen und bemühten sich zwecks Neuformierung einer Band um potentielle Mitstreiter, die dann ein paar Monate später unter dem Namen Leadfoot das Licht der Welt erblicken sollte.
WeiterlesenInterview: KC Da Rookee
HipHopper alle Länder, vereinigt Euch
Nottingham, ist eine der britischen Städte, in der viele Underground-MCs ihr Unwesen treiben. Bis vor einigen Jahren war auch KC Da Rookee einer unter vielen. Erste Erfahrungen sammelte er mit Ragga-Soundsystems und später als Mitglied der Broken English Crew, die immerhin Busta Rhymes, Fugees und Ice-T supporten konnten. Doch in Nottingham sollte seine Karriere nicht enden. Parrallel zum HipHop war eine weitere Leidenschaft des heute Mittzwanzigers Basketball. Dieser Sport war es letztendlich, der den rappenden Basketball-Spieler nach Deutschland lockte. Wie, das wird er euch gleich selbst erzählen.
WeiterlesenConsolidated: Tikkun
Heilen ist die Denotation des Albumtitels. Um genauer zu sein, gibt die Übersetzung aus dem Hebräischen die Formulierung „Heilung und Rettung durch die Suche nach Verständnis, den Versuch, sich selbst zu verstehen“ preis. Demnach ist davon auszugehen, dass sich Consolidated während ihrer Abwesenheit seit der Veröffentlichung des ’98er Albums „Dropped“ gefunden, sich selbst erforscht und letztendlich verstanden haben.
WeiterlesenBeastie Boys: The Sounds Of Science
Um nicht wieder eine allzu lange Wartezeit auf das nächste Studiowerk ins Land gehen zu lassen, haben sich die drei Witzbolde Adam Yauch, Mike Diamond und Adam Horowitz alias Beastie Boys im Sommer dieses Jahres an einen Tisch gesetzt und überlegt, welche Songs ihre abwechslungsreiche und in der Musikgeschichte bislang einzigartige Karriere am besten auf einem Doppelalbum repräsentieren könnten. 42 Tracks haben es am Ende auf „The Sounds Of Science – The Anthology“ geschafft. Nur eines blieb hängen. Das heißt „Rock Hard“ und war eine der ersten Singles der Band. Es enthält ein Sample der australischen Langweil-Hardrocker AC/DC. Die wollten jüngst nicht ihre Zustimmung geben, den Song abermals zu veröffentlichen. Uncool, dumm und albern, aber wahr. So sind die Gesetze im Musikbiz.
WeiterlesenChris Jagger’s Atcha – Channel Fever
Die Sticks und Stöpsel sind wieder drin: Nach dem „low budget“-Album mit dem Atcha Acoustic-Trio konnte Chris sich mal wieder ’ne Produktion mit einer richtigen Band inklusive Schlagzeug (Malcolm Mortimer), Bass (Paul Emile) und E-Gitarre (Ed Deane) leisten. Fiddle und Akkordeon bedient weiter wie gewohnt Charlie Hart.
Der stilistische Breitwand-Mix ist im wesentlichen gleich geblieben: also von Blues bis Roots Rock, von Cajun bis Country – nur eben alles mit dem nötigen Druck und der elektrifizierenden Dynamik. Vor allem der alte Haudegen Ed Deane läßt seine Elektro-Klampfe losbrettern, dass es eine Freude ist. Das geht alles locker von den Händen wie z. B. in dem swingenden Boogie „Law Against It“ oder der Country-Ballade „He’s In A Meeting“ mit Melvin Duffys feiner pedal steel.
WeiterlesenNick Cave, Mick Harvey and Ed Clayton-Jones: And The Ass Saw The Angel
Was Henry Rollins vor zwei Jahren nicht gelungen ist, nämlich Auszüge aus seinen Büchern mit Musik zu kombinieren und auf CD zu bannen, das haben die Herren Cave, Harvey und Clayton-Jones besser in die Tat umgesetzt. Die ersten vier Tracks der mir vorliegenden Platte, die da wären „Mah Sanctum“, „Lamentation“, „One Autumn“ und „Animal Static“, sind Passagen aus Nick Caves Novelle „And The Ass Saw The Angel“ (erschienen 1988 in seinem Buch „King Ink“), gelesen von seinem Autor selbst. Um seinen Worte mehr Rhythmus und Farbe zu verleihen, spielt er zusätzlich Piano und hat dieses seinen gelesenen geschriebenen Worten untergemischt. Wer es nicht wusste, diese Tracks lagen bereits in Form einer Bonus CD der limitierten Auflage des Albums „Tender Prey“ bei. Wer ein echter Nick Cave-Fanatiker ist, wird es gewusst haben und zumindest diese Stücke des Albums in seiner Sammlung haben.
WeiterlesenMetallica: S&M
Wenn´s auf Weihnachten zugeht, gilt es sich vor drei Dingen in Sicherheit zu bringen: vor verstopften Fußgängerzonen, dem jährlichen Disney-Film und dem neuesten Metallica-Album. Es ist wirklich zum Verzweifeln! Vor zwei Jahren die ausgelutschte Re-Load, dann die mottenstichige Garage Inc. und jetzt eine Kooperation mit dem San Francisco Symphony Orchestra. Titel: S&M. San Francisco Dingsbums und Metallica – Habt Ihr Euch so gedacht, Ihr Herren Musiker, was? Von wegen. Sado-Maso ist schon vollkommen korrekt assoziiert: Sado eurerseits und Maso meinerseits. Hilfe, hilfe. Aua, aua.
WeiterlesenNova Huta: At Bambij Robot’s Nonstop Datscha
Es gibt Leute, die mögen bei Jump-And-Run-Spielen am liebsten die lustige Musik. Und es gibt Leute, die hören gern Tangerine Dream – aber ein bißchen mehr Tempo wär zur Abwechslung auch mal ganz nett. Für all diese Leute gibt´s jetzt Teil 2 der Secret-Sounds-Reihe von Storage, dem Label mit der fliegenden Erdbeere.
WeiterlesenCounting Crows: This Desert Life
„This Desert Life“ – der dritte Streich der Counting Crows und sicher nicht der leichteste. Nach einem umjubelten Debüt (August And Everything After) und einem extrem rockigen Nachfolger (Recovering The Satellites) hatten sich die Mannen um Adam Duritz selbst in die Ecke gestellt. Nach einer langen Pause und einem Doppel-Live-Album, das hoffen ließ, liegt nun das neue Studio-Werk vor. Stilistisch nähern sich die neuen Songs wieder dem Debüt an, klingen aber leichter, nicht so verbissen. Hier wird nicht mehr um Anerkennung gekämpft, sie wird vorausgesetzt. Bemühte Ernsthaftigkeit hat ausgedient, Counting Crows scheint es scheißegal zu sein, ob diese Platte den Kritikern gefällt oder nicht. Sie haben den Spaß am Musizieren hörbar wiederentdeckt und schaukeln sich ausgelassen durch zehn Folk-Songs erster Güte.
Big in Iowa: Bangin‘ ’n‘ knockin‘
Keine Frage, deftigen Roots-Rock mit aufgerollten Ärmeln und Southern Flair – das beherrschen Big in Iowa meisterhaft. Und der Sound ist, wie man´s von Blue Rose erwartet: klar und glitzernd. Richtig aufregend wird´s nur, wenn richtig gute Songs am Start sind. Und da steht das Verhältnis circa Sechzig-Vierzig. Der Rest ist beherztes, aber austauschbares Saiten-Gedresche.
WeiterlesenThe Cinematic Orchestra: Motion
Ich geb´s ja zu: ich hab zweimal reinhören müssen, bevor ich was damit anfangen konnte. Aber dann war ich komplett infiziert! The Cinematic Orchestra machen irgendwas zwischen Free Jazz, Post Rock und Trip Hop. Ein spannendes Gewirr von Clustern, Hooks und Soli, zusammengemischt aus Samples und „live“ dazu gespielten Noten. Mit einem Line up aus Sopransaxophon, Flügelhorn, Akustikbass, Turntables, Piano und Drums. Den Musikern finden die Hooks zunächst auf Datenträgern im Briefkasten, dürfen sich was dazu ausdenken und spielen dass dann im Studio ein. Anschließend geht der Kopf des Sextetts, der Brite Joe Swinscoe, nochmal hin und mischt alles neu ab, arrangiert um und entwickelt weiter.
WeiterlesenBig Country: Driving To Damascus
Erinnert sich noch jemand an Big Country? Die Band, die 1986 mit „Look Away“ fast schon einen Hit hatte, um dann Schritt für Schritt, Album für Album in der Versenkung zu verschwinden? Daß sie dieses Schicksal nicht wert sind, haben sie unzählige Male bewiesen – ich denke an das Hammeralbum „The Buffalo Skinners“ von 1993 oder die Support-Gigs bei den Rolling Stones in Deutschland. Wahrscheinlich ist es nur ihrer Energie und ihrem Ruf als eine der besten Live-Bands zu verdanken, daß Big Country (zum Glück!) immer noch CD´s veröffentlichen. „Driving To Damascus“ ist bislang in Deutschland nicht erschienen und nur über die Homepage (bigcountry.co.uk) zu bestellen.
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