Vormerken!

Neues zur „Illustrierten Bibliographie der Kriminalliteratur im deutschen Sprachraum 1792 bis 1945“ der Achilla Presse gibt es, nebst einigen Novitäten, →hier (unter „Neuheiten“). Wir bitten unsere Leser um wohlwollende Beachtung dieses wahrhaft verdienstvollen, großen und wagemutigen Projektes!

Die Schriftleitung

Titeltitel

Ich gebs ja zu: Als man mich vor Jahren zur Mitarbeit beim „Titel-Magazin“ einlud, habe ich nur zugesagt, weil ich statt „Titel“… nun ja, ein phonetisch verwandtes Wort verstanden habe. War dann auch enttäuscht, denn Bilder (und schon gar keine solchen) brachten und bringen die garnicht. Aber hin und wieder eine Krimikritik. Oder gar mehrere, wie diesmal.

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Tage- und Abendblatt

Okay Alfred, hab ich gesagt, während du dir auf den Seychellen Sonne auf die Panzerhaut knallen lässt, mach ich hier ein bißchen die Urlaubsvertretung. Aber glaub bloß nicht, ich mach das so neutral wie du! Dafür bin ich Blog und du nicht. Wenn gepfeffert werden muss, hab ich den Streuer zu Hand, wenn mal wieder die journalistischen Patschehändchen im Wertfreien wühlen, gibts was mit dem verbalen Rohrstock.

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Urlaub? Nicht bei uns!

Das hätten auch die Alligatoren übersehen. Ein →Artikel in der taz, der auf den ersten Blick nichts mit Krimis zu tun hat, sondern nur mit Feuilletons und der Musikzeitschrift SPEX (die wiederum viel mit Panzerechsen zu tun hat), aber im letzten Satz doch noch die Kurve in diesen Blog kriegt:

„Sonst könnte Poschardt andere Gewährsleute benennen, als immer wieder auf die drittklassige Krimiautorin Thea Dorn zurückgreifen zu müssen. „

Fragen Sie sich jetzt nicht, wer Poschardt ist.

Mehrwert der Geschichte. Ein unglaublicher Zufall.

Wem der Herrgott die Gnade der Rezensionsexemplare hat zuteilwerden lassen, der investiert sein gespartes Büchergeld bisweilen in Altpapier. Meine letzte Neuerwerbung – nein, nicht Holteis „Schwarzwaldau“, das man übrigens →hier und jetzt! immer noch vorbestellen kann – meine letzte Neuerwerbung also drudelte vor ein paar Tagen bei mir ein und ward sogleich gelesen. Sind ja nur 168 Seiten, ein schmales Duodez-Bändchen halt, eine „Criminal-Novelle“ aus dem Jahre 1871, und ich wußte nichts über ihren Inhalt. Tja. Und dann gingen mir die Augen über und über…

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Schule der Rezensenten – Opitzstunde 2

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Zweiter Leseversuch: Die ersten 55 Seiten noch mal gelesen, das Urteil bleibt gleich: Ich sehe wohl die Absicht, zweifele aber an ihrer Umsetzung. Nun, sei’s drum. Weiterlesen. Heute bis Seite 110.
Inhaltlich tut sich wenig, alles dreht sich irgendwie im Kreis. Der Mord an der Witwe Kuhnhardt wird weiterhin untersucht, die Aussage der Hauptzeugin Henriette Schmidt, sie sei zur Tatzeit dem Magister Klug im Treppenhaus begegnet, darf inzwischen bezweifelt werden, neue Zeugen treten auf, auch nicht gerade glaubwürdig.

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Sylvia Maultash Warsh: Find me again

Sylvia Maltash Warshs Roman „Find me again“ ist ein zweifacher Rückgriff auf die Historie. In der Gegenwart (genauer 1979) in Toronto, Kanada ist da erst einmal eine Geschichte, die gespeist wird von einem komplexen Beziehungsgefüge, welches sich in Polen zur Zeit der Naziokkupation und „Befreiung“ durch die Sowjetunion zwischen jüdischen Polen und nicht-jüdischen Polen entwickelt hatte. Als eine der beteiligten Personen tot im Swimmingpool aufgefunden wird, stellt sich heraus, dass eine von dieser Person verfasste Geschichte in der Geschichte, die im 18. Jahrhundert angesiedelt ist, der Schlüssel zur Lösung eines Verbrechens ist.

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Schule der Rezensenten – Opitzstunde 1

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Lesen ist ein Prozess, Rezensieren ein anderer. Widmen wir uns mal dem Lesen. Am Beispiel von Detlef Opitz, „Der Büchermörder“, einem Buch, das ich beim ersten Lektüreanlauf nach wenigen Seiten zur Seite gelegt habe, was – und das ist schön so – Proteste seitens der Blogleser provozierte. Warum mir das Buch nicht gefiel, fasse ich heute noch einmal etwas mehr en détail zusammen. Und dann, was mir beim zweiten Lektüreanlauf so alles in den Sinn kommt. Das ist noch keine Rezension. Das sind die Vorarbeiten, die man später meistens nicht mehr sieht.

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Cave In: Perfect Pitch Black

Im Nachhinein betrachtet sind Cave In mit Ihrem Major-Debüt „Antenna“ alles andere als zufrieden. Außer der Erkenntnis, dass die Sprüche vom ‚bislang besten Album ohne Major-Ausverkauf‘ auch nur Phrasen waren, bleibt Verwunderung zurück. Auch wenn „Antenna“ deutlich runder und weicher klingt als der direkte Vorgänger „Jupiter“, ist das Album nach wie vor ein Manifest an emotionsgeladenem, kraftvollem Indie-Rock. Bevor das Quartett einen neuen ‚richtigen‘ Anlauf wagt, hat es mit „Perfect Pitch Black“ jetzt einen Zwischenschritt veröffentlicht, der zehn Songs versammelt, die seit dem Erscheinen von „Antenna“ aufgenommen wurden.

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Herr K. lässt fragen

Das ist so lästig wie eine dicke Fliege: Emails (bezeichnenderweise nur von Frauen), in denen enttäuscht und resolut nachgefragt wird, warum denn heute nicht „der nette Herr K. vom Finanzamt, der mit der Pensionsberechtigung“ hier den Krimi erklärt. Also, meine Damen: Herr K. und seine Oberfinanzdirektion Oberursel machen heute ihren vorgezogenen Weihnachtsausflug ins Bergische Land („geselliger Abschluss bei einer Schlachtplatte“).

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Jan Costin Wagner: Schattentag

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(„KrimiX“ sind Krimis, die keine sind und doch welche sind. Gemixtes halt. Diese Tierchen sind übrigens der Regelfall in der Literatur, bloß wissen es die wenigsten. In dieser Reihe sollen also Bücher vorgestellt werden, die man als genretreuer Kritiker und Leser nicht „Krimi“ nennen würde, die aber unbedingt dazugehören. Übrigens ist der Leser durchaus zur Mitarbeit aufgefordert. Nutzt die Kommentarfunktion, um Geschöpfe zu benennen, von denen ihr auch nicht so genau sind, ob sie nun oder ob eher nicht. Wer selbst etwas Ausführlicheres zu einem solchen Titel schreiben möchte, schicke mir eine Mail.)

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Link vom Chef

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„Sie stehn doch so auf Geschichte!“ Mit diesen wahren Worten betritt Chef Walter die Blog-Abteilung und wirft einen Zettel auf meinen Schreibtisch. „Dann bloggen Sie mal das hier! →The Black Mask Magazine – An American Classic!. Mit schönen Originalbeiträgen aus den 30er Jahren! Da haben Hammett und Chandler gelernt! So was brauchen wir in Deutschland auch! Geben Sie sich mal Mühe!“ Dreht sich um, zwinkert meiner neuen Praktikantin, Fräulein Willig, schelmisch zu und schwebt zurück in die höheren Sphären der leitenden Angestellten.

Buch: Block

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Gute Nachricht: Der →NordPark Verlag, Marktführer in Sachen Krimi-Sekundärliteratur, bereitet die Veröffentlichung des von Axel Bußmer herausgegebenen Bandes „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ vor. Nr. 5 der Krimikritik-Reihe und lange erwartetes Vademecum über einen hierzulande immer noch etwas unterschätzten Klassiker. Details in Thomas Przybilkas neuem →„Krimi-Tipp zur Sekundärliteratur“, eine krimikritische Rezension folgt nach Erscheinen.