Wie viele Folk-Alben kann man noch aufnehmen, die sich vor Bob Dylan und Leonard Cohen verbeugen, bevor es langweilig wird? Wenn man sieht, was für hochkarätige junge Acts sich an dieser Front tummeln, muss man sich auf Jahre keine Sorgen machen. Jener hier ist keine dreißig Jahre alt und versteht es meisterlich Geschichten zu erzählen.
WeiterlesenKategorie: Musik
Sarah Harmer: All Of Our Names
Stilbeschreibung: Schlicht. Schublade: Suzannne Vega mit Biss. Die Kanadierin Sarah Harmer versucht erst gar nicht, ihrem Folk-Rock einen modernen oder gar innovativen Anstrich zu verpassen.
WeiterlesenHaggard: Eppur Si Muove
Metalklängen mit Klassik zu verwurschteln ist nicht mehr wirklich neu, aber zumindest in Einzelfällen noch interessant. Haggard Mastermind Asis Nasseri hat diese Verbindung bis zur Perfektion vorangetrieben und darf sich zu den ganz Wenigen zählen, bei denen Death-Metal-artige Abfahrten auf Oboe und Klarinette treffen.
WeiterlesenV.A.: RussenSoul
Eigentlich kommt der Soul ja aus dem Staat, der im kalten Krieg der große Gegner war: nicht Moskau Records, sondern Stax und Motown blitzen im Hinterkopf beim Soul-Begriff auf. „Aber so gut wie jede Band hat ein paar soulige Songs im Repertoire – sie rühren das Publikum mit ihrer milden Traurigkeit oder heizen es auf mit heißer Leidenschaft“, so Yuriy Gurzhy, der zweite und weniger bekannte Herausgeber neben Literaturstar Vladimir Kaminer. Mit diesem argumentativen Trick haben die beiden es geschafft, eine Fortsetzung des „Russendisko“-Samplers mit anderer Musikfärbung und verkaufsträchtigem Titel zusammenzustellen. Die Stücke sind etwas ruhiger, langsamer und trauriger als auf dem vorherigen Sampler.
WeiterlesenBeigeGT: Cue

Ohne große Vorankündigung ist uns das neue Album von beigeGT ins Haus geflattert. Da waren wir natürlich entzückt, dass die Regensburger nicht lange auf sich haben warten lassen. Schließlich haben wir ihr letztes Werk „Jukebox Heroes“ noch in den Ohren. Darauf waren einige Hits zu finden, die uns über so manch tristen Tag hinweggeholfen haben. Auch „Cue“ hat derlei Perlen in der Hinterhand. Vergleiche mit Trans Am, der über Jahre experimentierfreudigen Band im Grenzbereich zwischen Elektronik und handgemachten Indie/Noiserock, drängen sich auf.
WeiterlesenLast Days Of April: If You Lose It
Bevor Last Days Of April einmal mehr durch Europa reisen und allabendlich auf der Bühne stehen werden, bescheren sie uns ein weiteres makelloses Album. „If You Lose It“ wird keinen der vielen Fans der schwedischen Melancholiker enttäuschen. Gerne werden sie fälschlicherweise mit Emorock identifiziert.
WeiterlesenDescendents: Cool To Be You
Was soll man über die Descendents noch schreiben, was nicht schon längst gesagt wurde? Ein kurzes „Kult!“ könnte an dieser ausreichen, würde aber unseren Ansprüchen nicht genügen. Sieben verdammt lange Jahre mussten ihre Fans auf ein neues Lebenszeichen warten. Just erschien die EP „Merican“, der jetzt das Album folgt.
WeiterlesenSchandmaul: Wie Pech & Schwefel
Ich geb’s zu, ich hab‘ einen Narren an dieser Band gefressen. Vielleicht auch deshalb, weil der „Narrenkönig“ bei meinen Kindern ganz weit oben steht. Dementsprechend oft werden Schandmaul bei uns zuhause bejubelt, nachgesungen und betanzt.
WeiterlesenKatie Melua: Call Off The Search
Ruhig bleiben, wieder hinsetzen – Katie Melua ist keine neue Norah Jones. Allerorten wird dieser Vergleich jetzt gezogen und kann einen beim genaueren Hinhören eigentlich nur belustigen. Neben den dunklen Haaren und den Kulleraugen, vereinen Katie Melua und Norah Jones hauptsächlich die ungewöhnlichen Töne und das klar erkennbare Talent. Bei Katie Melua bin ich mir aber nicht sicher, ob es eine gute Idee war, eben dieses in die Hände von Mike Batt zu legen.
WeiterlesenHothouse Flowers: Into Your Heart
Im Ernst, ich war richtig froh, als ich gelesen hab‘, dass die Jungs wieder am Start sind. Sechs Jahre nach „Born“ hat sich der Kern der Hothouse Flowers mit neuem Schlagzeuger wieder zusammengefunden und sich klanglich auf die Anfangsphase besonnen. Der bärenstarke Opener „Your Love Goes On“ erinnert dann auch direkt an einen anderen weißen Iren, der seine ganz eigene Version von Rhythm’n’Blues und Soul spielt.
WeiterlesenEvergrey: The Inner Circle
Evergrey Mastermind Tom S. Englund ist ein ganz Fleißiger: Vier Alben in vier Jahren und trotz wechselnder Bandbesetzung konnte sich das Endergebnis immer hören lassen. Das neue Werk „The Inner Circle“ ist sogar noch stärker geworden als der Vorgänger „Recreation Day“.
WeiterlesenThe Belles: Omertá

„Never Said Anything“, die Singleauskopplung aus dem Debüt der US-Amerikaner The Belles ist ein trauriger wie auch lebensbejahender beziehungsweise aufmunternder Song. Produziert wurde die Neufassung des Stücks, die nur auf besagter Single zu finden sein wird, von Coldplay-Produzent Ken Nelson. Womit wir auf der Poplandkarte nicht ganz verkehrt sind. Die Musik auf „Omertá“ (italienisch für „Schweigegelübde“) ist britischer Natur: getragen, ruhig und melancholisch. Und das obwohl The Belles der überschaubaren Musikszene um Kansas City herum entstammen, in der vor allem Emorock-Bands wie The Get Up Kids oder The Anniversary für Furore sorgen.
WeiterlesenLive: Dead Moon + The Devastations
28.04.2004, Forum Bielefeld.
Eigentlich bin ich ja gar nicht mehr so heiß auf Konzerte. Hätte es nicht die Möglichkeit einer Rezension gegeben, hätte ich die 15€ wohl kaum zusammengekratzt. Das Forum ist mit Gästelistenplätzen etwas knauseriger als andere Veranstalter in Bielefeld, weswegen es bei dem Preis diesmal gar nicht so einfach war, Leute zum Mitkommen zu motivieren – hat aber letztendlich geklappt.
WeiterlesenThe Vines: Winning Days
Die englische Musikpresse neigt bekanntlich gerne dazu, um die ein oder andere Band einen Hype zu kreieren. Mal berechtigt, mal weniger. Neben den Strokes, Kings Of Leon oder gerade jetzt Franz Ferdinand war vor knapp zwei Jahren der Fokus auf die australischen The Vines und ihr Debüt „Highly Evolved“ gerichtet. Durchaus berechtigt. Jetzt kehrt das Quartett mit dem Nachfolger „Winning Days“ zurück.
WeiterlesenThe Von Bondies: Pawn Shoppe Heart

Es sah wahrlich nicht nach einem bloßen PR-Gag aus. Jason Stollsteimer, Sänger der Von Bondies, wurde letzten Dezember von White Stripes-Frontmann Jack White blutig geschlagen. Das letzte und beste Wort zu dem Vorfall hat Stollsteimer: „Ich würde mir mehr Sorgen machen, wenn unsere Platte schlecht wäre, was aber nicht der Fall ist“. Er hat Recht. Der Indierock, wie ihn The Von Bondies spielen, ist 2004 vielleicht zu konventionell, um ähnlichen Wirbel zu verursachen wie die White Stripes. Stollsteimer sieht sich ja nicht in der Pflicht, ein Genre wie den Blues wieder ins Leben zu rufen.
WeiterlesenInterview: Franz Ferdinand
Vom Weltkrieg zum Pferderennen
„Franz, wer?“ Diese Frage ging vor einigen Monaten noch durch. Wer sie jetzt noch stellt, der muss in letzter Zeit in einem Erdloch gehaust haben. Mittlerweile sollte jeder Hinterwäldler bestens darüber informiert sein, wer Franz Ferdinand war und wer heute hinter diesem Namen steckt.
Weiterlesen4 Hero – The Remix Album
Dieses Remix-Album ist in allen Belangen ungewöhnlich. Marc Mac und Dego haben nämlich Neubearbeitungen, die sie für andere Künstlern angefertigt haben, neben Remixe ihrer eigenen Songs gestellt. Somit kann sich jetzt auch jeder 4 Hero-Fan – und von denen gibt es ja einige – einen Überblick darüber verschaffen, wie Marc und Dego die Songs der Kollegen neu zu interpretieren wissen. Und wie andere Künstler mit den 4 Hero-Stücken arbeiten.
WeiterlesenPaul James Berry: Nations
Das Cover ist wenig aussagekräftig und lässt auf ein eher belangloses wie langweiliges Popalbum schließen. Weit gefehlt, meine Damen und Herren. Paul James Berry war früher Frontmann der britischen Band The Rose Of Avalanches. Vor drei Jahren veröffentlichte er sein erstes Soloalbum „Ginnel“, das an dem Autor dieser Zeilen völlig vorbeiging [Hinternet lesen bildet: https://hinternet.de/blog/2000/10/paul-james-berry-ginnel/, die Chefredaktion]. Insofern bleibt der Fokus auf Album Nummer zwei: „Nations“.
WeiterlesenFury In The Slaughterhouse: Nimby
Als ich mir meine erste Fury In The Slaughterhouse CD „Pure Live“ gekauft habe, hat das seinerzeit noch etwas verlodderte Image der Band immerhin gereicht, um meine damalige Mittelstands-Freundin zu erschrecken. OK, wirklich wild waren die Jungs nie, aber nach dem aus der Distanz betrachtet doch etwas zahmen Album „The Color Of Fury“ besinnen sich die Hannoveraner mit „Nimby“ wieder auf alte Tugenden.
WeiterlesenGrip Inc.: Incorporated
Na also, Metal muss nicht langweilig sein. „Incorporated“ wurde komplett analog eingeprügelt und was Sänger Gus Chambers, Dave Lombardo an den Drums und Allrounder Waldemar Sorychta mit diversen Gastmusikern hier abreißen ist die hohe Schule des Krawalls. Das wirkt an keiner Stelle aufgesetzt oder platt und kommt weitestgehend ohne Klischees aus.
(7 Fritten)
Grip Inc.: Incorporated
(Steamhammer/SPV)



