Crime School – das Partywissen -1-

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Was ist das eigentlich, Krimi? Wo kommt er her, wie hat er sich entwickelt, was sollte ich wissen, wenn mich jemand danach fragt? Die zweite Staffel der „Crime School“ möchte das Wissen vermitteln, das Sie zum Mittelpunkt jeder Intellektuellenparty macht, wenn die Stimmung feuchtfröhlich ist und die Sitten so enthemmt sind, dass man auf „das Kulturelle“ zu sprechen kommt. Partywissen. Aber nicht nur. Was wir hier in loser Folge erörtern, dient auch als Grundlage einer papiernen „Crime School“, die im nächsten Jahr erscheinen soll. Didaktisch aufbereitet, tiefergehend. Wer unseren Internetkurs besucht, wird sich das nötige Basiswissen erarbeiten können, um dann mit Hilfe des Buches darauf aufzubauen. Beginnen wir mit einer sehr leidigen Frage: Was war eigentlich der erste deutsche Krimi? Gab es das überhaupt vor Friedrich Glauser? Krimis? Ein Überblick, der nicht alles erklären kann, aber einen Rahmen um die disparaten Dinge legt.

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Crime School – die Zeit ist reif

Tatsächlich; manchmal sind LeserInnen doch zu etwas gut. Seit Jahr und Tag liegt mir der Verleger in den Ohren, doch endlich mal mit „Was ist Krimi?“ rüberzukommen, aber ich murkse und murkse und nichts gefällt mir. Da, gestern, rebellieren die LeserInnen: WIR WOLLEN DIE GUTE ALTE CRIME SCHOOL zurück! Also noch mal reinschnuppern. Und siehe: DAS ist es! SO könnte mans machen! Krimigrundwissen als Schulstoff, Geschichtliches und Thematisches und Formales zur Kriminalliteratur häppchenweise querbeet, unterhaltsam und dennoch bildungsbürgerlich relevant!

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Wilco: Blue Sky

Jeff Tweedy hat es seiner Band und den Zuhörern nie leicht gemacht. Mit „Yankee Hotel Foxtrot“ (2002) und „A Ghost Is Born“ (2004) hat er Wilco bis an die Grenzen getrieben, um mit dem famosen Livealbum „Kicking Television — Live In Chicago“ (2005) das Bild einer tight rockenden Band zu zelebrieren. Selbst wenn er trocken singt „I survived, that’s good enough for now…“ ist „Blue Sky“ so viel mehr als das nackte Überleben.

Wilco bedienen sich in all ihren Schaffensphasen und wollen scheinbar nichts mehr beweisen. Außer vielleicht, dass Tweedy immer noch zu den besten Songwritern überhaupt zählt. „Blue Sky“ ist durch und durch traditionell und strahlt eine hippieske Grundstimmung aus, die sich an manchen Stellen auch in den Songs niederschlägt: In „Impossible Germany“ duellieren sich die Gitarren, während andere Songs gegen Ende die Revolution proben. Ansonsten gediegenes Handwerk, das — sollten Menschen in hundert Jahren unsere Kultur analysieren — bestimmt niemand dem immer noch neuen Jahrtausend zuordnen würde. Kurz: Zeitlos!

Wilco: Blue Sky
Nonesuch/Warner
www.wilcoworld.net
VÖ: 11.11.2007

Clyde W. Ford: The Long Mile

„The Long Mile“ von Clyde W. Ford sei gewissermaßen, so war (→ anderenorts ) zu lesen, ein Watts-Aufstand im Kleinen, die Darstellung des Zorns der Afroamerikaner auf die weißen Hüter von Recht und Ordnung … Ich bin mir da nicht so sicher. Es fängt schon mit dem Hinweis auf dem Cover an, dass „The Long Mile“ Teil der „Shango-Mysteries“ ist … und tatsächlich ist „The Long Mile“ ein mit dem Shango-Mythos aufgeladenes Buch.

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Etwas kurzfristig: Tote haben keine Lobby

Ein Elektriker hat seine vier Ehefrauen umgebracht und keiner hat was gemerkt. Dokumentation auf >>>3sat um 20.15 Uhr.

Der zweiteilige Film von Manfred Uhlig geht der Frage nach, ob es den perfekten Mord gibt. 1.200 bis 2.400 Fälle werden jedes Jahr nicht aufgeklärt, jeder zweite Mord in Deutschland bleibe unentdeckt. Die Gründe: Arbeitsüberlastung, Desinteresse und Geldmangel bei Polizei/Staatsanwaltschaften. Außerdem koste eine Obduktion 500 Euro und Hausärzte – Totenschein! – seien in der Regel nicht dafür ausgebildet, Mordspuren wie Würgemale, Strommarken und Vergiftungserscheinungen zu erkennen.

Den zweiten Teil von „Tote haben keine Lobby“ zeigt 3sat am Montag, den 21. Mai um 20.15 Uhr.

Simulation von Echtheit

Natürlich ist Cicero ein überragender Sänger; sein Stück lag, was Arrangement und Vortrag anging, weit über dem Durchschnitt. Aber Swing ist eigentlich eine popmusikalische Antiquität, für die man historisch empfänglich sein muss. Für Westeuropa ist der Glenn-Miller-Sound der des Aufbruchs, der Liberalität, für Osteuropa erst einmal kurios. „Frauen regier’n die Welt“ ist ein ironischer Titel; Cicero macht Wirtschaftswunder-Pop für die Wir-sind-wieder-wer-Deutschen. Hierzulande scheinen sich Frauen dieses gespaltene Bewusstsein leisten zu können, einen Sänger anzuhimmeln, der ihnen mit Augenzwinkern versichert, dass er auf Emanzipation so wenig Lust hat wie ein Kind aufs Zähneputzen.

Daniel Haas im Spiegel: ↑ Heulsusen regier’n die Welt

Pieke kapert

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Pieke „Jahresschwerpunkt“ Biermann steht nicht unter Artenschutz. Sie wird wohl manchmal von Produktpiraten nachgemacht, aber so schlecht, dass man gerne beim Original bleibt. Zum Beispiel, wenn eine neue Krimireportage ins Haus kommt. „Gekapert vom Zoll“ heißt es am am Sonnabend, 12. Mai 2007 in DER TAGESSPIEGEL und im RBB-Inforadio 93,1 um 11:45 Uhr (*Wiederholungen um 19:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 05:45 auch als Podcast und im Internet unter www.inforadio.de, Suchfunktion: “Recht und Ordnung”).

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Tag- und Nachtbücher

Läuft alles wie geplant, steckt der Krimikritiker seine Nase täglich in zwei Bücher. Eins für tagsüber, eins für die Nacht. Welches man wann zu sich nimmt, ist eine spontane Entscheidung, aber meistens liegt man damit richtig, denn es gibt sie tatsächlich, die Tag- und Nachtbücher.

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CD-Neuheiten KW19/2007

Stöhn! So viele neue CDs.
Über 300 CDs wirft die Phonoindustrie allein am heutigen Freitag auf den Markt. Hauptattraktion unserer kleinen Vorauswahl ist „Sky Blue Sky“, die neue Wilco. Daneben gibt´s mit Musik aus Dänemark, Spanien, Österreich, Deutschland, Schweden und den Niederlanden einen überdurchschnittlich hohen Anteil Kontinentaleuropa:

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Dieter Kühn: Geheimagent Marlowe

Wer Dieter Kühns Biografien kennt, den wird das Motto, das er seiner neuesten voranstellt, nicht schockieren. Ein Zitat von Johannes Bobrowski ist es: „Wir häufen hier eine historische Unwahrheit auf die andere, um ein zutreffendes Bild zu bekommen.“ Wohlan. Das hat Dieter Kühn schon immer so gehalten, von Oswald von Wolkenstein bis Maria Sybilla Merian oder Clara Schumann. Die sogenannte ernsthafte Wissenschaft meldete nicht selten ächzend ihre Bedenken an, aber am Ende hat Kühn Bobrowskis Credo immer glänzend bestätigt. So auch diesmal mit „Geheimagent Marlowe“.

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A Tribute To Joni Mitchell

Normalerweise stehen auf Kinoplakaten oder Festivalbillings die ‚Big Names‘ immer ganz groß, ganz oben. Für „A Tribute To Joni Mitchell“ werden die Namen der Beteiligten nüchtern alphabetisch aufgelistet. Wie soll man auch eine sinnvolle Reihenfolge in Namen wie Björk, Brad Mehldau, Elvis Costello, Prince oder Cassandra Wilson reinbringen? Endlich ein Tribute, auf dem sich nicht eine Horde zweitklassiger Bands an unerreichbaren Vorbildern versucht und zum Glück eine Erfüllung der daraus resultierenden Erwartungen.

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