Makro-scoop

Nein, die Routine des Bloggens macht mir immer noch Spaß. Aber die Routine ist ein Feind der Versuchung, die Versuchung aber immer Vorstufe des Versuchs, der Versuch Vorstufe des Neuen, das Neue eine potentielle Tür zum bisher Unbekannten. Unklare Worte. Also konkret: Es wird eine deutsche Krimizeitschrift geben. Sie heißt makro-scoop, erscheint quartalsweise, ist ein Experiment, hat mindestens 16, höchstens 32 Seiten und einen einzigen Autor. Die kleinste Krimizeitschrift der Welt?

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John Connolly: Nocturnes

John Connolly als Meister der kleinen Form? 15 Geschichten, deren kürzeste 11 und die längste 121 Seiten lang ist. Grenzgänge und –überschreitungen zur Phantastik, der Thrillerautor als Schöpfer kurzer Horrorminiaturen – kann das gut gehen? Es geht, und wie. Schon in seinen recht umfangreichen Romanen ist Connolly ein hervorragender Schöpfer mannigfaltiger Stimmungen, die Beschränkung auf wenige Seiten zeigt, WIE gut er wirklich ist. Ihm reichen Andeutungen, kurzes Aufflackern von Gewalt, um Düsternis und Bedrohung sehr anschaulich darzustellen.

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Maria Taylor: Lynn Teeter Flower

Nach dem gelungenen Solodebüt „11:11“ legt Maria Taylor jetzt nach und klingt auf ihrem neuen Album konzentrierter und kraftvoller. ‚Eingängigkeit‘ ist in diesem Kontext kein Schimpfwort und beschreibt am besten den Schritt, den „Lynn Teeter Flower“ geht. Klassische Folk-Pop-Songs, die keine Angst vor Refrains haben und sich mit netten Arrangement-Gimmicks aufhübschen. Man kennt die Mischung aus Folk, Elektronik und Orgel schon, aber die Songs sind einfach sympathisch.

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The Good, The Bad And The Queen: –

Damon Albarn will partout nicht zur Ruhe kommen. Wenn nicht Blur bei ihm auf der Tagesordnung stehen, dann die Gorillaz. Und wenn nicht die, dann Musikprojekte in Afrika oder vielleicht die Band, die keinen Namen hat, von der aber das Album ‚The Good, The Bad And The Queen‘ erschienen ist. Albarn hat sich hierfür mit Paul Simonon, bekannt geworden mit den unvergesslichen The Clash, Simon Tong (Ex-The Verve, danach The Shining) und Tony Allen, dem einstigen Schlagzeuger von Fela Kutis Band Africa 70, zusammengetan. Von einer „Supergroup“ will Albarn aber nichts wissen. Das tut er als „dummes Geschwätz“ ab.

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Belasco: 61

Das dritte Album einer Band, soll ja das wegweisende sein. Sollte diese Regel des Musikgeschäfts stimmen, so stehen Belasco von nun an Tür und Tor offen. Die Jungs, die schon als Nachfolger von Coldplay gehandelt wurden, aber im windigen Musikbiz nicht immer vom Glück verfolgt waren, machen auf ’61‘ alles richtig.

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Das Dumme an Krimis

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Entschuldigung, dass ich so lange nix hab von mir hören lassen. Aber hier im Finanzamt geht um diese Jahreszeit die Post ab. Einkommenssteuererklärung. Jeden Tag sitzen zwanzig Leutchen auf dem (natürlich ungepolsterten) Besucherstuhl, reichen mir ihre Formulare und wollen – so-fort bitte! – wissen, mit welcher Rückerstattung Sie rechnen dürfen. Unangenehm, dieser Publikumsverkehr. Aber dabei ist mir etwas ganz Seltsames aufgefallen…

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Locas In Love: Saurus

Die alte Weisheit, dass Blinde keine Blinden führen können, wird mit „Saurus“ nachhaltig entkräftet. Man hat nie das Gefühl als habe die Kölner Band für irgendwas Antworten parat, aber die Art wie Locas In Love Geschichten erzählen hat schon fast therapeutische Züge. Jeder der zwölf Songs hat mindestens eine Textzeile, die man sich auf die Innenseite der Augenlider tätowieren sollte.

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Gewinnerin Anobella

„Hurra!“ jubelt Redaktionsfee Anobella in ihrem →Tagebuch, „ich hab den zweiten Preis in →Stockstadt gewonnen!“ Na, dann Sekt aus dem Kühlschrank und hoch die Tassen, jubelt der versammelte Redaktionsrest. Und rätselt. Denn Anobella hat ihren Beitrag unter Pseudonym beim Literaturpreis der Kulturstiftung der Kreissparkasse Stockstadt ins Rennen geschickt. Als „Inka Kleinke-Bialy (46) aus Zell“ wusste sie in „Erdbeben mit Schluckauf“ „interessante und überzeugende Personen in einer halb-traurigen Geschichte mit mundartlichen Elementen“ zu skizzieren. Na ja. Inka Kleinke-Bialy, einfallsloser gings wohl nicht. Und sich dann auch noch zehn Jahre älter machen…

Cover, Cover

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Fleißig rotieren sie in den Druckereien, spätestens Anfang April auf den Schreibtischen der LeserInnen: Einmal Krimijahrbuch 2007, einmal Paprotta-Studie. Die Subskriptionsfrist für das Jahrbuch wurde, wie mir der Verleger mitteilt, bis zum 31. März verlängert, das Werk kann hier für 16 € (statt später 20 €) vorbestellt werden. Das Paprotta-Bändchen lässt sich ebenfalls hier ordern und kostet 12 €.