Sehen, hören, riechen

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Erinnern wir uns: Die Geschichte des uns heute geläufigen Krimigenres beginnt mit einem Hoch auf die Logik. Geniale Detektive erkennen die Verbrechen und ihre Urheber, indem sie Zeichen lesen, miteinander verknüpfen und Schlüsse ziehen. Später wurde das anders. Dazu drei Zitate, eins aus einem alten Krimi, zwei aus aktueller Produktion.

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Neue CDs

Der CD-Redakteur beim Bewältigen des wöchentlichen Abhörpensums
Heute erscheint u.a. die neue CD von Modest Mouse, die in den USA – Überraschung, Überraschung! – die Billboard-Charts anführt. Ausserdem im Angebot Broken Social Scene-Gitarrist Andrew Whiteman mit seinem Zweitprojekt Apostle of Hustle, Montgolfier Brother Roger Quigley mit – Flann O´Brien lässt grüssen – At Swim Two Birds, die Gebrüder Reid (Jesus & Mary Chain) mit Schwester Linda als Sister Vanilla und das erste Soloalbum von Gudrun Gut (Mania D, Malaria).

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The Stooges: The Weirdness

Die erste The Stooges-Platte nach gefühlten hundert Jahren und man fragt sich, ob man lieber die Attitüde oder die Songs beurteilen soll. Egal wie abweisend man Alten-Hasen-Reunions gegenübersteht — zumindest auf dem Papier haben The Stooges alles richtig gemacht: Langsam wieder zusammengefunden, live gespielt, ein paar Songs aufgenommen und jetzt schließlich ein ganzes Album.

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Vierzehn

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Als ich vor jetzt 22 Jahren meine erste Zeitschrift gegründet habe, hatte ich null Leser. Nach der ersten Ausgabe waren es 21 Abonnenten. Nach der fünften 60. Und ganz am Schluss: 75. Und das war nun wirklich was für Hardcore-Leute! Und ist heute, kein Witz, eine gesuchte Rarität!

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Reginald Hill: Mord auf Widerruf

Geübte LeserInnen dieses Blogs ahnen es bereits: Aha, ein Hill. Den wird der Rezensent über den grünen Klee loben. Jawohl. Wir loben Reginald Hills „Mord auf Widerruf“ über den grünen Klee. Nicht, weil der Titel 2003 schon einmal unter dem Titel „Die dunkle Lady meint es ernst“ erschienen ist. Nicht, weil diese „dunkle Lady“ laut Personenregister „frei nach Shakespeare“ agiert. Auch nicht, weil der Rezensent vor lauter Lesevergnügen irgendwann den Kriminalfall aus den Augen verloren hat. Sondern weil Hill, indem er launig erzählt, selbst diesen Fall niemals aus den Augen verliert.

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Fu Manchu: We Must Obey

Fu Manchu, eine der coolsten noch amtierenden und regierenden Stoner Rock-Könige, haben zwar bei einem Metallabel unterschrieben (Century Media), metallisch ist ihr Labeldebüt dennoch nicht geworden. Die Band ist ihrem bisherigen Stil auch anno 2007 noch treu. So treu sogar, dass jeder, der je in seinem Leben Fu Manchu gehört hat, schon nach wenigen Takten diesen ganz typischen Sound und diese ganz markante Stimme erkennen sollte.

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P.J. Parrish: A Killing Rain

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Was immer sie sich auch erhofft hatten, an diesen Abend konnten sie es vergessen. Schon von Anfang an stand das erste „Tete-à-tete“ zwischen Louis Kincaid, Privatdetektiv, und Susan Outlaw, Anwältin und alleinerziehende Mutter, unter einem schlechten Stern. Während er sich mühte, den Premiumtisch in einem netten Restaurant zu ergattern, bereitete sie ein gemütliches Essen daheim vor. Und während sie es noch aussortieren, steht plötzlich Austin, ihr früherer Ehemann vor der Tür und will einen auf treusorgenden Vater machen.

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Nagel: Wo die wilden Maden graben

In Nagels Romandebüt taucht gegen Ende die schöne Passage auf: „Sie hört andere Musik, aber sie hört sie auf dieselbe Weise wie du. Du liebst es, ihr zuzuhören. Sie spielt dir ihren momentanen Lieblingssong vor und redet die ganze Zeit von dieser einen unglaublichen Stelle: „Jetzt gleich, hör mal, achte mal auf das Schlagzeug! Jetzt! Jetzt!!!“ Wer sich davon angesprochen fühlt, sollte das Buch lesen. Es geht um die Liebe zur Musik, den Glauben an das, was man tut, auch wenn andere es für Schwachsinn halten.

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Schlechter Krimi Wirklichkeit

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Müsste man die Wirklichkeit, wenn sie ein Buch wäre, auf dem „Kriminalroman“ steht, nicht schleunigst und verärgert aus der Hand legen? Einspruch: Gibt ja keine Wirklichkeit. Einspruch: Es gibt eine Wirklichkeit, die offizielle, die unserem Bewusstsein unterschobene, die aus den vielen, vielen Wirklichkeiten künstlich destillierte. Die Wirklichkeit als Roman, nach Genregesetzen konstruiert, die Wirklichkeit, wie sie als Krimi auf ganzer Linie misslingt.

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Dünne Männer bei 3sat

Detektiv Nick Charles und seine Frau Nora, na, wer hat die erfunden? Richtig. Dashiell Hammett. Und wer hat sie gespielt? Falsch. Auch falsch. Ganz falsch. Es waren William Powell und Myrna Loy, inszeniert von W.S. Van Dyke. Zu Tagesmensch-freundlichen Zeiten werden die dünnen Männer jetzt von 3sat gesendet, immer montags um zwei Uhr (mittags). Am 2. April kommt „Der dünne Mann“; am 16. April „Nach dem dünnen Mann“; am 23. April „Noch ein dünner Mann“, am 30. April „Der Schatten des dünnen Mannes“ und am 7. Mai, „Der dünne Mann kehrt heim“. Alle dünnen Männer entstanden zwischen 1934 und 1944.