Fu Manchu, eine der coolsten noch amtierenden und regierenden Stoner Rock-Könige, haben zwar bei einem Metallabel unterschrieben (Century Media), metallisch ist ihr Labeldebüt dennoch nicht geworden. Die Band ist ihrem bisherigen Stil auch anno 2007 noch treu. So treu sogar, dass jeder, der je in seinem Leben Fu Manchu gehört hat, schon nach wenigen Takten diesen ganz typischen Sound und diese ganz markante Stimme erkennen sollte.
WeiterlesenP.J. Parrish: A Killing Rain
Was immer sie sich auch erhofft hatten, an diesen Abend konnten sie es vergessen. Schon von Anfang an stand das erste „Tete-à-tete“ zwischen Louis Kincaid, Privatdetektiv, und Susan Outlaw, Anwältin und alleinerziehende Mutter, unter einem schlechten Stern. Während er sich mühte, den Premiumtisch in einem netten Restaurant zu ergattern, bereitete sie ein gemütliches Essen daheim vor. Und während sie es noch aussortieren, steht plötzlich Austin, ihr früherer Ehemann vor der Tür und will einen auf treusorgenden Vater machen.
WeiterlesenDie Titanic
*lacht
Nagel: Wo die wilden Maden graben
In Nagels Romandebüt taucht gegen Ende die schöne Passage auf: „Sie hört andere Musik, aber sie hört sie auf dieselbe Weise wie du. Du liebst es, ihr zuzuhören. Sie spielt dir ihren momentanen Lieblingssong vor und redet die ganze Zeit von dieser einen unglaublichen Stelle: „Jetzt gleich, hör mal, achte mal auf das Schlagzeug! Jetzt! Jetzt!!!“ Wer sich davon angesprochen fühlt, sollte das Buch lesen. Es geht um die Liebe zur Musik, den Glauben an das, was man tut, auch wenn andere es für Schwachsinn halten.
WeiterlesenSchlechter Krimi Wirklichkeit

Müsste man die Wirklichkeit, wenn sie ein Buch wäre, auf dem „Kriminalroman“ steht, nicht schleunigst und verärgert aus der Hand legen? Einspruch: Gibt ja keine Wirklichkeit. Einspruch: Es gibt eine Wirklichkeit, die offizielle, die unserem Bewusstsein unterschobene, die aus den vielen, vielen Wirklichkeiten künstlich destillierte. Die Wirklichkeit als Roman, nach Genregesetzen konstruiert, die Wirklichkeit, wie sie als Krimi auf ganzer Linie misslingt.
WeiterlesenWenn ich eine eigene Rubrik hätte,
bräuchte ich solche L i e b h a b e r f o t o s nicht in Watching the detectives zu setzen.
Dünne Männer bei 3sat
Detektiv Nick Charles und seine Frau Nora, na, wer hat die erfunden? Richtig. Dashiell Hammett. Und wer hat sie gespielt? Falsch. Auch falsch. Ganz falsch. Es waren William Powell und Myrna Loy, inszeniert von W.S. Van Dyke. Zu Tagesmensch-freundlichen Zeiten werden die dünnen Männer jetzt von 3sat gesendet, immer montags um zwei Uhr (mittags). Am 2. April kommt „Der dünne Mann“; am 16. April „Nach dem dünnen Mann“; am 23. April „Noch ein dünner Mann“, am 30. April „Der Schatten des dünnen Mannes“ und am 7. Mai, „Der dünne Mann kehrt heim“. Alle dünnen Männer entstanden zwischen 1934 und 1944.
Neue Kategorie „Anobella“
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Mitarbeiterin präsentiert Hinternet die neue Rubrik „Anobella – Bloggen im Exil“. Taräääää!
(Der Chef)
* säubert das schwarze Brett
Makro-scoop
Nein, die Routine des Bloggens macht mir immer noch Spaß. Aber die Routine ist ein Feind der Versuchung, die Versuchung aber immer Vorstufe des Versuchs, der Versuch Vorstufe des Neuen, das Neue eine potentielle Tür zum bisher Unbekannten. Unklare Worte. Also konkret: Es wird eine deutsche Krimizeitschrift geben. Sie heißt makro-scoop, erscheint quartalsweise, ist ein Experiment, hat mindestens 16, höchstens 32 Seiten und einen einzigen Autor. Die kleinste Krimizeitschrift der Welt?
WeiterlesenJohn Connolly: Nocturnes
John Connolly als Meister der kleinen Form? 15 Geschichten, deren kürzeste 11 und die längste 121 Seiten lang ist. Grenzgänge und –überschreitungen zur Phantastik, der Thrillerautor als Schöpfer kurzer Horrorminiaturen – kann das gut gehen? Es geht, und wie. Schon in seinen recht umfangreichen Romanen ist Connolly ein hervorragender Schöpfer mannigfaltiger Stimmungen, die Beschränkung auf wenige Seiten zeigt, WIE gut er wirklich ist. Ihm reichen Andeutungen, kurzes Aufflackern von Gewalt, um Düsternis und Bedrohung sehr anschaulich darzustellen.
WeiterlesenMaria Taylor: Lynn Teeter Flower
Nach dem gelungenen Solodebüt „11:11“ legt Maria Taylor jetzt nach und klingt auf ihrem neuen Album konzentrierter und kraftvoller. ‚Eingängigkeit‘ ist in diesem Kontext kein Schimpfwort und beschreibt am besten den Schritt, den „Lynn Teeter Flower“ geht. Klassische Folk-Pop-Songs, die keine Angst vor Refrains haben und sich mit netten Arrangement-Gimmicks aufhübschen. Man kennt die Mischung aus Folk, Elektronik und Orgel schon, aber die Songs sind einfach sympathisch.
WeiterlesenGrinderman: Grinderman
Schluss mit Vorworten zum Markus-Evangelium, Schluss mit schwermütigen Songs über die Sinnsuche – jetzt wird in den Schritt gegriffen. Muss auch gar nicht der eigene sein und wenn doch, gibt’s halt den „No Pussy Blues“.
WeiterlesenMalcolm Middleton – A Brighter Beat
Schon nach den ersten Sekunden des aktuellen Soloalbums des einstigen Arab Strap-Mannes ist die Überraschung groß. Nix Singer/Songwriter-Pop wie noch zuvor. Nix Arab Strap-Nachwehen. Flott, poppig und energisch legt „We’re All Going To Die“ los. Der Opener klingt wie ein Befreiungsschlag, ein Neuanfang.
WeiterlesenQiu Xiaolong: Rote Ratten
Shanghai, die Weltboomtown, wird immer krimitauglicher. Eben hat noch der →Fengshui-Detektiv einen weißen Elefanten durch die hektische Stadt gejagt, jetzt folgt Oberinspektor Chen weitaus gefährlicheren Tieren: „Roten Ratten“, korrupten und skrupellosen Parteikadern, die mit Gangstern gemeinsame Sache machen.
WeiterlesenCold War Kids: Robbers & Cowards
Angeblich sind die Cold War Kids, wie vor ihnen schon Clap Your Hands Say Yeah und die Arctic Monkeys, Lieblinge der Internetmusik-Stöberer. Nach drei Singles erscheint dieser Tage ihr Debütalbum ‚Robbers & Cowards‘. Nun gilt es, dem Hype standzuhalten und auch noch die letzten Zweifler zu überzeugen.
WeiterlesenKante Plays Rhythmus Berlin
Kante im Akkord. Gut ein halbes Jahr nach „Die Tiere sind unruhig“, erscheint eine eher ungewöhnliche Kante-Platte. Der Operndramaturg Jan Dvorak bat Sänger Peter Thiessen um die Texte für das Revue-Theaterstück „Rhythmus Berlin“ und der lies sich nicht lange bitten und drechselte feine Verse um fremde Musik.
WeiterlesenIdlewild: Make Another World
Um Idlewilds neue CD einordnen zu können, muss man einen Umweg über das lohnenswerte Soloalbum von Roddy Woomble machen. Auf „My Secret Is My Silence“ lässt der Idlewild-Sänger seiner Folk-Vorliebe freien Lauf und scheint damit wieder Raum zu haben für die zupackenderen Klänge seiner Band.
WeiterlesenRache und Inseln

Drei Krimis in der Schnellkritik. Nummer eins und Nummer zwei haben nicht nur den Verlag, sondern auch das Thema gemein. Nummer zwei und drei sind Inselromane und stammen von „Monopolisten“. Und alle drei handeln von Rache.
WeiterlesenThe Good, The Bad And The Queen: –
Damon Albarn will partout nicht zur Ruhe kommen. Wenn nicht Blur bei ihm auf der Tagesordnung stehen, dann die Gorillaz. Und wenn nicht die, dann Musikprojekte in Afrika oder vielleicht die Band, die keinen Namen hat, von der aber das Album ‚The Good, The Bad And The Queen‘ erschienen ist. Albarn hat sich hierfür mit Paul Simonon, bekannt geworden mit den unvergesslichen The Clash, Simon Tong (Ex-The Verve, danach The Shining) und Tony Allen, dem einstigen Schlagzeuger von Fela Kutis Band Africa 70, zusammengetan. Von einer „Supergroup“ will Albarn aber nichts wissen. Das tut er als „dummes Geschwätz“ ab.
WeiterlesenDer tolle Graf
…heißt ein Roman von J.D.H. Temme aus dem Jahr 1862. Und aufmerksame LeserInnen ahnen es schon: Aha, den gibts ab sofort in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“. Genau.