WeiterlesenHalten Sie die Forderung von CDU-Politikern, „Counterstrike“ zu verbieten, für sinnvoll?
Nein. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Egoshooter-Spiele wirklich die Gewaltbereitschaft steigern. In Japan spielen Hunderttausende „Counterstrike“, ohne dass es einen empirisch überprüfbaren Anstieg realer Gewalt zur Folge hat. Genau die gleiche Debatte gab es auch nach Erfurt schon. Man will halt gerne etwas tun. Das ist ja verständlich, aber das macht ein Verbot nicht plausibler.
Die ambivalente Welt der Krokodile
Die Lektüre der →Alligatorpapiere ist nicht immer die rechte Frühstückskost. Nachdem ich mich von dem Schock erholt habe, dass der geschätzte →Andreas Ammer Ani lobt und Horst abwatscht, muss ich jetzt auch noch hautnah erleben, wie Kollege Wörtche →„Die Peinigung der Begriffe“ geißelt. Es geht, na so was, auch hier um Literatur und Trivialitäten, ist bekömmlicher als ein Frühstücksei, braucht aber zum Lesen länger als jenes zum Hartwerden. Und wirft erneut die Frage auf, wann wir endlich einen gesammelten Wörtche haben werden, den wir neben die Kaffeetasse legen können, um ihn mit dem köstlichen Inhalt derselben gebührend zu beflecken.
Domenic Stansberry: Chasing the Dragon
Auch für den amerikanischen Autor Domenic Stansberry gilt wohl, dass gute Arbeit nicht unbedingt Gewähr dafür ist , von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Als letztes Jahr sein Buch „The Confession“ den Edgar, Kategorie „Bestes Taschenbuch“ gewann, löste dieses zwar, da einige Kritiker das Buch gröblich missverstanden, einige Diskussionen aus. Solche zugespitzten Diskussionen zwängen jedoch häufig Autoren in Schablonen, die Ihnen nicht entsprechen. Auch bei Domenic Stansberry ist es so, dass Ton und Stil von „The Confession“ sich mit jenem Buch erschöpft hatten und nicht typisch für den Autor sind.
WeiterlesenRobert Altman
Der US-amerikanische Filmregisseur stirbt 81jährig in einem Krankenhaus in Los Angeles an Leukämie.
Zu seinen bekanntesten Filmen zählen „M*A*S*H“, „McCabe und Mrs. Miller“, „Nashville“ und „Short Cuts“. 2006 gab´s – gerade noch rechtzeitig – den Ehrenoscar fürs Lebenswerk.
Sadat X: Black October
Als Mitglied von Brand Nubian kennt man Sadat X seit einigen Jahren. Natürlich auch als Solomusiker, schließlich ist sein neues, düsteres Album ‚Black October‘ bereits sein vierter Soloausritt.
WeiterlesenLittell / Hochgatterer oder Das Kriminal und der Roman

(Eigentlich wollte ich, so gegen Ende des Jahres, am Beispiel des überragenden Werkes der vergangenen 12 Monate ein paar Thesen zur artgerechten Exegese von Kriminalromanen formulieren. Das Werk ist natürlich Robert Littells „Die kalte Legende“; aber dann habe ich Paulus Hochgatterers „Die Süße des Lebens“gelesen und erkannt, wie schön doch die Betrachtung dieses Buches zur Betrachtung von Littells Text passt. Deshalb jetzt sofort, mit noch frischen Leseeindrücken, die zwar präzisierten und praktisch untermauerten, aber immer noch skizzenhaften Thesen.)
WeiterlesenErin Hart: Kalte Umarmung

(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)
WeiterlesenKrimischreiben ist Frauenrecht
Dass sie sich jemals an Krimis versucht hätten, ist von unseren aktuellen Kämpferinnen für die Rechte der Frau, also von Alice Schwarzer bis Eva Herman, nicht bekannt. Eine große Vorfahrin indes, Jenny Hirsch, wirkte nicht nur für ihre Geschlechtsgenossinnen, sondern auch für die geschlechtsübergreifende Spezies der KrimileserInnen. „Ein seltsamer Fall“, erstmals um 1912 (zehn Jahre nach dem Tod Hirschs) unter dem Pseudonym F. Arnefeld veröffentlicht, steht nun in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ zum Lesen und Herunterladen bereit. Männer zahlen nichts, Frauen die Hälfte.
Jeffery Deaver: Hard News
Nehmen wir mal an, ein Konditor soll uns einen Kuchen backen. Wir schauen ihm über die Schulter und stellen entsetzt fest, dass der Bursche die falschen Zutaten verwendet. Eier Wochen über dem Verfallsdatum, klumpendes Mehl, Tabakkrümel statt Schokostreusel. Essen wir diesen Kuchen? Bestimmt nicht. Auch Krimis, die aus falschen Zutaten zusammengerührt wurden, wollen wir eigentlich nicht lesen. Heißt ihr Autor allerdings Jeffery Deaver, sollten wir es dennoch versuchen.
WeiterlesenInhaltsangabe
Und wieder legen wir erschöpft den Griffel aus der Hand: fertig. Über 80 Seiten, ein Interview mit der Autorin inklusive sowie die Auswahlbibliographie von Herrn Przybilka. Jetzt alles an den Alten vom Wuppertaler Berge geschickt, auf dass er es schön setzen möge. Umschlag. Hm, kleines Problem, aber das kriegen wir schon hin. Und was steht denn nun drin in
WeiterlesenMichael Connelly: The Lincoln Lawyer
Wieder einmal hat Michael Connelly seinen Serienhelden Harry Bosch im Stich gelassen und mit „The Lincoln Lawyer“ einen Krimi geschrieben, der ein wenig quer zu den üblichen Regeln des Genres steht. Diese Buch um den Strafverteidiger Mickey Haller, mit seinen gut gemachten Gerichtsszenen kann man als Gerichtsdrama lesen; aber eigentlich ist Haller nicht nur ein Anwalt der um seine Mandanten kämpft, sondern er ist selber ein Beteiligter, einer der plötzlich für sich selber kämpfen muss. „The Lincoln Lawyer“ ist deshalb wohl eher als Thriller denn als Gerichtsdrama zu bezeichnen.
WeiterlesenEin Vielschreiber mit Niveau
… war dieser Walther Kabel, dessen Held Harald Harst allein 372 Abenteuer bestehen musste, bevor die Nazis befanden, ein deutscher Detektiv sei nicht mehr zeitgemäß, da ja ab sofort keine deutschen Verbrechen mehr stattfinden konnten. Zwei Geschichten gibt es nun in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“, Abteilung frühes zwanzigstes. Und die Mitteilung, dass der „Jahresband 2006“ nun doch erst im Januar 2007 erscheinen wird. U.a. wegen zu magerer Subskriptionsausbeute. Traurig, das.
Der Mehrfach-Mord
(Ex-Kommissar Wickius, nach einer Intrige denk- und kommentarfauler Blogleser seines Amtes enthoben und in den vorzeitigen Ruhestand geschickt, kennt die Verbrechens- und Kriminalliteratur der letzten ca. 2500 Jahre in- und auswendig, er löst jeden Fall, indem er das literarische Muster dafür sucht. Und Sie? Wissen auch Sie, welche klassischen Fälle den hier in loser Folge geschilderten Mordtaten zu Grunde liegen? Dann nichts wie ran an die Kommentarfunktion! Für alle Unbelesenen gibt es die Auflösung immer ein paar Tage nach der Veröffentlichung der Geschichte.)
WeiterlesenJack Palance
Der US-amerikanische Schauspieler stirbt 87jährig.
WeiterlesenEin Stern leuchtet
Und zwar „der Stern der Anthold“. Was das ist? Ein alter Krimi von Adolf Streckfuß. Wurde soeben in die →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ eingestellt. Kostet nix. Wegen Weihnachten und Stern.
Valerio Varesi: Die Pension in der Via Saffi

(Weihnachten naht. Und mit ihm die Frage: Welche Krimis schenke ich meinen Liebsten? Jeder weiß: Das kann ins Auge gehen und langjährige Freundschaften abrupt beenden. Doch keine Angst: Hinternet hilft. Die Krimiredaktion hat einige aktuelle Spitzenprodukte der Spannungsindustrie unter die Lupe genommen und ihnen den jeweiligen Idealtypus Leser (hier „Geschenkempfänger“ genannt) zugeordnet. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.)
WeiterlesenPentti Kirstilä: Schwarzer Frühling
Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger, als viele deutsche Krimiautoren noch auf Bäumen lebten und ihre Leser mit soziologischen Wortbrocken bewarfen, da übte Pentti Kirstilä schon den aufrechten Gang. Kaurismäki hatte den Finnen-an-sich noch nicht filmisch entworfen, diese Mischung aus Sentimentalität und Suff, Schweigsamkeit und Selbstmordanfälligkeit, aber wer wollte, der konnte in Kirstiläs Romanen bereits einen Prototyp dessen erkennen. Wer wollte – und konnte. In Deutschland konnte man nicht, auch der Skandinavien-Boom der Neunziger brachte die Krimis Kirstiläs nicht zu uns, erst jetzt unternimmt Grafit das lobenswerte Projekt, Hanhivaaras Fälle einen nach dem andern hierzulande zu veröffentlichen. „Schwarzer Frühling“ heißt das aktuelle Stück.
WeiterlesenThe Passing Show: The Life & Music of Ronnie Lane
Die Erstellung dieser TV-Dokumentation, die jetzt auch endlich auf DVD erhältlich ist, zog sich über fünf Jahre hin! Aber es hat sich gelohnt, wie man schon im Januar 2006 bei der BBC-Erstausstrahlung sehen und hören konnte. Die beiden Realisatoren, Rupert Williams und James Mackie, haben gründlich und mit viel Liebe zum Detail recherchiert und zahllose Gespräche mit Weggefährten, Freunden und Familienangehörigen Ronnie Lanes geführt. Ronnie Lane? Wer war denn das noch mal?
WeiterlesenAlbert Hammond Jr.: Yours To Keep
Das erste Soloalbum aus dem Strokes-Camp kommt von Gitarrist Albert Hammond Jr. Laut seiner Aussage schreiben derzeit auch seine Kollege an Songs. Konkrete Solopläne verfolgen sie aber noch nicht. Dafür soll im Frühjahr die Arbeit am nächsten Strokes-Album beginnen. Bis dahin wird die Band eine wohlverdiente Auszeit nehmen und Hammond Jr. sich ganz seinen Soloaktivitäten widmen.
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