Nachwuchskritiker Jochen König, dessen trauriges Schicksal – seit Monaten wegen fortgeschrittener Harlancobenphobie in psychiatrischer Behandlung – wir an dieser Stelle schon beklagten, hat uns nun ein weiteres Indiz für seine schwere Erkrankung zukommen lassen. Eine Rezension wie aus dem Ärmel der Zwangsjacke geschüttelt – die Ausbildung bei „watching the detectives“ lässt sich nicht verleugnen. Jochen, wir halten zu dir!)
WeiterlesenJa mei, die Wahrheit…
Den ersten „modernen Krimalroman“ möchte →Kollege Ludger Menke im Auftrag wissbegieriger Leser eruieren – und der Haken ist natürlich dieses „modern“. Wie bestimmt man nun diese Zeitenwende, diesen Punkt, an dem etwas Etabliertes obsolet, etwas Neues aktuell wurde? Geht das überhaupt? Na, versuchen wir’s mal mit einer geistigen Stampede über die Steppen der Literaturgeschichte – und traben am Ende erschöpft auf die Weide zurück.
WeiterlesenMichael Weston King: Love’s A Cover
Keine schlechte Idee, die Zeit (nicht nur) für die Fans bis zum nächsten Studioalbum mit einer zwar nicht sehr originellen, aber gelungenen Compilation zu überbrücken. Der inzwischen in Birmingham beheimatete Singer/Songwriter mit dem gewissen Schmelz in der Stimme erweist Idolen und befreundeten KollegInnen seine Reverenz. Bei Live-Auftritten baut Michael Weston King (MWK) bekanntlich immer mal wieder gerne Coverversionen ein, vorzugsweise keine sog. „Klassiker“, sondern weniger bekannte, aber durchweg hörenswerte Songs.
WeiterlesenLevellers: Chaos Theory
In jeder musikalischen Sozialisierung gibt es initialzündende Bands. Als ich Anfang der 1990er Jahre nur die letzten Takte von „15 Years“ gehört habe, entbrannte eine mühsame (internetfreie!) Suche nach der Band, von der ich leider nicht den Namen wusste. Auch wenn diese Begeisterung viele Federn lassen musste, kann man Levellers auch heute noch zugestehen, dass sie einige Alben lang eine wichtige und vor allem wuchtige Band waren.
WeiterlesenAllan Guthrie: Kiss her Goodbye
Dieses ist die vierte Besprechung eines der diesjährigen Kandidaten für den Edgar, Kategorie „Bestes Taschenbuch“.
WeiterlesenKrimis schweben vorüber
Wo? Natürlich in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“. Oder genauer: In ihrem Appendix „Frühes 20. Jahrhundert“. „Ursula schwebt vorüber“ heißt die Neuanschaffung des 1931 verstorbenen Walther Harich, der nebenbei ein veritabler Literaturwissenschaftler und Vater des Philosophen Wolfgang Harich war. Ach ja: Und wer alle bis Ende 2006 veröffentlichten Texte auf einer CD haben möchte (mit bequemer Navigation und zusätzlichen Extras, und das alles für 5 €), der / die schaue auch mal auf die Seite.
Ein Blick ins Krimijahrbuch 2007
Die gute Nachricht: Es wird ein Krimijahrbuch 2007 geben. Die noch bessere Nachricht: Wir widmen uns diesmal auch verstärkt dem Film- /TV-Krimi. Die beste Nachricht: Wer jetzt bestellt, wird beschenkt.
WeiterlesenSo helft uns doch!
Die →Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts nimmt langsam, aber unaufhaltsam Konturen an. Fleißige Hände legen alte Krimis auf moderne Scanner, seit wir auch das frühe 20. Jahrhundert unter unsere Fittiche genommen haben, kriechen die verstaubten Schwarten aus allen Ecken und schreien: „So digitalisiert uns doch für die Ewigkeit!“
WeiterlesenSpiek to me
Aber das tut sie ja pausenlos. Die Biermann im Radio, das ist alleweil besser als der Biermann im Fernsehen. Diesmal sogar eine Woche früher als sonst, heißt es morgen wieder „MENSCHEN-ORTE-KRIMINALITÄT“, im RBBinfoRADIO 93,1, 4.November 2006 um 11:45 Uhr hören wir Pieke Biermanns Porträt von „Mitch Cohen, Opfer von Kriminalität ohne Täter“, es geht um Stalking, und da kennen wir uns aus. Folgen wir doch pausenlos und hartnäckig der Stimme Piekes durch den Äther.
WeiterlesenIdeale Leser
Ein ruhiger Morgen in den Redaktionsräumen von Hinternet. Fräulein Katja wiegt den Kronprinzen, Nachwuchskraft Jochen König büffelt für den Jagdschein, Kollege Bernd Kochanowski grübelt über seiner neuen Doktorarbeit, „Bakterienkrimis im Wandel der Zeiten“. Dass sich Fräulein Anobella die Fußnägel lackiert, ist inzwischen zum festen Anblick eines jeden beginnenden Arbeitstages geworden und wird nur noch von dpr, dem Fahnenträger des guten Anstands, bemängelt. Was aber ist mit dem Chef los? Walter tigert durch die Räumlichkeiten, dann bleibt er am Redaktionstisch stehen und flucht in die Runde: „Und welchen Krimi schenke ich meinem Onkel Erwin zu Weihnachten? Hä?“
WeiterlesenDas Treffen von Schwerte
( „Zur Ästhetik der Kriminalliteratur“ – so lautete der Titel einer Tagung, die vom 31. Oktober–1. November 2006 im Haus Villigst bei Schwerte über die Bühne ging. Unser Gesellschaftsreporter Joachim Feldmann hat sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und erstattet nun exklusiv Bericht (bevor er sich wieder seinem anderen Steckenpferd, der verdienstvollen Zeitschrift →„Am Erker“ widmet.)
WeiterlesenNorbert Horst: Blutskizzen
Leichensache – Todesmuster – Blutskizzen. Schon die Titel der Kriminalromane Norbert Horsts weisen den Weg; vom Konkreten über das Abstrakte hin zum Vorläufigen. Es ist der umgekehrte Weg, auf dem Ermittler gemeinhin vorwärts schreiten, Ermittler, die Polizisten oder Schriftsteller sein können oder, wie im Falle Norbert Horsts, beides Blutskizzen. Konstantin Kirchenberg und KollegInnen werden mit einem Serienmörder konfrontiert, der ältere Männer tötet und nackt in Müllcontainern entsorgt. Die Ermittlungen laufen an, erste Muster kristallisieren sich aus dem Faktengemenge, frühere unaufgeklärte Morde passen ins Raster und recht bald schon gerät ein Tatverdächtiger ins Visier der Beamten. Er, jetzt biederer Buchhalter, Familienvater und Mitglied einer christlichen Sekte, ist schon einmal wegen des Mordes an einem älteren Mann verurteilt worden, und die Indizien, dass er weiterhin tötet, verdichten sich bis zur Gewissheit.
WeiterlesenHope Of The States: Left

Zu den bekanntesten Britpop-Bands zählten Hope Of The States nie. Dabei haben sie einige ganz überragende Songs geschrieben: etwa „Sing It Out“ vom aktuellen Album „Left“. Ein treibender, hypnotischer Britpop-Song.
WeiterlesenMaximilian Hecker: I’ll Be A Virgin…
Der Berliner Sänger und Multiinstrumentalist Maximilian Hecker bleibt seiner bisherigen Linie treu. Auch Album Nummer vier wird von wunderschöner Melancholie beherrscht.
WeiterlesenHatebreed: Supremacy
Der Bandname, zu deutsch: Hassbrut, ist weiterhin Programm. Hasserfüllte, wütende Songs sind auch auf „Supremacy“, dem fünften Album der New Yorker Hardcore-Band, bestimmend.
Nur gelegentlich wird das Tempo gedrosselt. Und dennoch verlieren die Songs nichts an ihrer Brutalität. Dass Dauer-Brüller James Jasta noch nicht seine Stimme verloren hat, ist mehr als erstaunlich.
(7 Fritten)
Hatebreed: Supremacy
Roadrunner/Universal
VÖ: 25.8.2006
Wickerts Bücher
befasst sich morgen mit Krimis (Wickert:Jetzt wirds spannend!); genauer mit Friedrich Ani, Anne Chaplet und Henry Hübchen. Und das zur grandiosen Sendezeit von 23. Uhr 15 in der ARD.
Anobella
*seppelt leider zur Sendezeit durch die Pfalz
Box Codax: Only An Orchard Away
Man sollte meinen, Nick McCarthy sei mit seiner Band Franz Ferdinand vollkommen ausgelastet. Doch der Gitarrist fand die Zeit, um mit seinem Freund Alexander Ragnew seine Liebe für 80er Jahre-Electro in Songs umzuwandeln. Leider.
Dies hier ist naiver Electro/Indie-Irrsinn ohne viel Tiefgang, den man getrost überhören kann.
(3 Fritten)
Box Codax: Only An Orchard Away
Gomma/Groove Attack
VÖ: 29.9.2006
The Pipettes: We Are The Pipettes
„We are The Pippetes, the prettiest girls you’ve ever met“, heißt es gleich zu Beginn. The Pipettes haben nicht nur Charme, sondern auch Humor.
Seit einigen Wochen werden sie schon als das nächste Hype-Thema gehandelt. Nicht ganz unbegründet. Die drei Ladies aus Brighton bezaubern mit ihrem amüsanten (nicht lächerlichen!) 60er Jahre-Surf/Trash-Sound. Live werden sie übrigens von Electric Soft Parade- und Brakes-Musikern unterstützt.
(8 Fritten)
The Pipettes: We Are The Pipettes
Memphis Industries/Rough Trade
Thomas Maeder: Die unglaublichen Verbrechen des Dr. Petiot
Wären „Die unglaublichen Verbrechen des Dr. Petiot“ das Produkt einer Autorenphantasie, man würde das Buch mit spitzen Fingern anfassen – um es in den nächsten Papierkorb zu expedieren. Nichts ist eindeutig. Hat Dr. Petiot im von den Deutschen besetzten Paris der vierziger Jahre 20, 60 oder über 100 Menschen vom Leben in den Tod befördert? Wie hat er das überhaupt angestellt? Wer war Mitwisser? Warum verhalten sich Polizei und sonstige Staatsgewalt derart tölpelhaft? Warum widersprechen sich Zeugen so offensichtlich und ändern ihre Meinung so häufig und unbegründet? Ist ein Prozess, gegen den die Grotesken des „Königlich-Bayrischen Amtsgerichts“ wie Bilder aus dem Leben wirken, tatsächlich in der nüchternen Wirklichkeit vorstellbar?
WeiterlesenSekundärliteratur: Stefan Harbort, Das Serienmörder-Prinzip
Stefan Harbort, stellvertretender Leiter eines Kriminalkommissariats beim Polizeipräsidium Düsseldorf, hat sich über 15 Jahre lang mit Serienmördern beschäftigt. Er hat sie getroffen, Briefe gewechselt und seine Erfahrungen/Erkenntnisse in einem Buch mit dem Titel Das Serienmörder-Prinzip zusammengefasst. Es beruht auf über 50 Interviews. Unter anderem beschreibt er den Fall eines amerikanischen GI`s, der bis fünf Minuten vor seiner ersten Tat nicht wusste, was auf ihn zukommt. Er sagte: „Die meisten Menschen wissen nicht, wozu sie fähig sind.“
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