Es gab bislang schon einige Gründe, Schandmaul etwas seltsam zu finden. Aber dank ihrer unbekümmerten Attitüde hat man an manchen Stellen großzügig ein Auge zugedrückt. Nun liegt „Mit Leib und Seele“, das fünfte Studioalbum des Sextetts, vor und nüchtern betrachtet wird es jetzt etwas zu viel.
WeiterlesenSkin: Fake Chemical State
Da kann man sich schon mal am kahl rasierten Kopf kratzen. Während sich ex-Skunk Anansie-Sängerin Skin mit ihrem Debüt „Fleshwounds“ von den wilden Tönen abwandte, krabbelt sie jetzt wieder reumütig zurück in ihre alte Schublade: Haare ab, böse gucken und Radau machen. Emanzipation hatte ich mir anders vorgestellt.
WeiterlesenFußballsammelbildchen 4

raphael
Die logische Welt des Frank Heller
Frank Hellers „Marco Polos Millionen. Psychoanalytischer Kriminalroman“, 1928 erstmals veröffentlicht und im folgenden Jahr als 6. Band der „Roman-Rundschau“ neu aufgelegt, ist das Musterbeispiel eines „Schachromans“. Das Gute macht seine Züge, das Böse reagiert – oder umgekehrt. Und doch ist es, um es mit → Franz Blei zu sagen, ein Krimi „mit albernen Voraussetzungen“. Genau das macht ihn stark.
WeiterlesenHoltei-Lob
Das vernimmt man doch gern, wenn Thomas Klingenmaier in der heutigen Ausgabe der → Stuttgarter Zeitung schreibt:
WeiterlesenKrimi und Uni
By the way: Für das SS 2006 ist an der Universität des Saarlandes, Fachbereich Germanistik, ein „Krimiseminar“ angesetzt. Ich verfolge die weitere Entwicklung mit Interesse und berichte gegebenenfalls darüber. Vielleicht schreib ich mich ja als Gasthörer ein…
Andreas Hoppert: Zug um Zug
Der Kriminalroman als Schachaufgabe: Vorbereitung – Eröffnung – Mittelspiel – Endspiel. Akkurat nach diesem Muster hat Andreas Hoppert seinen neuen Krimi „Zug um Zug“ aufgebaut, einen „Gerichtsthriller vom Allerfeinsten“, wie der Klappentext klappert und tollkühn hinzufügt: „die deutsche Antwort auf Grisham“. Naja. Ein gelungener Krimi aus dem Gerichtsmilieu – das reicht doch auch, oder?
WeiterlesenI Love You But I’ve Chosen Darkness: Fear Is On Our Side
Zumindest namenstechnisch haben I Love You But I’ve Chosen Darkness alle Vergleiche gewonnen. Während sich alte und neue musikalische Verwandte mit kurzen Namen wie Joy Division oder Interpol schmücken, klingt der Bandname der Amerikaner wie der Anfang eines Gedichts.
WeiterlesenKrimikritik 1929
Der Literat Franz Blei, 1871 wohlhabend in Wien geboren, 1942 im Armenhospital von Westbury / New York gestorben, war ein rühriger Mensch. Er dichtete, er gründete Literaturzeitschriften, er förderte die Talente (Musil, Kafka, Robert Walser), er entdeckte die Vergessenen (ETA Hoffmann, Karl Philipp Moritz) neu. Und er schrieb „Zu Kriminalromanen“. So lautet der Titel jener kleinen Abhandlung in der Nr. 6 der „Roman-Rundschau“ von 1929.
WeiterlesenVIVA quizzt

Als ob die ganzen nervigen Klingeltonwerbungen nicht schon schlimm genug wären, hat sich VIVA jetzt auch noch ein nächtliches Quiz eingefangen – mit kostenpflichtigen Anrufen und einem Moderator, der pflichtschuldigst jede Menge Zeit totlabert. Aber wenigstens kann man bei VIVA formulieren wie bei keinem anderen Anrufsender:


Vanden Plas: Christ 0
Ausgerechnet die Pfalz rettet den Prog-Rock. Nicht dass die musikalische Qualität von Vanden Plas jemals im Vergleich zu ihrer Herkunft Kaiserlautern stand, aber ein so überragendes Album hätte ich von dem Quintett nicht erwartet.
WeiterlesenNoch ein Lob
Natürlich ist die bezaubernde und hochtalentierte Kriminaldichterin → Anobella befangen, wenn es um das → Krimijahrbuch 2006 geht. Doch wer sie kennt, der weiß: Sie ist auch integer. Was sie sagt, das stimmt einfach. Und was sagt sie so?
WeiterlesenSchlussfolgerung
Weiterlesen„Daß die Menschheit die Macht hat, zu strafen, das ist die Ursache jeder geistigen Rückständigkeit. Gäb‘ es keine Strafen, so hätte man längst schon Mittel gefunden, Verbrechen unmöglich, überflüssig und aussichtslos zu machen. Wie weit wären wir in allem, wenn wir Galgen und Kerker nicht hätten! Wir hätten Häuser, die nicht Feuer fangen, und es gäbe keine Brandstifter. Wir hätten keine Waffen mehr, und es gäbe keine Meuchelmörder. Jeder hätte, was er braucht und was er sich ersehnt, und es gäbe keine Diebe. Manchmal kommt mir der Gedanke: Wie gut es ist, daß Krankheit kein Verbrechen ist. Sonst hätten wir keine Ärzte, nur Richter.“
Alan Furst: Dark voyage
In Deutschland scheint nur Tobias Gohlis Alan Fursts Lied zu singen: Schon zweimal hat Gohlis dem Lob des Autors kostbaren Platz in seiner monatlichen Kolumne in der ZEIT zur Verfügung gestellt. Sehr groß ist ansonsten in Deutschland die Resonanz auf neue Bücher des Autors nicht. Zwei DKP aus den 80er Jahren zeigen, dass das einmal anders war. Der Edgar 1976 für den besten Erstling des Jahres bezeugt zudem, dass hier ein ehemaliges Talent und ein nunmehr routinierter Autor schreibt.
WeiterlesenHundred Reasons: Kill Your Own
Dem Genre Emo ging in letzter Zeit rapide die Luft aus. Keiner will mehr dazu gehören zu den bebrillten Gefühlsduselern mit Playmobil-Frisur. Bands, die gestern noch Emo waren, wollen jetzt wieder Indie sein und die kleine Schwester „Screamo“ ist auch keine Schublade, in der man feststecken will.
WeiterlesenThe Appleseed Cast: Peregrine
Das eröffnende Instrumental „Ceremony“ lässt noch nicht erkennen, um welche Band es sich handelt, aber beim direkt darauf folgenden, postrockenden „Woodland Hunter (Part II)“ kommt man schon kurz ins Grübeln, ob man wirklich die neue Appleseed Cast eingelegt hat. Ungestüm und rau poltert es aus den Boxen und schnell wird klar: Hier hatte keiner Lust auf Kuschelkurs.
WeiterlesenRaised Fist: Sound Of The Republic
Wer hätte gedacht, dass Raised Fist überhaupt noch einmal ein Album veröffentlichen würden? Schließlich erschien das letzte, ‚Dedication‘, im Jahr 2002. Vier Jahre Pause – zumindest veröffentlichungstechnisch – das ist an den Jungs aus dem hohen Norden nicht spurlos vorüber gegangen.
WeiterlesenUrbs & orbs

raphael
Ostergruß
„Heute ist mir“, bemerkt Chef Walter sardonisch lächelnd, „irgendwie danach, jemanden ans Kreuz zu nageln. Ich weiß auch nicht warum. Na, dpr, keinen Verriss in der Schublade?“
WeiterlesenMorningwood: Morningwood
Vorsicht ist geboten, wenn es heißt: „One of the hottest bands changing the New York soundscape“. An solch einem Spruch hat man sich schnell die Finger verbrannt. „Heiß“ trifft auf jeden Fall auf Morningwood-Frontfrau Chantal Chalet zu. Doch das nur am Rande. Morningwood sind zweifelsohne eine wilde Band. Der Album-Opener „Nü Rock“ ist ein Kracher.
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