Suomi/Finland: Der exotische Norden Europas, Land der Seltsamkeiten (wie den Leningrad Cowboys), in dessen Resteuropäern vollkommen fremden Sprache laut Max Goldt alle Interrail-Reisenden ein paar Zahlen aufzählen konnten, wenn mal wieder der Gesprächsstoff ausging.
Das Münchner Label Trikont verbreitet hierzulande Tango-Kultur aus der nordischen Fremde, zu Recht auf den Kultus der Seltsamkeit setzend. Hauptzugpferd: Der Jazz-, Tango- und Trash-Künstler M.A. Numminen. Neuestes Produkt: Eine randvolle CD mit Live- und Studioaufnahmen, größtenteils finnische Tangoklassiker, teilweise auch selbstgeschriebenes.
La Linea 1
Ich hab gestern abend fast zwei Stunden lang eine Linie angeguckt. Hör ich da schon die Pfleger, die mich gleich abholen kommen? Ja, wahrscheinlich. Denn dieser Abend war auch ein Selbstversuch: wie lange ertrage ich einen bewegten Strich, der cholerische Ausbrüche kriegt, wenn irgendwas nicht nach seinem Gusto läuft?
Ziemlich lange. Und es geht mir wunderbar dabei. Denn die Linie ist natürlich La Linea. Das kleine Knollenmännchen, das nur aus einem weißen Umriss besteht. Jeder kennt es: es schlendert immer auf einer weißen Linie entlang, die eigentlich eine Fortsetzung von ihm selbst ist. Im Hintergrund wechseln die Farben, es klimpert lustige Jazzmusik, und aus der Linie wachsen die unmöglichsten und überraschendsten Dinge: eine Treppe, ein Fernseher, Tiere, Frauen, Wellen, Gitter und – Löcher! Ende Gelände. Dann kann das Strichmännchen nicht weiter, denn ohne Linie kein La Linea! Und schon geht das wütende Gezetere los. Geduld ist nicht die Sache des Männchens. Erst wenn die Hand des Zeichners erscheint und die Linie verlängert, kehrt wieder Ruhe ein.
WeiterlesenAsian Dub Foundation: Live

Dub ist ja nicht wirklich meine Spielwiese und Asian Dub Foundation dementsprechend bisher an mir vorbeigezogen. Auf der jetzt vorliegenden CD, bzw. DVD prangt ein riesiger Aufkleber „The Best Live Band Ever!“ – da würde ich jetzt nicht direkt meine Unterschrift drunter setzen, aber die Jungs haben echt einen Mörder-Groove.
WeiterlesenAnberlin: Blueprints For The Black Market

Der Ruf des fundamental-christlichen Labels Tooth & Nail ist zweifelhaft, aber zumindest die A&R-Abteilung hat ein Händchen für gute Bands. Nach Acts wie z.B. Further Seems Forever sollte man jetzt für Anberlin die Ohren spitzen. Ein Anzug ist ein Anzug, aber den Unterschied zwischen maßgeschneidert und C&A sollte man doch bemerken.
WeiterlesenLektion 32: Computer und Cirche

Mein Kater hat jetzt auch Internetanschluss. Geht ihm das Futter aus, ordert er mit ein paar flinken Mausklicks (da hat der Bursche Übung!) eine neue Ladung Whiskas bei schlecker.de. Juckt ihn das Schwänzchen, liefert amazon.de umgehend „Blutjunge Kätzchen bestialisch gequält“ an den alten Sadisten.
WeiterlesenThe Beautiful South: Gaze
War der Erfolg von The Housemartins eher quick and dirty, haben sich The Beautiful South um Sänger Paul Heaton und Dave Hemingway seit 1989 einen langfristigen Platz erarbeitet. „Gaze“ überrascht eigentlich nur mit der bereits dritten Sängerin (Alison Wheeler), die es schafft, die engen vokalen Grenzen zwischen pseudo-sexy und debil auszuloten.
WeiterlesenAnberlin: Blueprints For The Black Market
Der Ruf des fundamental-christlichen Labels Tooth & Nail ist zweifelhaft, aber zumindest die A&R-Abteilung hat ein Händchen für gute Bands. Nach Acts wie z.B. Further Seems Forever sollte man jetzt für Anberlin die Ohren spitzen. Ein Anzug ist ein Anzug, aber den Unterschied zwischen maßgeschneidert und C&A sollte man doch bemerken.
WeiterlesenHerr Rossi träumt
So wie Herr Rossi müsste man leben. Sicheren Büro-Job, dazu einen treu sorgenden Hund und wann immer möglich: Abtauchen in exotische Welten. Abenteuer erleben in poppigen Farbräuschen und psychedelischen Paralleluniversen, mit rasanten Actionszenen, surrealen Mini-Opern, steppenden Tierballetten, betrunkenen Raketen, geklonten Prinzessinnen, rasierten Dschungeltieren und – Entschuldigung. Es ging mit mir durch.
WeiterlesenKatja Riemann Oktett: Favourites
Das Buch „Singende Schauspieler“ hat viele dunkle Kapitel. Katja Riemann kann seit „Bandits“ die Finger auch nicht mehr vom Mikro lassen und veröffentlicht mit „Favourites“ ihr zweites Album. Westernhagen muss sich bis heute anhören, dass er den Rockstar nur spielt und wenn Katja Riemann den lasziven Vamp, der sich in einer kleinen Bar im Abendkleid auf dem Flügel räkelt, nur spielt, dann macht sie das sehr überzeugend.
WeiterlesenNatsuo Kirino: Die Umarmung des Todes
Vier unterschiedliche Frauen arbeiten Nacht für Nacht in der Lunch-Fabrik am Band. Als eine von ihnen im Affekt ihren Mann tötet, läuft das Leben der einzelnen völlig aus der Bahn. Von der Monotonie der Fließbandarbeit genauso gefangen wie von der Gleichförmigkeit ihres Lebens werden Masako, Yoshië und Kuniko unausweichlich mit ihren persönlichen Problemen konfrontiert, als sie versuchen, den Mord an Yayois Mann zu vertuschen.
WeiterlesenThree Days Grace
Three Days Grace machen fetten Rock, der vom Mainstream-Highway à la Creed und Nickelback abgebogen ist und trotzdem nicht vom Nu-Metal Pick-Up erfasst wurde. Die famose Band Liquid Gang hat mit ihrem Album „Sunshine“ einen ähnlich druckvollen und wütenden Sound wie das Trio aus Toronto.
WeiterlesenOlli Schulz & der Hund Marie: Brichst Du mir das Herz, dann brech‘ ich Dir die Beine!
Das junge Hamburger GHVC-Label baut sein Repertoire langsam weiter aus. Neu im Stall ist Olli Schulz, der, anstatt immer nur die Verstärker zu schleppen, jetzt selbst auf der Bühne stehen will. Bei seinem Debütalbum handelt es sich um solide produzierten Gitarren-Erzähler-Pop mit vielen ruhigen Balladen. Es hinterlässt den Eindruck von durchaus vorhandenem Singer-/Songwriterpotential, welches aber noch reifen muss.
WeiterlesenMichael Schenker: Forever And More
Nachdem Michael Schenker bei Mascot eine neue Label-Heimat gefunden hat, legt jetzt die alte Plattenfirma mit einer Doppel-Best-Of-CD nochmal nach. Die Auswahl aus neun Alben gibt zwar keinen kompletten, aber doch recht umfassenden Überblick. Specials oder irgendwelche Boni fehlen zwar, aber es geht ja um die Mucke.
(6 Fritten)
Michael Schenker: Forever And More -
The Best Of Michael Schenker (Do-CD)
(Steamhammer/SPV)
31 Knots: It Was High Time To Escape
„Hochnäsiger Indie-Rock“ ist eine Bezeichnung, die ihnen das Magazin „Ox“ verpasst hat. Oder anders gesagt – „It Was High Time To Escape“ ist genau die Sorte Musik, bei der der Gitarrist meiner Band immer sagt: „Ja, bestimmt kein schlechtes Album…., aber hast du nicht vielleicht die neue Alice Cooper?“
WeiterlesenVan Morrison: What’s Wrong With This Picture?
Seit „Hymns To The Silence“ (1991) werden die Alben von Van Morrison immer sehr unterschiedlich aufgenommen. Nach dem schon gelungenen „Down The Road“ ist man sich bei „What’s Wrong With This Picture?“ durch die Bank einig: Dem Meister ist wieder ein großartiges Album gelungen.
WeiterlesenCryptic Slaughter: 2 Re-releases
Zwei Re-Releases, die via Relapse Records ins Haus geschneit kamen. Cryptic Slaughter werden auf zwei Scheiben geehrt, die mit reichlich Bonusmaterial angereichert wurden.
WeiterlesenMuff Potter: Heute wird gewonnen, bitte.
Hinter dem Namen Muff Potter kann sich eigentlich alles verbergen. In diesem Fall ist es ein Punkquartett aus Münster und die vier Jungs haben nicht nur ein Händchen für eingängige Albumtitel. „Heute wird gewonnen, bitte.“ ist alles andere als ein Feuerwerk der Innovationen, aber Muff Potter haben einen Flow in ihren Songs, den man sonst lange suchen muss.
WeiterlesenVertigo
„The Seventh One“ von Toto war exakt die vierte CD, die ich mir gekauft habe. Die wurde, genauso wie der Vorgänger „Fahrenheit“ von Joseph Williams, eingeträllert und suggeriert mir bis heute, dass ich ihn als Sänger noch ein kleines bisschen besser fand als Bobby Kimball. Für Toto-Puristen wahrscheinlich ein Greuel, aber ich wollte nun mal CDs hören; Schallplatten waren Ende der 80er einfach extrem uncool.
WeiterlesenEnon: Hocus-Pocus
John Schmersel (ex-Braniac), Matt Schulz (Let’s Crash) und Toko Yasuda (Blonde Redhead, The Lapse) bilden diese unschlüssige Trio namens Enon, das in so vielen Töpfen rührt, es wird einem beim Hören schwindelig. Indie-, Electro- und Irrsinns-Rock, der stets darauf besteht, schräg und anders zu sein. Hier muss man schon die Nerven bewahren, um von einem Song zum nächsten nicht ob der Stiländerung zu verzweifeln.
(6 Fritten)
Enon: Hocus-Pocus
(Touch & Go/EFA)
Danko Jones: We Sweat Blood
Auch wenn die Coverumsetzung etwas kitschig geworden ist, der Albumtitel passt perfekt zur Musik von Danko Jones. „We Sweat Blood“ ist das dritte Werk der Band und atmet mehr als die beiden Vorgänger Hardrock-Luft.
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