Alice Schwarzer – Romy Schneider. Mythos und Leben

Oft ist es eine Unverschämtheit, wenn der Name des Autors genauso groß geschrieben ist, wie der Name des Buches. Vor allem wenn es eine Biographie ist. Ziehen wir die Tatsache ab, dass der Name „Alice Schwarzer“ schon der Werbewirksamkeit wegen so groß geschrieben ist, ist es trotzdem in Ordnung. Und sehr ehrlich: denn es verhehlt erst gar nicht, dass die Person Romy Schneider durch die subjektive Brille Schwarzers gesehen wird.

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Thine: In Therapy

Thine? Nie gehört. Das erste Album war wohl irgendwo in den Tiefen des Metal angesiedelt, während das neue Werk „In Therapy“ irgendwo im Alternative-Rock zuhause ist. Mit leichten Düsteranleihen rocken die Jungs aus England ziemlich straight los und spätestens nach dem genialen Opener „Best Kept Secret“ faltet sich hier ein Album auf, dem man sich schwerlich entziehen kann. Außer der etwas sperrigen Nummer „“Homewrecker Extraordinaire“ agiert die Band mit so positiver Abgeklärtheit, dass es schon fast ein Wunder wäre, wenn diese Platte keine Aufmerksamkeit erregt.

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Lost Dogs: Real Men Cry

Nach dem Tod von Gene Eugene haben sich die verbliebenen drei Lost Dogs wieder für ein Album zusammengetan und klingen erwartungsgemäß melancholisch. Wohl überlegter, leicht skurriler Country-Folk mit genialen Harmonien und schönen Vocal-Arrangements. Die stilistische Bandbreite ist diesmal zwar etwas enger gesteckt, tut aber der Qualität keine Abbruch.

(7 Fritten)

Lost Dogs: Real Men Cry
BEC Recordings/BV-Music

Live: Xavier Naidoo

München, Olympiahalle, 23.09.02

Biblische Weisheiten im Schunkel-Rhythmus: Xavier Naidoo gab alles für den Herrn

Der Mann will uns ein Rätsel sein: Ist er nun begnadeter Sänger, vorbestrafter Kiffer, streitbarer Sturkopf, ebenso gutaussehender wie militanter Fundamental-Christ oder alles auf einmal? Sein Äußeres gibt vorerst keine Hinweise, die zu einer Antwort führen könnten: Mit Jeans und weißem Hemd gekleidet sieht Xavier Naidoo auf der Bühne der Münchner Olympiahalle ziemlich normal aus. Auch das Bühnenbild ist weit entfernt von Pomp und Plüsch, eng stehen Naidoo und seine Musiker beieinander, lediglich einen kleinen Laufsteg in Richtung Publikum gönnt sich das Konzept. Überraschung geglückt.

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The Inchtabokatables: Ultimate Live

Übertreibe ich, wenn ich bei The Inchtabokatables von einer deutschen Independent-Institution spreche? Ich glaube nicht. In den vergangenen elf Jahren hat sich das Quintett mit seinen Streichinstrumenten den Arsch abgespielt und wahrscheinlich in jedem Ort der Nation die Geigen ausgepackt. Als es das Genre Mittelalterrock noch gar nicht gab, sind The Inchtabokatables wie die Derwische über die Bühne gefegt und haben dieses zu enge Korsett hinter sich gelassen, als andere hinterhergehechelt kamen. Die experimentellen Noise-Ansätze auf den Alben „Quiet“ und „Too Loud“ haben sicherlich den ein oder anderen alten Fan vergrault, der dann wahrscheinlich das gelungene Abschlussalbum „Mitten im Krieg“ nicht mehr mitbekommen hat.

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Gordon Gano: Hitting The Ground

„Hitting The Ground“ ist ein musikalisches Überraschungsei. Drei Alben in einem: Soundtrack für einen Film, der nie einen Vertrieb gefunden hat, Indie-Sampler und ein Soloalbum von Violent Femmes Frontman Gordon Gano. Dieser hat verschiedene Alternative Haudegen dazu vergattert, seine Songs zu interpretieren und allein die Namen lassen das Schmalz in den Ohren zusammenfließen: PJ Harvey rotzt den Titelsong mit debilem Wahnsinn in die Menge, während John Cale in gewohnter Brummigkeit brilliert („Don’t Pretend“).

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Interpol: Turn On The Bright Lights

Sie werden bereits gefeiert und zu den derzeit interessantesten Newcomern aus New York gezählt. Wer in den letzten Monaten gut aufgepasst hat, der wird wissen, dass Interpol letztes Jahr eine EP über das schottische Indielabel Chemikal Underground veröffentlicht haben. Diese legte den Grundstein für erfolgreiche Vertragsverhandlungen mit Matador (USA, Großbritannien) beziehungsweise Labels (Rest Europas). Auf dem Weg zum Studio angelten sich Interpol Peter Kadis (Mercury Rev) und Gareth Jones (Depeche Mode, Nick Cave) für die Produktion ihres Debütalbums und spielten unter deren Regie spannende und atmosphärisch-dichte Songs ein, die mal Indierock, mal Wave, mal Postrock sind.

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Threshold: Critical Mass

Threshold dürfen das. Dass sie sich jeder musikalischen Schublade entziehen, erwartet man inzwischen fast von ihnen, aber es klingt immer noch ungewohnt, dass eine epische Progressive-Band mit solch hymnischen Refrains aufwartet. Aber nicht dass mir jetzt einer an die italienische Drachentöter-Liga und ihre simplen Melodien denkt. Obwohl Threshold auf Hymnus setzen, sind sie erfrischend anders und verschmelzen wie kaum eine andere Combo Artrock, Progressive-Rock und Metal.

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Messiah’s Kiss: Prayer For The Dying

Metalheadz kann man ja die größte Freude machen, wenn die Sachen so richtig schön nach der guten, alten Zeit klingen. Jaja, Vorurteile, ich weiß. Aber gerade deswegen müssten Messiah’s Kiss ziemlich begeistern. Die vier Teutonen haben mit Mike Tirelli zum Glück einen Muttersprachler am Mikrofon, so dass die erste Peinlichkeit schon von allein ausgeschaltet ist.

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Fear Factory: Concrete

Nein, „Concrete“ ist kein neues Album von Fear Factory. Ja, sie haben recht: Die Band hat sich nach dem Ausstieg von Sänger Burton C. Bell aufgelöst. Was nun hinter „Concrete“ steckt? Nun, es handelt sich um ein verschollenes Debütalbum, könnte man sagen. Noch bevor sie bei Roadrunner einen Vertrag unterschrieben und damit ihren Industrial/Metal-Siegeszug antraten, hatten sie diese Songs mit Produzent Ross Robinson aufgenommen. Veröffentlicht wurden sie jedoch nie – nicht offiziell und nie als Bootleg.

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San Dimas: Drowning

Sie tourten bis dato mit solch unterschiedlichen Acts wie Subway To Sally und Motörhead oder eröffneten für Bon Jovi, Billy Idol, Saxon oder Kreator. Dabei haben sie sich einer ganz anderen Musikrichtung verschrieben: Nu Metal. Verrückt, nicht wahr? Die vier Schweizer, die sich früher Mud Slick nannten (von 1993 bis circa 2000), dann aber den Namen einer kalifornischen Stadt vorzogen, versuchen, dem Genre Neues abzugewinnen.

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