Jason Loewenstein: At Sixes And Sevens

Unter dem Bandnamen Sparkalepsy hätte dieses Albums erscheinen sollen. Doch darauf hatte Jason Loewenstein keine Lust. Er zog es vor, nicht mit einer Band aufzutreten und lieber einen Soloversuch zu starten. Ende 1989 stieg Loewenstein auf Geheiß von Eric Gaffney bei Sebadoh ein. Dort blieb er – im Gegensatz zu Gaffney – bis zum bitteren Ende, das vor einigen Monaten kam.

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Glassjaw: Worship & Tribute

Ross Robinson schlägt mal wieder zu. Natürlich als Produzent harter Töne. Dieses Mal auf dem Regie-Stuhl während der Studiosessions von Glassjaw. Das Quintett aus Long Island ist weit davon entfernt, in das typische Robinson-Soundschema zu passen. Die Band kommt aus dem Hardcore-Sektor und keineswegs aus dem Nu Metal-Bereich. Eher noch haben die Jungs ein paar Emo-Brocken geschluckt, so dass zwischen all der urgewaltigen Mosh-Musik ein Raum für ruhige Töne geblieben ist.

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Chumbawamba: Readymades

Die von mit sehr geschätzte britische Band Latin Quarter sang 1988 „The chosen course was writing anthems for the people, but no-one whistled, no-one noticed, no-one asked!“ (aus „It Makes My Heart Stop Speaking“ von „Swimming Against The Stream“) und löste sich nach dem dazugehörigen Album erstmal auf. Eine ähnliche Müdigkeit muss ich jetzt Chumbawamba unterstellen, die zwar inhaltlich immer noch was zu sagen haben, aber den Biss vermissen lassen. Zudem hat sich das Musikerkollektiv auf „Readymades“ in sehr poppiges Gefilde begeben und scheint zu versuchen, die bissigen Texte mit einschmeichelnden Pop-Hymnen zu tarnen.

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All Boro Kings: Just For The Fun Of It

Just for the fun of it. Der Titel sagt schon alles über dieses Album. Lasst uns vergessen, dass in den letzten Jahren klassischer Crossover, also die Melange aus Hardcore und Metal mit Hüpfanteilen, keinen mehr richtig interessiert hatte. Lasst uns statt dessen lieber die Musik der einstigen Szenegrößen Mucky Pup, Scatterbrain, Murphy’s Law und Dog Eat Dog neu erleben. Man muss sich schließlich nicht an alle ehernen Gesetze des Business halten und darf getrost einsam gegen den Strom schwimmen. Sprich: Zurück zu den Wurzeln, zu dem, was seinerzeit den Nährboden für heutige Nu Metal-Acts spendete.

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Slam: Alien Radio Remixed

Das atemberaubende Slam-Album „Alien Radio“ erfuhr eine Überarbeitung seitens namhafter Elektro-Künstler. Silicone Soul, Two Lone Swordsmen, Carl Cox, Unkle und Slam themselves machen sich über einige der Album-Tracks her, die uns vor einigen Monaten schon in die House-Schlappen stiegen ließen. Nun darf man den Tanz zu remixten House genießen.

(8 Fritten)

Slam: Alien Radio Remixed
(Soma/Zomba)

Elizabeth George: Vergiss nie, dass ich dich liebe

Elizabeth George, die Meisterin des groß angelegten Krimiromans, ist jetzt auf dem Spielfeld der Kurzgeschichten angelangt. Beherrscht sie in den bisher erschienenen elf Romanen um das Ermittlerduo Lynley/Havers das Spiel der langen Pässe, ist das kleine Feld nicht so sehr ihr Terrain. Zu oft verdribbelt sie sich und scheitert an dem fehlenden Raum, den sie gebraucht hätte, um ihr literarisches Spiel zum Laufen zu bringen.

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Coldplay: A rush of blood to the head


In der aktuellen Traurigkeitsliga rangieren Coldplay auf Platz zwei. Vor den kuscheligen Travis, aber hinter den herzzerreissenden Starsailor.
Was ist nur in die Briten gefahren? Große Gefühle und die Last der ganzen Welt – allein auf den Schultern von schmächtigen Gitarrenspielern.

Obwohl, so allein sind sie gar nicht. Auch Coldplay nicht. Im Studio hat ihnen jemand eine starke Wand aufgebaut. Eine akustische Männerbrust sozusagen. Aus viel, viel Technik. Dezente Synthesizer-Schwaden pumpen den Sound zusätzlich auf. Und helfen mit, dass der blitzblanke Klang trotzdem warm klingt.

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Frl. Katjas Nähkästchen, Folge 23

Mein erster Eindruck ist: Auweia. Schon als ich das Titelbild sehe… Was ist das? Ein Wimmelbild von Ali Mitgutsch? „Bei uns im Einrichtungshaus“? Herrjeh. Ging´s nicht ein bisschen übersichtlicher? So will doch keiner leben: ein bisschen Grün, ein bisschen Blau, und noch ein paar Tupfer Pink.

Und das zieht sich weiter durch: Kraut und Rüben allenthalben. Wo sind die Wohnlandschaften mit Atmosphäre? Farb-Oasen mit viel Weite und vorsichtig dosierten Details? Wer will schon zwei Meter Flaschenregal auf dem Küchenschrank haben? Oder Tassen ins Wohnzimmer hängen?

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Lektion 29: Wahlkampf im Internet

Na, wahlberechtigt? Einige von uns waren ja empört, als der Bundestag einstimmig beschloss, dass am 22. September nur Personen unter 18 Jahren ihr Stimmchen abgeben dürfen. Aber seien wir ehrlich: Ist es nicht konsequent, zu einer kindischen Veranstaltung wie der Bundestagswahl auch nur solche Personen an die Urnen zu treiben, bei denen Kindischkeit noch zu den verzeihlichen Begleiterscheinungen ihres Lebensabschnitts gehört?

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Doro: Fight

Ach Mensch, ich nehm‘ mir jedes Mal vor, die nächste Doro richtig scheiße zu finden und es gelingt mir nie so wirklich. Es ist aber auch zu gemein; während Manowar hören sich zum Kult entwickelt hat, ist es immer noch höchst peinlich Doro-CDs zu besitzen. Obwohl ich eine optische Begeisterung entschieden von mir weise, gebe ich aber offen zu, dass mir einige der CDs richtig gut gefallen haben. In der Pubertät von den Warlock Sachen versaut, habe ich zumindest jedes Mal die Ohren gespitzt, wenn Frau Pesch ein neues Langeisen unters Volk geschleudert hat.

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Nightmares On Wax: Mind Elevation

Ich sage es wirklich nicht gerne, komme aber nicht umhin, es zu tun. Nightmares On Wax haben an ihrer bis dato allseits be- und anerkannten Brillanz verloren. „Mind Elevation“ ist nicht das von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselnde Album geworden, da sich manch einer erträumt hatte. Es fehlt etwas. Der geniale Moment zum Beispiel, in dem man als Hörer felsenfest davon überzeugt ist und denkt: Das ist es. Der fehlt.

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New Found Glory: Sticks & Stones

Bedenkt man, dass New Found Glory unter anderem aus der Hardcore-Band Shai Hulud hervorgegangen ist, muss man sich schon wundern, welchen Weg die Band mittlerweile eingeschlagen hat. Vom Hardcore ist nichts mehr übrig geblieben. Statt dessen widmet sich das Quintett aus Florida melodiösem Punkrock wie er auch von Blink 182, Millencolin, Sum 41 und Konsorten feilgeboten wird.

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Avril: That horse must be starving

Es ist so eine Sache mit den Infos des Labels zur CD von Fred „Avril“: Unser junger (27), französischer Held machte mit 12 seine ersten Aufnahmen auf der eigenen 4-Spur-Maschine mittels Gitarre und Piano, um dann mit 18 der Musik erstmal den Rücken zu kehren und sich dann (klar, so ist das mit den Franzosen) der Literatur zuzuwenden. Die sechs Jahre dazwischen hat er noch dazu genutzt, Punk Rock und John Lennon mitzunehmen. Natürlich fand er noch die Zeit, alle Soli von Jimi Hendrix auswendig zu lernen und Ton für Ton nachzuspielen.

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