Dramatik war ja immer schon ihre Sache. Wir erinnern uns: „Damn I wish I was your lover“ wurde einem vor fast zehn Jahren aus fast allen Röhren entgegengeschleudert, auf dass es auch ja keiner überhöre… Nun, die 2001er-Sophie B. Hawkins flucht nicht mehr so deutlich vernehmbar wie damals, aber mit Gefühlen – und zwar großen! – hat sie´s immer noch.
WeiterlesenThe Quireboys: This Is Rock’n’Roll
Penetrant proklamatisch starten The Quireboys in ihr erstes Album seit acht Jahren mit dem Titelsong „This Is Rock’n’Roll“. Ich hab‘ mich für einen Moment gefragt, ob man eine Reunion oder ein Wiederkommen der Quireboys wirklich braucht, aber im Laufe der Spiellänge entwickelt das Album einen ganz eigenen Charme und besinnt sich auf den Old-School-Rock’n’Roll.
WeiterlesenPopshopping mixed up
Modisch! Schick! Modisch! Schick!
Super! Klasse! Super! Klasse!
Die ganze Welt soll es wissen, und Konishi Yasuharu teilt es ihr mit. Alle nochmal herhören!… Wieviel der Japaner (und eine Hälfte des japanischen Easy Listening-Duos Pizzzicato Five) von den Slogans der „Nordwest Schuhe“ versteht, ist nicht überliefert. Aber sein Remix ist ebenso furios, wie die Idee dahinter kurios:
WeiterlesenTenfold Loadstar
Ja, irgendwie ist das Coverbild gut gewählt: so unterkühlt wie der Pelikan darauf ist auch die Musik von Tenfold Loadstar. Aber auch so romantisch-poppig wie die zarten Rosé- und Orange-Töne auf dem Foto. Und das technisch ausgefeilte, bearbeitete Design entspricht den Elektronik-Anteilen, die Tenfold Loadstars Musik zur Hälfte ausmachen. Der Rest ist melancholischer Gitarren-Pop mit Kinderliedmelodien und – immer wieder – Noise, Industrial…
WeiterlesenBlackmore’s Night: Fires At Midnight
Als 1997 die erste CD von Blackmore’s Night erschien, hegte ich noch die Hoffnung, dass der Gitarrengott irgendwann zurückkommt und sagt: „Ha, war Alles nur Spaß.“. Statt dessen hat er zum dritten Mal hoch in die Küche gerufen und seine Lebensgefährtin Candice Night ans Mikro gebeten. Und da liegt das größte Problem des Projekts: Ihre Stimme passt nicht zur Musik. Irgendwo zwischen Abba und Anita Hegerland angesiedelt, will einfach keine Assoziation zu holden Jungfrauen oder geheimnisvollen Elfen aufkommen.
Weiterlesen2raumwohnung – Kommt zusammen
Das erste, was man wahrnimmt, ist die Stimme. Auf der Schwelle zwischen Unschuld und Laszivität. Lakonisch und aufreizend phlegmatisch. Jungmädchenhaft naiv seit rund zwanzig Jahren, mit einem Hauch von Mickey Maus. Die Stimme von Inga Humpe ist eine Chiffre des Deutsch-Pop. Jedem, der in den Achtzigern jung war, ist sie ein Stück Heimat.
Gemessen an ihrem Oeuvre ist Inga Humpe (Ex-Neonbabies, Ex-DÖF, Ex-Humpe&Humpe, Produzentin, Songwriterin und Solokünstlerin) eine Grande Dame deutschen Liedguts. In Wahrheit verhält es sich aber wie mit Madonna und Britney Spears: die Ältere lässt die Jüngeren alt aussehen. Und 2raumwohnung, das Projekt von Inga Humpe und ihrem Lebensgefährten Tommi Eckart, ist an Leichtigkeit und Esprit kaum zu überbieten.
WeiterlesenLive: Swing Legenden
Hannover, Kuppelsaal. 15.7.2001
mit Max Greger, Paul Kuhn und Hugo Strasser und der SWR Big Band
Max Greger zeigt auf den Saxophonisten der SWR Big Band, der gerade sein Solo beendet hat. „Stellen Sie sich vor, 23 Jahre ist er erst. Da sind ja meine Lackschuhe älter.“ Nicht die letzte coole Ansage des Bandleaders und Saxophonisten an diesem Abend im Kuppelsaal Hannover. Wer hätte das gedacht? Greger, 75 Jahre alt, ist ein Entertainer par excellence. Ein bayerischer Grantler mit urigem Charme, Anzug und blitzblanken Lackschuhen, in denen sich gelegentlich das vom goldglänzenden Saxophon reflektierte Licht widerspiegelt.
WeiterlesenFor Stars: We Are All Beautiful People
Spröder Akustik-Folk, der manchmal zu behäbig ist, um restlos zu überzeugen. Es kommt aber einer satten Überraschung gleich, wenn die Band nach 11 Titeln schlurfenden Wohlklanges beim letzten Track „If I Could“ auf einmal Gas gibt, als müßte noch jemand den Bus erwischen. Wunderbares Ergänzungsfutter für Abhängige von Leisetretern wie Kings Of Convenience oder Turin Brakes.
(7 Fritten)
For Stars: We Are All Beautiful People
(Munich Records)
Boozoo Bajou: Satta
Von „hardcore slowmotion“ ist die Rede, wenn es darum geht, die Musik des Duos Boozoo Bajou zu beschreiben. Langsamer als langsam. Der Rhythmus tröpfelt wie zäher Honig aus der Box. Gerade mal drei Singles veröffentlicht, stand die Elektro/Dubgilde im Nu Kopf und offerierte Peter Heider und Florian Seyberth, auf sage und schreibe 38 Sampler gepackt zu werden. Hut ab! Gewinnmaximierung nennt man das wohl. Die Aktien von Boozoo Bajou wären sicherlich am Neuen Markt im Nu in die Höhe geschnellt.
„Satta“ heißt so viel wie „relaxen“ und ist pawta-jamaikanisch. Man muss aber nicht aus der exotischen Ferne kommen, um Dub und Elektro in dieser ungemein lässigen Art und Weise verschmelzen zu lassen. Heider und Seyberth leben nämlich in Nürnberg und nicht am Zuckerberg. Dennoch gilt: Wasser in die Wanne, Cocktail gemixt, Füße ins Wasser, Sonnenbrille auf, nach hinten gelehnt und im Nebel des Ganjas die Gedanken entschwirren lassen. Easy going, baby. So fucking easy. Nur kein Stress, nur keine Hektik. Hier bleibt die Zeit stehen, fließt das Wasser langsamer. Nix für die Tanzfläche, aber was für den heißen Sommerabend nach einem anstrengenden Tag. Balkonien, ich komme.
Boozoo Bajou: Satta
(Stereo Deluxe/Connected)
Untitled
Aufgenommen mit Tery Edwards (ex-Gallon Drunk/Madness) und Paul Crocket, Produzent von Placebo, ist „Blue Gravy: Phase 9“ eine Sammlung neuer und überarbeiteter alter Stücke. Schnell, eingängig und unterhaltsam wie immer.
(7 Fritten)
Snuff: Blue Gravy: Phase 9
(Ten Past Twelve/Indigo)
Metalheadz Presents Platinum Breakz 03
Goldie, der Kerl mit dem Goldzahn und dem fiesen Grinsen, ist von seinen Leinwandaktivitäten zurückgekehrt. Ihm war nach Wiederbelebung seines einstigen Drum&Bass-Flagschiffs ‚Metalheadz‘. Es ist leider nicht mehr Mitte der Neunziger, als eine Veröffentlichung auf ‚Metalheadz‘ Garant für erstklassige Musik war. In der Zwischenzeit, in der sich der Labelmacher uninspiriert gab und die Füße hochlegte, haben andere das Zepter in die Hand genommen.
WeiterlesenSensorama: Projektor
„Abstrakt“ ist das erste, was einem zum neuen Sensorama-Album einfällt. Cluster statt Melodien. Geräusche, Rythmen, Entwicklungen- bestenfalls. Trotzdem oder deswegen: es ist ein schönes, faszinierendes Album.
WeiterlesenBuilt to Spill: Ancient Melodies Of The Future
Grandiose Hymnen im perfektionierten Built to Spill-Sound: Walls of Sound aus Alternative-Gitarren und viel Psychedelik
–>ausführliche Rezension.
(9 Fritten)
Built to Spill: Ancient Melodies Of The Future
(WEA)
Sophie B. Hawkins: Timbre
Klassische Singer-Songwriter-Kunst im modernen Gewand. Sophie B. Hawkins präsentiert sich selbstbewußt mit Elektronik-Akustik-Mix. Ohne erkennbaren Smash-Hit, aber auf gleichbleibend hohem Niveau.
–>ausführliche Rezension
(7 Fritten)
Sophie B. Hawkins: Timbre
(Ryko/Zomba)
La Linea: La Musica
La Linea ist dieses weiße, italienische Strichmännchen, das in den Siebzigern über die Bildschirme flimmerte und sich dermaßen auskotzte, dass jeder sizilianische Pizzabäcker vor Neid erblasste. Hektisch, cholerisch und so anstrengend, dass man mehr als ein paar Minuten nicht ertragen konnte.
WeiterlesenDanko Jones: I’m Alive And On Fire

Wer das Glück hatte, die Band auf ihrer Sommertour durch europäische Städte zu sehen, dürfte nunmehr hellauf begeistert sein. Wir hier in Saarbrücken mussten in den sauren Apfel beißen und auf Danko Jones verzichten. Die Band zog es vor, auf dem Roskilde Festival zu spielen anstatt im hübschen Saarbrücken das Hellmut zu rocken. Pech gehabt. Wenigstens die CD sollte aber rezensiert werden, denn Danko Jones könnten bald groß rauskommen und mit den „Veteranen“ At The Drive-In und den Newcomern The Strokes und Moldy Peaches (beide aus New York) Rock’n’Roll wieder in aller Munde bringen.
WeiterlesenContinental Drifters: Better Day
Die Allstar-Riege der Continental Drifters lädt bereits zum dritten Mal zum Hörgenuss. Das Sextett um Peter Holsapple kann man getrost als traditionell bezeichnen, aber wie heißt es so nett: „Tradition verpflichtet“. Der Opener „Na Na“ vereint alle Trademarks der Band: Simple Melodie, knackig gespielt und mächtig viel Staub an den Stiefeln.
WeiterlesenJean Beauvoir: Bare To The Bones
Man schimpft ja immer über die großen Labels, die Jagd nach Airplay und wundert sich, warum ein Album an Wert verlieren soll, wenn keine Single drauf ist. Bei Jean Beauvoirs neuem Werk muss man sich aber wirklich fragen: W E R soll „Bare To The Bones“ kaufen? Diese Frage stellt sich viel weniger wegen der musikalischen Qualität, als wegen der Positionierung der CD.
Weiterlesen10000 Women Man: Drunk Love
Marc De Backer, früher Mucky Pup und Dog Eat Dog, ist auf einem ganz anderen Trip. Britisch-melancholisch nämlich. Ein paar gute Songs sind dabei rausgesprungen, „Ready To Go“, „Divorce“ und „The Flow“ etwa. File under: Tea Party meets Masters Of Reality.
(6 Fritten)
10000 Women Man: Drunk Love
(HKM Records/Roadrunner/Connected)


