Ponty Bone: Fantasize

Akkordeonklänge sind in der Rockmusik immer noch recht rar. Irgendwie assoziiert man wohl nach wie vor die „Ziehharmonika“ mit volkstümlicher Musik, bestenfalls Folk und ähnlichem. Gleichwohl haben Künstler wie Tom Waits oder Willy DeVille immer mal wieder das Akkordeon als exotisches Klangelement eingesetzt. Im übrigen sind virtuose Akkordeonisten in der populären Musik eher selten, sieht man mal von den Spezialisten in den Sparten „Cajun“ (z. B. Zachary Richard oder Boozoo Chavis) und „TexMex Music“ (z. B. Flaco Jiménez oder Steve Jordan) ab.

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Larmousse: Larmousse

Zuletzt frage mich jemand, was meiner Meinung nach der nächste Trend werden könnte. Ich war überrascht, dass das jemand gerade von mir wissen wollte. Zugleich suchte ich vergeblich nach einer sinnvollen und plausiblen Antwort. Was kommen wird, weiß keiner. Ich würde mir allerdings wünschen, dass atmosphärisch-dichte Musik wie sie seit längerem von Mogwai, Sigur Ros, The For Carnation, Songs: Ohia oder Godspeed You Black Emperor! gemacht wird, einen erheblich höheren Stellenwert und damit mehr Anerkennung findet. Weist man Musikliebhaber auf diese Bands hin und hören sie gespannt und aufmerksam zu, werden sie auch meist bekehrt.

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Nightwish: Over The Hills And Far Away

Als ich vor rund zwei Jahren das erste Mal „Oceanborn“ hörte, war ich auf Anhieb begeistert. Ein Album und diverse Live-Auftritte später hat sich die Begeisterung entsprechend manifestiert. Wenn Tarja walkürenartig ihre geschulte Opernstimme erhebt, geht das bis ins Mark. Faszinierend finde ich es aber immer noch, dass die fünf Finnen es mit ihrer konsequenten Mischung aus Metal und Operngesang geschafft haben, ein so großes Publikum zu erreichen.

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Jackie Leven: Creatures Of Light & Darkness

„Creatures Of Light & Darkness“ eröffnet ungewohnt beschwingt mit Mariachi-Feeling und klar südlichen Tönen („My Spanish Dad“). Dass bei dem sonst so melancholischen Schotten eine lockere Fröhlichkeit Einzug gehalten hat ist überhaupt nicht schlimm, schlimm ist nur, dass die nächsten zwei Songs klingen, als würde er sich und die Welt nicht mehr Ernst nehmen können. Speziell der zweite Song „Exit Wound“ erinnert ganz bedrohlich an Gene Pitney und Marc Almond. Aber im weiteren Verlauf der Platte findet er dann doch zur gewohnten Form zurück, auch wenn diesmal kein durchgehendes Konzept zu erkennen ist.

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Patrick Bruel: Rien ne s’efface (Live)

Patrick Bruel ist in Frankreich mindestens so beliebt wie bei uns Grönemeyer und Hartmut Engler zusammen (wilde Kombination). Dementsprechend nimmt das Publikum auf der CD einen großen Raum ein – da wird mitgesungen und gejubelt wie bei den Kelly’s und als sich dann noch Johnny Hallyday zum Duett auf die Bühne schleppt, ist kollektive Ekstase angesagt.

Davon abgesehen hat die Doppel-CD aber wirklich Charme. Patrick Bruel pendelt zwischen Chanson und Pop, weicht aber dem Prädikat „Schmalzbacke“ geschickt aus. Manchmal erinnert er sogar an Stephan Eicher. Unterstützt von einer wirklich respektablen Band und einem kompletten Streichorchester geben die Aufnahmen den Blick frei auf das Phänomen Patrick Bruel. Ich hab’s versucht, aber ich kann mich der entspannten Eingängigkeit der 24 Songs nicht entziehen. Ist das das vielzitierte „savoir vivre“? Egal, Sonne, Balkon, Rotwein raus, „Rien ne s’efface“ rein, alles Andere interessiert nicht.

Patrick Bruel
Rien ne s'efface (Live)
(14 Production / BMG )

Orchestra Du Soleil: A Summerday By The Lake


Mit dem Sonnenorchester verbringt man gerne einen Tag am See und lässt die Sorgen Sorgen sein und fünf mal gerade. Es plätschert, piept und zirpt an allen Ecken und Enden. Der Kassettenrecorder, irgendwo liebevoll unter einem Busch im Schatten platziert, vertont die Sommerhitze und das dazu passende Ambiente von nackten Körpern im See oder beim Schwitzen in der Sonne liegend.

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The Pearlfishers: Across the Milky Way

Der Sommer trägt unterschiedliche Kollektionen. Bei den einen kommt er Ballermann-haft krachend daher, in grellen Farben, mit fiesen Hooks und schon von weitem winkend. Aufdringlich halt. Und unnatürlich fröhlich. Bei anderen darf der Sommer noch Mensch sein: melancholisch, auch wenn die Sonne scheint. Elegisch, manchmal gar. Er darf in zarten Farben schimmern, die Welt verzaubern und sich in Demut vor der Natur verneigen.

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Liebficken

Das alte Urs-Jenny-Prinzip – fast zwanzig Jahre danach lacht es einen aus den Charts an. Funktioniert also immer noch. Wenn auch zur Unkenntlichkeit verstümmelt und mit Clearasil verwässert. Nur das Aussehen der Band und das Ausmaß ihrer kreativen Tiefstapelei erreichen noch annähernd das Schockniveau vom „Babyficker“.

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Alpha Motherfuckers: A Tribute To Turbonegro

Wahrscheinlich war es gut so, dass sich Turbonegro auflösten. Es ist nicht anzunehmen, dass sie ihre beiden Meisterwerke „Ass Cobra“ (1996) und „Apocalypse Dudes“ (1998) noch hätten toppen können. Es heißt ja, man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ob es am Ende noch so schön und aufregend war, bei Turbonegro mitzumachen, steht auf einem anderen Blatt. Nicht nur Sänger Hank hatte zu dem Zeitpunkt völlig den Kontakt zur Realität verloren. Arroganz stand in großen Lettern auf ihren Fahnen. Aber man will ihnen das selten vorwerfen und erinnert sich statt dessen lieber an die Tage, als ihre Musik im Vordergrund stand. Nicht ihr Image oder ihr pöbelhaftes Benehmen.

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Video Noise: Video Noise

Erst 19 Jahre alt und doch schon steckt er ganz tief drin in der Elektronik. Christian Sörgel hat vor zwei Jahren dem Wunsch nicht widerstehen können, in den eigenen vier Wänden Klangexperimente auszutüfteln und diese per Computer mitzuschneiden. So wie viele Hobbymusiker das von Zeit und Zeit tun. Das Resultat gemastert hat übrigens Michael Heilrath, der Mann hinter Couch und Blond und gemischt Sörgel selbst, der sich langsam als Wunderkind zu entpuppen scheint.

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