Mittelaltermusik mit altfranzösischen Texten. Anstrengend wie joggen mit Joch, verdient aber mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Authentizität statt Jahrmarkt.
(7 Fritten)
Stille Volk: Satyre Cornu (Prophecy Productions/Connected)
Mittelaltermusik mit altfranzösischen Texten. Anstrengend wie joggen mit Joch, verdient aber mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Authentizität statt Jahrmarkt.
(7 Fritten)
Stille Volk: Satyre Cornu (Prophecy Productions/Connected)
Akkordeonklänge sind in der Rockmusik immer noch recht rar. Irgendwie assoziiert man wohl nach wie vor die „Ziehharmonika“ mit volkstümlicher Musik, bestenfalls Folk und ähnlichem. Gleichwohl haben Künstler wie Tom Waits oder Willy DeVille immer mal wieder das Akkordeon als exotisches Klangelement eingesetzt. Im übrigen sind virtuose Akkordeonisten in der populären Musik eher selten, sieht man mal von den Spezialisten in den Sparten „Cajun“ (z. B. Zachary Richard oder Boozoo Chavis) und „TexMex Music“ (z. B. Flaco Jiménez oder Steve Jordan) ab.
WeiterlesenZuletzt frage mich jemand, was meiner Meinung nach der nächste Trend werden könnte. Ich war überrascht, dass das jemand gerade von mir wissen wollte. Zugleich suchte ich vergeblich nach einer sinnvollen und plausiblen Antwort. Was kommen wird, weiß keiner. Ich würde mir allerdings wünschen, dass atmosphärisch-dichte Musik wie sie seit längerem von Mogwai, Sigur Ros, The For Carnation, Songs: Ohia oder Godspeed You Black Emperor! gemacht wird, einen erheblich höheren Stellenwert und damit mehr Anerkennung findet. Weist man Musikliebhaber auf diese Bands hin und hören sie gespannt und aufmerksam zu, werden sie auch meist bekehrt.
WeiterlesenIhr zweites Album war eine Enttäuschung, da mit dem Wunsch, härter zu klingen, die Innovation auf der Strecke blieb. Mittlerweile haben Vision Of Disorder einigermaßen die Balance gefunden. Sie befinden sich nunmehr in der goldenen Mitte von experimentellem Hardcore und Metal (Edge).
(6 Fritten)
Vision Of Disorder: From Bliss To Devastation
(Music For Nations/Zomba)
„Ramblin‘ Man’s Lament“, „Ten Bucks Worth Of Gas“, „Women & Whiskey“ – wenn man die Songtitel liest, weiß man, wie Markus Rill klingt, selbst wenn man noch nie was von dem Wahl-Würzburger gehört hat.
WeiterlesenAls ich vor rund zwei Jahren das erste Mal „Oceanborn“ hörte, war ich auf Anhieb begeistert. Ein Album und diverse Live-Auftritte später hat sich die Begeisterung entsprechend manifestiert. Wenn Tarja walkürenartig ihre geschulte Opernstimme erhebt, geht das bis ins Mark. Faszinierend finde ich es aber immer noch, dass die fünf Finnen es mit ihrer konsequenten Mischung aus Metal und Operngesang geschafft haben, ein so großes Publikum zu erreichen.
Weiterlesen„Creatures Of Light & Darkness“ eröffnet ungewohnt beschwingt mit Mariachi-Feeling und klar südlichen Tönen („My Spanish Dad“). Dass bei dem sonst so melancholischen Schotten eine lockere Fröhlichkeit Einzug gehalten hat ist überhaupt nicht schlimm, schlimm ist nur, dass die nächsten zwei Songs klingen, als würde er sich und die Welt nicht mehr Ernst nehmen können. Speziell der zweite Song „Exit Wound“ erinnert ganz bedrohlich an Gene Pitney und Marc Almond. Aber im weiteren Verlauf der Platte findet er dann doch zur gewohnten Form zurück, auch wenn diesmal kein durchgehendes Konzept zu erkennen ist.
WeiterlesenDie Gitarre von Tom Liwa muß sehr tapfer sein. Nie, einfach nie kann sie mit der Stimme ihres Herrn konkurrieren. In Liwas Gesang liegt einfach mehr Musik als in all den wunderbaren, swingenden Holz-Arrangements auf „Evolution Blues“ zusammen. Diese leise, samtige Stimme singt die ganze Band an die Wand.
WeiterlesenDie Ausschlachtung des Eyehategod-Backkatalogs nimmt kein Ende. Dieses Mal serviert uns ihre Plattenfirma vier Demoaufnahmen aus dem Jahre 1990 und zwei kleinere Konzertmitschnitte aus den Jahren 1994 und 2000. Alles nicht unbedingt in berauschender (eher rauschender) Qualität.
WeiterlesenPatrick Bruel ist in Frankreich mindestens so beliebt wie bei uns Grönemeyer und Hartmut Engler zusammen (wilde Kombination). Dementsprechend nimmt das Publikum auf der CD einen großen Raum ein – da wird mitgesungen und gejubelt wie bei den Kelly’s und als sich dann noch Johnny Hallyday zum Duett auf die Bühne schleppt, ist kollektive Ekstase angesagt.
Davon abgesehen hat die Doppel-CD aber wirklich Charme. Patrick Bruel pendelt zwischen Chanson und Pop, weicht aber dem Prädikat „Schmalzbacke“ geschickt aus. Manchmal erinnert er sogar an Stephan Eicher. Unterstützt von einer wirklich respektablen Band und einem kompletten Streichorchester geben die Aufnahmen den Blick frei auf das Phänomen Patrick Bruel. Ich hab’s versucht, aber ich kann mich der entspannten Eingängigkeit der 24 Songs nicht entziehen. Ist das das vielzitierte „savoir vivre“? Egal, Sonne, Balkon, Rotwein raus, „Rien ne s’efface“ rein, alles Andere interessiert nicht.
Patrick Bruel
Rien ne s'efface (Live)
(14 Production / BMG )
Punkrock kalifornischer Herkunft erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Bouncing Souls geben keinen Anlass von dieser These abzulassen. Ihr neues Album ist Party-Punkrock mit Gute-Laune-Garantie.
(7 Fritten)
Bouncing Souls: How I Spent My Summer Vacation
(Epitaph/Connected)
Die einen sagen Kinderfasching dazu, andere ergötzen sich an dem unbekümmerten Punkrock von Blink 182. In Kalifornien scheint das Wetter wirklich nie so schlecht zu sein, dass man für längere Zeit übel gelaunt ist. Blink 182, da weiß man zu erwarten hat.
(4 Fritten)
Blink 182: Take Off Your Pants And Jackets (MCA/Polydor/Universal)
Mit dem Sonnenorchester verbringt man gerne einen Tag am See und lässt die Sorgen Sorgen sein und fünf mal gerade. Es plätschert, piept und zirpt an allen Ecken und Enden. Der Kassettenrecorder, irgendwo liebevoll unter einem Busch im Schatten platziert, vertont die Sommerhitze und das dazu passende Ambiente von nackten Körpern im See oder beim Schwitzen in der Sonne liegend.
„Sucking On A Plum“ – der Titel an sich ist schon ein Rieseneinstieg. Aber von Pflaumen ist das New Yorker Quartett weit entfernt. Diese Jungs haben sich die Melodien tonnenweise reingefahren und frönen ausgelassenem Power-Pop.
WeiterlesenDer Sommer trägt unterschiedliche Kollektionen. Bei den einen kommt er Ballermann-haft krachend daher, in grellen Farben, mit fiesen Hooks und schon von weitem winkend. Aufdringlich halt. Und unnatürlich fröhlich. Bei anderen darf der Sommer noch Mensch sein: melancholisch, auch wenn die Sonne scheint. Elegisch, manchmal gar. Er darf in zarten Farben schimmern, die Welt verzaubern und sich in Demut vor der Natur verneigen.
WeiterlesenDas alte Urs-Jenny-Prinzip – fast zwanzig Jahre danach lacht es einen aus den Charts an. Funktioniert also immer noch. Wenn auch zur Unkenntlichkeit verstümmelt und mit Clearasil verwässert. Nur das Aussehen der Band und das Ausmaß ihrer kreativen Tiefstapelei erreichen noch annähernd das Schockniveau vom „Babyficker“.
WeiterlesenWahrscheinlich war es gut so, dass sich Turbonegro auflösten. Es ist nicht anzunehmen, dass sie ihre beiden Meisterwerke „Ass Cobra“ (1996) und „Apocalypse Dudes“ (1998) noch hätten toppen können. Es heißt ja, man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Ob es am Ende noch so schön und aufregend war, bei Turbonegro mitzumachen, steht auf einem anderen Blatt. Nicht nur Sänger Hank hatte zu dem Zeitpunkt völlig den Kontakt zur Realität verloren. Arroganz stand in großen Lettern auf ihren Fahnen. Aber man will ihnen das selten vorwerfen und erinnert sich statt dessen lieber an die Tage, als ihre Musik im Vordergrund stand. Nicht ihr Image oder ihr pöbelhaftes Benehmen.
WeiterlesenErst 19 Jahre alt und doch schon steckt er ganz tief drin in der Elektronik. Christian Sörgel hat vor zwei Jahren dem Wunsch nicht widerstehen können, in den eigenen vier Wänden Klangexperimente auszutüfteln und diese per Computer mitzuschneiden. So wie viele Hobbymusiker das von Zeit und Zeit tun. Das Resultat gemastert hat übrigens Michael Heilrath, der Mann hinter Couch und Blond und gemischt Sörgel selbst, der sich langsam als Wunderkind zu entpuppen scheint.
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