Manfred Krug: Das war nur ein Moment/Ein Hauch von Frühling

Das War Nur Ein Moment / Ein Hauch Von Frühling | CD (1994, Compilation)  von Manfred Krug

Vor seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik im Jahre 1977 war Manfred Krug nicht nur einer der gefragtesten Schauspieler der DDR, sondern auch ein beliebter Sänger und Musical- bzw. Operetten-Darsteller. Als Schauspieler konnte er im Westen fast nahtlos an diese Erfolge anknüpfen, als Sänger startete er zwar den Versuch (an den ich mich noch dunkel erinnern kann), allerdings fand dieser wenig Beachtung, und so ist die musikalische Seite des Manfred Krug heute kaum noch gegenwärtig.

Das ist ein Jammer, denn diese beiden auf CD wiederveröffentlichten Schallplatten aus den Siebziger Jahren sind Kostbarkeiten, deren Originalität und musikalischer Reichtum nicht hoch genug einzuschätzen sind. Was Krug als Sänger, Günther Fischer als Komponist und Arrangeur und Clemens Kerber als Texter da produzierten, ist nichts weniger als – Achtung festhalten! – großer DDR-Soul, real existierender Bar-Jazz oder auch intelligente, spannende, gehobene deutschsprachige Unterhaltungsmusik.

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3 Doors Down: The Better Life

Die Radiostationen und deren Zuhörer in den USA sind musikalisch leicht zu beglücken. Mit einer Mischung aus Matchbox Twenty, Creed und Tonic kann man nicht viel falsch machen. Wenn’s besonders gut läuft, dann ist man die erste Combo, die gleichzeitig bei vier Charts-Formaten No. 1 ist. So geschehen bei dem Quartett 3 Doors Down. Die Single „Kryptonite“ schlug in den USA ein wie ein Becker-As.

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Live: Ween

Stuttgart, Longhorn. 5.9.2000

Sie lachen sich auf der Bühne an und witzeln über ihre eigenen Gags und auch über das Publikum. Ween, das sind Dean und Gene Ween, im richtigen Leben natürlich keine Brüder, sowie drei gut bezahlte und ausgezeichnete Musiker, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die ganze Geschichte der Rockmusik kreuz und quer zu zitieren und auf Bands wie Pink Floyd, AC/DC, Elvis Presley, Van Halen oder The Doors querzuverweisen. Einmal in einer Coverversion, einmal mittels geschickt eingebauter Zitate in die eigenen Songs.

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Sublime: What I Got

Die Ska-Dub-Rocker und Dauer-Haschischkonsumenten Sublime beehren uns posthum mit einer Single-CD, die seit längerem einen Werbejingle eines Handynetzbetreibers untermalt. Nun will sich jene Firma zwar mit der Unterstützung der nach dem Tod ihres Sängers aufgelösten Band brüsten, dabei hat „What I Got“ schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Trotzdem werden sich Sublime (jetzt: Long Beach Dub Allstars) freuen, weiterhin kräftig Tantiemen abgreifen zu können.

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Ween: Even if you don’t

Es gab mal einen Supergrass-Hit („Alright“), mit hämmerndem Piano, der klang so ähnlich wie dieser hier. Bei Gitarren würde man „stampfend“ sagen, und das trifft´s irgendwie auch. „Even if you don´t“ ist dennoch eine sehr entspannte Hymne, die sich auch auf einem End-80er-Jahre-Album von George Harrison gut gemacht hätte. Auf „Cloud Nine“ zum Beispiel. Der Sound ist scharf wie eine Rasierklinge, und die gefälliger Melodie hat ´was von Bubblegum-Teenie-Hits der späten 70er. Trotzdem gehen technische Brillianz und 3-Akkord-Appeal in anderen Takes des Ween-Longplays „White Pepper“ charmantere Kombinationen ein.

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Calexico: Service & Repair

Es geht auch ohne schmetternde Trompeten und klirrende Castagnetten: „Service & Repair“ war der Überraschungs-Track auf „Hot Rail“, dem zweiten Calexico-Longplay. Eine schlichte, fast reduzierte Folk-Ballade. Spröde und verhuscht präsentiert, mit Schrammelgitarren und abwesend genuschelten Lyrics, die fast nicht gegen die polternden und scheppernden Percussions im Hintergrund ankommen. Überstrahlt wird all dies von einer bezaubernden, poetischen Melodie und zarter Pedal Steel Guitar. Gold im Herzen, mit einer Schale aus Understatement.

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Slobberbone: Everything You Thought Was Right Was Wrong Today

Die texanische Band Slobberbone sind Könige des Arrangements. Der Opener „Meltdown“ ist schon als ’nackiger‘ Song ein Brett, aber was die vier Jungs daraus machen, ist sensationell. Neben dem üblichen Instrumentarium schiebt sich noch Geige und Akkordeon unter die Gitarre, kämpfen eine Mandoline und ein Banjo mit der rauchigen Stimme von Brent Best. Der zweite Song „Placement Blues“ rockt dann straight los und überrascht mit fetten Bläsern. So marschiert das Quartett durch zehn weitere Songs, die durch die Kompositionen glänzen und den Begriff ‚Langeweile‘ durch die stimmigen Arrangements noch nicht mal erahnen lassen.

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Avail: One Wrench

Ich geb‘ zu, auf den ersten Blick haben Avail und Frankie Goes To Hollywood nicht viel gemeinsam. Außer, dass sich beide Bands den Luxus erlauben, einen „Tänzer“ in ihren Reihen zu haben. Bei FGTH war das Paul Rutherford, der hauptsächlich darauf achten musste, dass sein Ledermützchen nicht verrutscht. Bei Avail ist das Beau Beau; wahrscheinlich der einzige Go-Go-Tänzer und Background-Sänger einer Punk-Band.

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Missouri: It’s a glow-in-the-dark good time

Neues von iXiXeS, dem Label, das der Welt das erste Fink-Album bescherte! Ein Händchen für musikalische Kleinodien haben sie in Hamburg – auch über den Tellerrand hinaus: „Missouri“ (Red: Voc, Git, Harmonium; Frank Mollena: Git, Org, Rhodes, Christian Ebert: Org, Synth) kommen aus Nürnberg und sind ähnlich wie Fink innovativen Americana-Spielarten verpflichtet. Bei „Missouri“ ist es der Zeitlupen-Sound von Souled American, gospelhafter Klage-Gesang und Ambient-Sounds wie bei Western Electric. Allerdings ohne deren esoterisch-kuscheliges Flair, sondern karg und spröde.

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Stella: Finger on the trigger for the years to come

So richtig passen Stella in keine Schublade. Eher schon umgekehrt: in viele gleichzeitig. Sie schreiben Popsongs, intonieren sie wie Rocksongs, und das mindestens zur Hälfte mit elektronischen Instrumenten. Einfacher ist es da schon, die Stimmungen der Songs herauszufiltern. Da ist zum einen die Stella-typische Coolness und ihre geschmeidige Eleganz, die neuerdings ins „Fette“ driftet, dann diese rumorende Unruhe, teilweise gar Militanz, und manchmal auch ein demonstrativer Ennui. Neu ist auch Bassist Hendrik Weber, und als Gastmusiker sind Dirk von Lotzow (Tocotronic), Phillip Sollmann, Thomas Wenzel und Carsten Meyer (Erobique) dabei.

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Lektion 1: Das Ein- und Ausschalten

Das Einschalten des Computers erfolgt über den Einschaltknopf am Computer. Er dient auch zum Ausschalten des Computers, heißt dann aber nicht mehr Einschaltknopf. Außerdem verkompliziert es die Dinge insofern, als vor dem Einschalten des Computers geklärt werden muß, ob der Computer gerade ein- oder ausgeschaltet ist. Faustregel: Ist der Computer eingeschaltet, kann er nur noch ausgeschaltet werden; ist er ausgeschaltet, kann man ihn einschalten.

Wie ermittelt nun der Profi den jeweiligen Zustand seines Rechners bezüglich ein- resp. ausgeschaltet? Ungeübte Anwender richten sich nach „dem grünen Objekt am Tower“, zumeist ein Viereck oder Kreis. Ist dieses gut sichtbar, sei der Computer eingeschaltet, ist es nicht sichtbar, sei er ausgeschaltet. Leider lehrt die Erfahrung, daß häufig angebliche „grüne Objekte am Tower“ verirrte Kleckse Waldmeister-Konfitüre der Firma Schwartau sind und über den aktuellen Status des Gerätes nur sehr unzuverlässig Auskunft erteilen.

Etwas fortgeschrittenere Anwender orientieren sich am sog. „Monitor“. Ist dieser schwarz oder dunkelgrau, gilt der Rechner als abgeschaltet, ist er andersfarbig und / oder bewegt sich etwas auf ihm, kann man ihn als eingeschaltet betrachten. Leider rührt eine eventuelle Andersfarbigkeit der Monitoroberfläche nicht selten von einem gehäkelten Bildschirmschoner her, wie ihn etwa die schweizer Firma „Gehäkelte Bildschirmschoner AG“ weltweit vertreibt. Sie zeigen im Allgemeinen die Abbildung einer gehäkelten Klopapierrolle oder, sehr tückisch, eine schwarze resp. dunkelgraue Monitoroberfläche, was den Wert dieser Monitoroberfläche als Indikatorin von Ein- oder Ausgeschaltetsein vollends obsolet werden läßt.

Der Profitipp: Man öffne vermittels eines Schraubenziehers das Gehäuse des „Towers“ und lege das sog. Motherboard frei, auf welchem sich das ebenfalls sog. „BIOS“ (Bin Ich On, Schatz?) befindet. Über dieses gieße man sodann eine kleinere Menge lauwarmer Flüssigkeit. Ein Bios der dritten Generation wird auf diese Kontaktierung mit einem lauten und vernehmlichen „Ja!“ antworten (in der englischen Version: „Yes!“). Ältere Modelle reagieren bisweilen mit dumpfen Geräuschen und mittelschwerer Rauchentwicklung.

Der Profi weiß nun: Wenn der Rechner, als das Bios benäßt wurde, an war, so ist er jetzt definitiv aus. War er aus, dann bleibt er es sowieso auf ewig.

Der Hinternet-Expertentipp: Legen Sie ein Word-Dokument an, in dem sie den Status Ihres Rechners festhalten (an/aus). Gelingt es Ihnen ohne Mühe, an dieses Word-Dokument zu gelangen, können Sie davon ausgehen, daß der Rechner eingeschaltet ist. Gelingt es Ihnen nicht, ist der Rechner entweder ausgeschaltet, oder Sie haben das Word – Dokument versehentlich gelöscht. Wie Sie dann vorgehen müssen, erfahren Sie in der nächsten Lektion, wenn es wieder heißt: „Hilfe, mein BIOS spricht!“

Schniff

Zum Tod von Carl Barks

Der Name klingt selbst, wie von Disney ausgedacht. Und blieb immer eine Art Geheimkürzel. Vieles schwingt unausgesprochen mit: Donald Duck, die unverkennbare Handschrift, die lange Anonymität, der späte Ruhm, die teuren Ölbilder und viel, viel Ehrfurcht. Will man erwachsenen Comic-Fans einen Ausdruck infantiler Bewunderung ins Gesicht hexen, reichen zwei Worte: Carl Barks. Ein Mythos, der durchaus auf die Anhängerschaft zurückstrahlt: sie waren es, die intuitiv Unterschiede zwischen den Zeichenstilen der Duck-Comics ausmachten. Mangels Namensnennung blieb Barks lange schlicht „der gute Zeichner“. Dass er dem gleichmacherischen Disney-Etikett entrissen wurde, war das Verdienst der Fans. Umgekehrt gab Barks den Lesern Gelegenheit, sich ihrer selbst zu vergewissern.

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Barenaked Ladies: Pinch me

Mit den Barenaked Ladies lässt sich´s entspannen. „Pinch me“ ist ein hübscher, kleiner Mid-Tempo-Song mit locker gezupften Akustik-Gitarren, plüschigem Casio und lässigem Groove. Unspektakulär, aber tricky. Auch, weil sich der Chorus mit schöner Regelmäßigkeit wie eine riesige, schmeichelnde Blüte entfaltet. Ungwohnte Töne von den als schräge Spaßtruppe verschrienen Kanadiern. Mal sehen, wie lang die Atempause dauert.

Barenaked Ladies: Pinch me SCD
(Reprise Records)

Infectious Grooves: Mas Borrachio

Früher war alles irgendwie besser. Da waren Suicidal Tendencies noch einmalig und Infectious Grooves das funkige Nebenprojekt von Hauptinitiator Mike Muir. Mittlerweile sind die Grenzen zwischen beiden Unternehmen verwischt. Die einen rocken mehr (IG), die anderen funken mehr. Trennlinien zu ziehen fällt schwer. Und ob man diese Entwicklung unbedingt ausnahmslos gutheißen sollte ebenso. Wie gesagt: Früher war alles besser. Da hatte Mike Muir noch eine Vision und ließ die Finger vom sommerlichen Gefunke. Früher halt.

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