Motörhead: Live At Brixton Academy

Ein nicht wirklich elementarer Mitschnitt zum 25jährigen Jubiläum der Band vom Oktober 2000 aus der Brixton Academy in London. Trotz namhafter Gäste wie Brian May und Doro ist die Doppel-CD überraschungsfrei, dafür aber grundsolide wie ein Presslufthammer. Mir fehlt aber ein bisschen der lässige Groove, der Motörhead Studioalben ausmacht.

(6 Fritten)

Motörhead: Live At Brixton Academy
(Steamhammer/SPV)

Buddy and the Huddle: Monument for John Kaltenbrunner

Amerikanische und europäische Folk-Einflüsse bilden die Basis dieses Albums. Hier und da noch eine Prise Jazz, viel Instrumentales, der Gesang oft in den Hintergrund gemischt: Versucht hier jemand, nach dem Postrock den Postfolkrock zu erfinden? Das Ergebnis ist jedenfalls hörenswert. Jeder Song probiert eine andere Stimmung aus, manchmal spärlich instrumentiert, oft eher reichhaltig. Schwüle, Klage, Verdacht, verrauchte Bar, Lakonismus, Polka, Ruhe, Nervosität und immer wieder Folk – der große kommerzielle Erfolg wird das wohl nicht, obwohl das kreative Netzwerk/Bandprojekt aus Süddeutschland das durchaus verdient hätte.

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Fireball Ministry: The Second Great Awakening

Hätte man mir von diesem Album erzählt, hätte ich wahrscheinlich gelangweilt abgewunken und gesagt „Ach, schon wieder so ’ne Retro-Rock-Kapelle“. Während es die meisten Bands dieser Gattung mit Müh und Not schaffen, einen authentischen Sound zu kreieren, gibt es eine handvoll Vertreter, die auch noch handfeste Hits schreiben. „The Second Great Awakening“ überrascht mit einem erstaunlich klaren Sound, der weder dröhnt noch wummert und einem Sänger, der mit seiner gemäßigten, fast schon freundlichen Tenorstimme so überhaupt nicht in das Bild einer Retro-Rock-Kapelle passen will.

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Alicia Keys: The Diary Of Alicia Keys

Bei Alicia Keys müsste man eigentlich mediale Overflash-Pickel bekommen. Die Promo-Maschine schnurrt wie eine Katze auf der Kaminbank und bewirkt, dass die begabte Pianistin im Moment wirklich in jeder Zeitung dieser Welt vertreten ist.Hört man ihr zweites Werk „The Diary Of Alicia Keys“, ist es dann nicht so, dass man sich dieser Begeisterung nur kraftlos anschließt. Schon das Intro „Harlem’s Nocturne“ kitzelt die Begeisterung wach. Während man in Deutschland (frei gewählte Beispiele Rödelheim und Mannheim) der Meinung ist, mit einer guten Stimme und ein paar modernen Beats eine deutsche Soulplatte gemacht zu haben, zeigt Alicia Keys eine nicht enden wollende Bandbreite. Die sonst so weit verbreitete Eintönigkeit im HipHop wird hier aufgebrochen durch massive Souleinflüsse und Gospel groovende Background-Vocals.

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Funny van Dannen – Herzscheiße

Funny Van Dannen - Herzscheiße (Cover)

Der Berliner Sänger, Gitarrist und Songwriter Funny van Dannen hat uns seit 1995 sechs Platten beschert. Sechs prima Scheiben, auf den sich kleine Alltagsgeschichten finden, liebevoll, abstrus-witzig, böse und scharf beobachtend, gesungen und geschrammelt. Songs fürs Poesiealbum und persönliche ewige Lieblingslisten. Platten, die aber auch bei intensivem Konsum tierisch nerven können. Denn van Dannens Stimme neigt ebenso zum Nölen wie sein Gitarrenspiel gern schrammelt. Und nach dem zehnten wirren Liedtext konnte oftmals auch der geneigteste Fan nicht mehr. Alben für den Plattenschrank also, gehegte Preziosen, aber nicht alltagskompatibel.

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Elliott Murphy – Strings Of The Storm

Bei seinem letzten Album „Soul Surfing“ musste sich Elliott Murphy von mir noch den Verdacht gefallen lassen, dass er vom Schunkelheinz befallen ist. Mit seinem aktuellen Doppelalbum „Strings Of The Storm“ gibt er aber seine fast vollständige Genesung bekannt.

Einige wenige Male rutschen zwar ganz seltsame Songs über den Laser, aber das fällt bei einer Doppel-CD mit insgesamt 23 Songs nicht weiter auf. Vorneweg Olivier Durand, gefolgt von der schon angestammten Band aus Ernie Brooks, Florent Barbier und Danny Montgomery zeigt sich Elliott Murphy wieder als entspannter Songwriter, in dessen Hände man beruhigt seine Ohren legen kann.

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Skew Siskin: Album Of The Year

„Kiss my lips, the one I don’t eat with“ – ja, so ein Satz prägt sich ein und verpflichtet Skew Siskin, mit derlei Aussagen auch auf dem neuen Album weiterzumachen. Vier Jahre hat es gedauert, bis der Nachfolger zu „What The Hell“ in den Regalen stand, aber die Berliner Combo hat an der Mischung aus Anzüglichkeiten und dreckigem Rock’n’Roll eisenhart festgehalten. Dass das manchmal platt und ein bisschen peinlich ist, muss man gar nicht diskutieren, man sollte sich lieber entspannt zurücklehnen und nicht weiter drüber nachdenken, warum es so einen Spaß macht, Motörhead oder The Donnas zu hören.

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Coldplay: Live 2003

Bemerkenswert an Coldplay finde ich, dass ich eine Menge Leute kenne, die am liebsten leugnen würden, früher U2 gehört zu haben und sich heute begeistert auf Coldplay stürzen. Egal – die Jungs um Chris Martin haben ein bemerkenswertes Händchen für große Gesten und einprägsame Melodien.Nach der vergangenen Welttournee liegt jetzt eine extrem schön gemachte DVD/CD vor mit einem 90-minütigen Konzertmitschnitt aus Sydney, einer 40-minütigen Dokumentation und einer Audio-CD mit zwölf Live-Tracks.

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Cool Hand Luke: Wake Up. O Sleeper

Cool Hand Luke haben nicht nur einen coolen Bandnamen, sondern auch ein Händchen für ausgefallene Songtitel („Nobody Hugs A Rose“). Das musikalische Haus haben Cool Hand Luke mit Tapeten aus Emo, Indie-Pop und modernem Rock á la Dredg verziert. Eigentlich alles perfekt, aber eine komplette Behaglichkeit will nicht aufkommen. Manches Mal wirken die Songs, als hätte die Jungs definitiv den Refrain vergessen und es fehlt noch das kompositorische Talent, einen Song über vier Minuten spannend zu halten. Da wird mal hier mit einem Klavier oder einer Geige liebevoll verziert, aber für den ganz großen Wurf reicht es am Ende nicht.

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Christiansen: Stylish Nihilists

So, schnell noch die schwitzigen Hände am Hosenboden abgewischt, Plektron wieder zwischen den Zähnen rausgepult und dann aber nix wie ab. Bei Christiansen hat’s bei mir mal wieder die berühmten drei Durchläufe gebraucht, aber dann hat „Stylish Nihilists“ voll gezündet. Lässt der Opener „Kentucky Goddamn“ noch eine Punk- oder Hardrock-Vergangenheit vermuten, wurschteln sich die vier Jungs in den folgenden zehn Songs durch alle erdenklichen Spielarten.

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