Wenn die Blase platzt

Platzt nach der IT-Blase und der Finanzblase bald auch die Krimiblase? Oder doch zuerst die Kreditkartenblase? Vom baldigen Ende des vielbeschworenen „Krimibooms“ raunt man in der Szene schon lange, seit einiger Zeit lauter als sonst. Logisch: Der Crash ist überfällig, Heulen & Zähneklappern werden schon im stillen Kämmerlein geprobt, Forderungen nach „Staatsbürgschaften“ formuliert. Andererseits: Ist die Branche nicht gewappnet? Ja, besser als sonst in ihrer Geschichte?

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So, Noller, jetzt reicht’s!

Ist ja in Ordnung, wenn Ulrich Noller, Mitherausgeber eines obskuren „Krimijahrbuchs“, seinen Kollegen →Thomas Wörtche lobt. Hab ich schließlich auch getan. Aber muss Noller seine ziemlich windige Kolumne mit den Worten „Endlich wieder ein Buch, das man lesen MUSS!“ schließen? Weiß er nicht, was er damit anrichtet? – Ich weiß es! Bislang rangierten die „Menschenfreunde“ locker ein paar hunderttausend Ränge vor „Das Mörderische neben dem Leben“. Und jetzt? – Hat einer das Wörtche-Bändlein bei Amazon käuflich erworben, und damit ist „Menschenfreunde“ wieder böse in Rückstand geraten! Also, treue wtd-LeserInnen: Sofort →„Menschenfreunde“ erwerben (gerne auch als Zweit- oder Drittexemplar, Weihnachten steht vor der Tür! – Aber nicht die Billigheimer, nur das offizielle Angebot!), um den Status Quo herzustellen! WIrd’s bald?! Wenn bis morgen die Welt nicht wieder in Ordnung ist, wird eine Woche lang nur noch dummes Zeug gebloggt!

Ja, Anobella, machs!

„Tausende Menschen erkranken in der Pfalz an einem mysteriösen Virus. Sämtliche Anti-Virus Medikamente sind wirkungslos. Die gesamte Vorderpfalz wird unter Quarantäne gestellt. Eine Massenhysterie droht auszubrechen. Daniel Langer, ein Viren-Experte vom Mainzer Umweltministerium versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Daniel und die attraktive Journalistin Jasmin kommen einem unglaublichen Skandal auf die Spur und geraten dabei in tödliche Gefahr…“

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Ein Grundriß der Geschichte der frühen deutschen Kriminalliteratur

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Als mich der Verleger Peter Faecke bat, ich möge doch für die →Edition Köln zehn „alte Krimis“ auswählen und herausgeberisch betreuen, habe ich – nach spontaner Zusage – für einen Moment mein voreiliges Ja bereut. Nicht weil ich dem Projekt generell mißtraut hätte – ganz im Gegenteil. Eine „Criminalbibliothek 1850 – 1933“ ist nach Lage der Dinge bitter notwendiges Desiderat. Ich zweifelte auch keine Sekunde an der Qualität der Titel, die in einer solchen Bibliothek ihren Platz finden würden. Gutes, zu Unrecht Vergessenes gibt es genug. Nur: Welche Texte sollten es sein? „Die besten“? Das ist ein großes Wort und ein unseriöses obendrein, denn es ignoriert, dass die Bedeutung von Literatur immer aus verschiedenen Blickwinkeln fixiert werden sollte. Die „wegweisendsten Krimis“? Nun, die gibt es nicht. Zu einer bewusst wahrgenommenen Tradition hat es bei der deutschen Kriminalliteratur nämlich nie gereicht, mithin führt kein erkennbarer, ausgekundschafteter Weg aus der Vergangenheit in die Gegenwart.

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Whodunit?

„Ein kleines großes Werk ergo, diese in feiner Gestalt ins 21. Jahrhundert hinübergeretteten Gaunerstückchen“ – so lobte ich im März 2007 →„Die Gauner“ (1836) von Adelbert von Chamisso, eine erst 1989 zufällig wiederentdeckte Sammlung allerliebster Gaunerporträts des Romantikers, von Gerd Schäfer im Verlag Matthes & Seitz herausgegeben. In akkurat jenem Verlag, der jetzt mit „Der wilde Europäer“ von Beatrix Langner eine Biografie Chamissos veröffentlicht hat. So. Und nun wird es höchst seltsam…

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Gilbert Adair: Und dann gab’s keinen mehr

Ist das der Krimitrend 2008? Autoren, die in ihre Bücher springen, Personen, die aus diesen Bücher heraushüpfen? Irgendwie metaeben, irgendwie dekonstruktivistisch, irgendwie, genau: postmodern. Zuletzt die türkische Autorin →Pinar Kür mit „Mordsfakultät“ – da ists eher schiefgegangen. Jetzt Gilbert Adair mit „Und dann gab’s keinen mehr“ – schon besser. Mit einer klitzekleinen Einschränkung.

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Julian Dawson – Deep Rain

Er hat einfach ein Händchen für feine, wohl(fühl)ige Songs, ohne in die Schmalzkiste abzugleiten. Die Melodien gehen schnell ins Ohr, bleiben auch haften, und trotzdem hört man sich nicht gleich satt davon. Beispiele gibt es auf dem vorwiegend aus Eigenkompositionen bestehenden Album etliche – als da wären „Girl Friday“, „That’s Why God Made Saturday“ Night“ oder der Opener und Titelsong „Deep Rain“. Letzterer gibt auch ein bisschen die inhaltliche Richtung vor.

Es geht im übertragenen Sinne um das Wachsamsein, um das Aufmerken, vor allem mit Blick auf (Liebes-) Beziehungen zu den einem umgebenden Menschen und die Umwelt an sich: „A gentle shower might wake us up again / We need a deep, deep rain.

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Krimi, kein Krimi

Was ist Krimi? Achtung! Jetzt folgt eine definitive Definition! Vor dem Lesen bitte anschnallen und das Köpferauchen einstellen!
Auf geht’s: Krimi ist all das, was man als Krimi liest. Nichtkrimi das, was man nicht als Krimi liest. Logisch, ja? Das heißt auch: Manchmal sind Nichtkrimis Krimis und Krimis Nichtkrimis. Beispiele aus den jüngsten Lektüreerfahrungen.

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Krimisamstag. Heute aus Karlsruhe

Ehre, wem Ehre gebührt. Kollege Dschordsch aus K. hat die ganze Nacht wachgelegen, um heute morgen als erster die samstäglichen Krimirezensionen beim Titel-Magazin anzuzeigen. Er hat auch tatsächlich keine vergessen, nicht einmal die des hiesigen Bloggers. Aus diesem Grunde bitten wir unsere werte Leserschaft, sich den Zugang zur Titel-Seite diesmal über →Herrn Dschordschs Blogeintrag zu verschaffen. Lohnt sich. Und wir haben im Rahmen der Aktion „Ein Herz für die Kleinen“ mit diesem Verweis auch noch ein gutes Werk getan!

Pentti Kirstilä: Den Göttern trotzt man nicht

Das ist der Fluch des hohen Niveaus. Wenn es mal nicht ganz so hoch ist, wird gleich die Nase gerümpft, während man beim gewöhnlich Durchschnittlichen jede noch so kleine Steigerung wohlwollend begrüßt. Pentti Kirstilä unterhält uns stets auf hohem Niveau. Und ist das, wie in „Den Göttern trotzt man nicht“, mal ein wenig schwankend, dann sagen wirs halt und fügen hinzu: Aber lesenswert bleibt das allemal.

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Michael Weston King – Crawling Through The USA

Das nächste Studioalbum des sympathischen englischen Singer/Songwriters ist bereits in Arbeit (Titel: „My Darling Clementine“) und für Mitte 2009 angekündigt. In der Zwischenzeit können wir uns an einem weiteren Live-Album erfreuen, dessen Aufnahmen bei MWKs US-Tourneen der vergangenen Jahre (2006-08) entstanden. Der Titel ist offenkundig angelehnt an Elvis Costellos „Crawling To The USA“. Mitgeschnitten wurde in der Regel in kleinen Clubs oder lokalen Radiostationen – jedenfalls ist die Stimmung stets sehr intim gehalten, was den bekanntlich eher nachdenklichen Songs sehr gut tut.

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Ein Blogger im Stress

Das wird heut wohl nix. Mein Radschlagen wird anderweitig benötigt. Also: heute und wahrscheinlich auch morgen: nichts. Höchstens das: Den neuen Kirstilä kann man unbesorgt lesen (jedoch…), den neuen Adair auch (jedoch…). Über die Jedochs gibt’s dann demnächst ein paar mehr Worte. Spätestens am Freitag. Bis dahin. Schaut euch die anderen Krimiblogs an, die freuen sich. Ich weiß, das ist kein wirklicher Ersatz; aber immerhin…

Live! Blogging!

Auch Hinternet hechelt dem neuesten Trend hinterher: Liveblogging! Deshalb exklusiv von den Blieskasteler „Tagen des expliziten Krimis“ unser Korrespondent dpr, der sich von der traditionellen „Krimi-Frühstückslesung“ in der Schalterhalle der Kreissparkasse Saarpfalz meldet. Dpr? Hallo? Dpr, hören Sie mich?
— sprotzknisterknirschwürg— Ja? Bin ich auf Sendung? Moment, ich muss noch dieses USB-Kabel in die dafür vorgesehene… jetzt besser? Prima!

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