Pieke arbeitet nachts

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Berlin, wenn es dunkel wird. Prächtige Boulevards, gute Stimmung, freundliche Menschen. Probleme? Nö, wo denn? Na, vielleicht in Wedding? Ach was! – In ihrer neuesten Kriminalreportage legt Pieke Biermann eine „Nachtschicht am Kiez“ ein und berichtet wie immer aus der Wirklichkeit jenseits der Propaganda. Am Freitag, 26. September 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr und am Sonnabend, 27. September 2008 in
DER TAGESSPIEGEL. Und im Internet, wenn man weiß, wie man auf eine Grafik klickt.

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Showpopulist

Stefan Raabs Show geht als eine der erfolgreichsten im deutschen Fernsehen als eindeutiges Argument gegen die Demokratie durch. Wenn Raab sich in seiner überheblichen, dummdreisten Art über die unbeholfene und nicht gerade souveräne Sprecherin einer Kleinstpartei lustig macht und ihre Forderung nach einem Grundeinkommen – keineswegs ihre Erfindung, sondern eine seit langem diskutierte Alternative für den Sozialstaat – als lächerliches Hirngespinst darstellt und sich das Publikum dabei feixend auf die Schenkel klopft, dann möchte man lieber nicht dabei sein, wenn der Dumpfionär und seine Anhängerschaft über viel weiter reichende Gesellschaftsmodelle abstimmen müssten.

Johnny Haeusler: →Der Maulwurf aus diesem Internet

Pieke lives! Live!

Denn Pieke hat ein Buch geschrieben und eins übersetzt. Deshalb kommt sie mal aus ihren vier Wänden raus und liest uns was vor. Die schlechte Nachricht: Sie kommt wieder nicht nach Saarbrücken. Also muss unsereiner zur Buchmesse gondeln. Aber was tut man nicht alles für regelmäßige Leserinnen dieses Blogs! Hingehbefehl! Und jetzt die Termine in Piekes own words:
Wer Bücher schreibt oder Bücher übersetzt, darf damit raus – direkt zum Publikum.

Ich hab dies Jahr ein Buch geschrieben

DER ASPHALT UNTER BERLIN

und eins übersetzt

ANYA ULINICH, PETROPOLIS

und hier sind die Termine:

27. September 2008
11 Uhr
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Kriminalgericht Moabit, Saal 500
Turmstraße 91
10559 Berlin-Moabit

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2. Oktober 2008
(Uhrzeit folgt)
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Einkaufscenter DAS SCHLOSS
Schlossstr.34
12163 Berlin-Steglitz

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13. Oktober 2008
18 Uhr
Lesung mit Anya Ulinich, “Petropolis”
(als ihre Übersetzerin)
Moderation: Peter Korfmacher (Leipziger Volkszeitung)
Hugendubel Leipzig
Peterstr.12
04109 Leipzig

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Frankfurter Buchmesse:

am Pendragon-Stand
Halle 4.1 F 147
(Termine dort erfragen)

16. Oktober 2008
17 Uhr
Präsentation “Petropolis”
mit Anya Ulinich und Jasmin Tabatabai (Hörbuch)
FOCUS Forum Hörbuch Halle 4.1

18. Oktober 2008
11:30
mit Anya Ulinich im
Lesezelt

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26. Oktober 2008
12 Uhr
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Gießener Krimifestival 2008
Eröffnung Ausstellung “Hinter Gittern…”
des Kriminologie-Museums Criminalium
Amtsgericht Gießen
Gutfleischstraße 1
35390 Gießen

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3. November 2008
19 Uhr
Lesung “Der Asphalt unter Berlin”
Krimibuchhandlung totsicher + citybibliothek.berlin
Bruno-Lösche-Bibliothek
Perleberger Str. 33
10559 Berlin- Moabit

Auf großes Gedrängel freut sich
Pieke Biermann

Roger Graf: Der Mann am Gartenzaun

Der Titel von Roger Grafs neuem Krimi, „Der Mann am Gartenzaun“, klingt nicht von ungefähr so ähnlich wie der seines vorhergegangenen: „Die Frau am Fenster“, der sich im April an dieser Stelle wohlwollender Kritik erfreuen konnte. Und weil in dieser Kritik von „faulen Krimilesern“ die Rede ist, spielen wir jetzt den faulen Krimikritiker: Lest einfach →die Rezension noch einmal – und ihr habt im Grunde schon die für „Der Mann am Gartenzaun“.

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Noch einmal und anders: Das Ende des Krimis?

Über das Ende des Krimis als Folge allzu floskelhafter Praxis und fortwährender Okkupation des Genres durch die „gute Literatur“ wurde jüngst hier berichtet. Jetzt eine weitere, sehr seriöse Variante der Vision: Das Ende des Krimis als Kapitulation vor dem Zustand der Welt, die in belletristischen Texten, also auch Krimis, nicht mehr abbildbar ist. An einem sehr konkreten und aktuellen Beispiel.

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In einem Zug 2

64 Seiten, zumal wenn sie so eng bedruckt sind wie Manfred Wieningers „Die Rückseite des Mondes“, das ist schon fast ein gestauchter Roman. Oder eine ausgewalzte Kurzgeschichte? Wäre beides möglich, ist es aber nicht. „Die Rückseite des Mondes“ ist eine längere Erzählung mit Romanpotential, ein Showstück auch, das Noch-nicht-Wieninger-Leser auf den Geschmack bringen kann.

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In einem Zug 1

So, zurück. Und ich habe Wort gehalten. Die Reise versüßten mir zwei Bändchen der aktuellen Lieferung von „kaliber .64“, jedes mit genau 64 Seiten im Idealumfang: Auf der Hinfahrt wurde zwischen Saarbrücken Hbf und Idar-Oberstein Manfred Wieningers „Die Rückseite des Mondes“ gelesen, für die Rückfahrt lag Marita und Jürgen Alberts, „Tod in der Quizshow“ bereit und reichte für die Strecke Mainz Hbf – Bad Münster am Stein. Beginnen wir mit dieser Rückfahrt, denn Wieninger braucht eine ausführlichere Würdigung.

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Die Wahrheit als längeres Gedankenspiel

Im Kriminalroman geht es zumeist um nichts weniger als die Wahrheit. Szenario: Über 400 Seiten lang hat eine Reihe von Personen „wahre“ Geschichten erzählt. Am Ende des Textes scharrt der Ermittler seine Verdächtigen um sich und rekonstruiert, was geschehen ist, wer als Täter seiner gerechten Strafe entgegensehen muss. Ein typischer Whodunit, eine mit den Mitteln der Deduktion fixierte Wahrheit, neben der keine andere bestehen kann. Kausalitäten, Indizien, Fakten.

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Das Ende des Krimis

Neulich fragte mich jemand, wann es denn endlich mit dem Krimi vorbei sei. – Wie bitte? Vorbei mit dem Krimi? Wie, was, aber warum denn? Na, antwortete dieser Jemand, es sei doch jetzt langsam genug mit dem ganzen Morden und Zittern, dem Raten und Schlachten. „Versteh mich nicht falsch: Aber der Krimi ist ja schließlich kaum mehr als eine Modeerscheinung. Den braucht der denkende Mensch nicht, so wie man etwa die Tragödie braucht und deshalb schon in der Antike gehabt hat, ein literarisches Lebensmittel, sozusagen. Aber der Krimi? Ist er 150 Jahre alt? 200? Ein Furz der belletristischen Haute Couture, mehr nicht. Machs Fenster auf und er verzieht sich. Wird auch Zeit, dass er endlich verschwindet.“

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Der Krimi der Zukunft

Der Krimi der Zukunft ist eine Datei auf einem USB-Stick. Dessen Besitzer – nennen wir ihn Gustav – hat sich vorige Woche, wie stets, wenn ihn das Leben furchtbar anödet, in „Kerstin’s geiles Krimiforum“ eingeloggt und ist dort die Rezensionen seiner Kumpels durchgegangen, die nur deshalb seine Kumpels sind, weil sie Gustavs Geschmack „aber voll und ganz, ey“ teilen.

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Atemlos

Na gut, die Frau [Senna] kann vielleicht singen. Moderieren aber kann sie nicht – es sei denn, moderieren wird neuerdings dadurch definiert, jemanden so schnell sprechen und nach jedem Satz so hörbar nach Luft schnappen zu lassen, dass der Notarzt im Studio schon ganz nervös auf seinem Stuhl herumrutscht.

Peer Schader in der FAZ über die neue ProSieben-Show „Singing Bee“: ↑Schiefer die Töne nie klingen