Pieke kupfert ab

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Was? Die jetzt auch? Das „Krimijahrbuch“-Covergirl eine Plagiateuse? Nee, jetzt mal gaaanz ruhig: Pieke doch nicht! Die ist immer Original, auch in ihren Kriminalreportagen. „Abgekupfert“ heißt die neueste, wie stets am Sonnabend 14. April 2007 in DER TAGESSPIEGEL und im RBB-Inforadio 93,1um 11:45 Uhr (Wiederholungen: um 19:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45).

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Rainer Gross: Grafeneck

Die „Tannöd“-Klone schmoren schon in den kreativen Röhren. Neuer Deutscher Heimatkrimi: nachdenklich, rückwärtsgewandt, dünnleibig. Wer wohl wird der / die Erste auf der Welle sein? Rainer Gross, das steht fest, ist es nicht. Dem ist mit „Grafeneck“ ein sehr eigenständiges, sehr vielversprechendes Debüt gelungen.
Dabei musste mit dem Schlimmsten gerechnet werden. „Ein melancholischer Krimi, ein dunkler Heimatroman“, warnt der Klappentext. Ort des Geschehens: ein Dorf auf der Schwäbischen Alb. Wir lernen den Protagonisten kennen, Hermann Mauser mit Namen, Schullehrer, knapp über 60, der Dorfkauz, fährt gerne Motorrad und kriecht in dunkle Höhlen.

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Dumm gelaufen

Es hätte so nett werden können. Im Rahmen des „Jahres der Geisteswissenschaften“ hat die EU das Programm „Royalties Exchange“ aufgelegt. Und das geht ungefähr so: Hat etwa Astrid Paprotta einen neuen Krimi geschrieben und dpr ein Büchlein über Astrid Paprotta, dann erhält A.P. die Honorare aus dem Paprotta-Büchlein und dpr kann sich über die fetten Einnahmen freuen, die ein Paprotta-Krimi aber allemal abwirft. Sollte man meinen. Tja. Dumm gelaufen.

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Jan Burke: Bloodlines

Mit 637 Seiten in der amerikanischen TB-Ausgabe kann Jan Burkes „Bloodlines“ als außergewöhnlich umfangreich gelten. Die in den USA erfolgreiche Autorin, die u.a. 2000 den Edgar für ihr Buch „Bones“ bekam und von der alle Bücher ins Deutsche übersetzt vorliegen, gruppiert ihre Serie um die Journalistin Irene Kelly, die bei einer kleineren Zeitung arbeitet und, da ihr Mann Polizist in der Gemeinde ist, nicht die Kriminalgeschichten für die Zeitung bearbeitet, aber dennoch immer wieder auf solche stößt.

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Ostern

So. Feierabend. Über Ostern werden keine Detektive beobachtet. Sondern →DAS=DA wird in eine erste lockere Form gebracht. Es geht um kleine indische Eisbären, rote Heringe im toten Meer und die Frage, warum das Schlechte gut wird, wenn man das Gute für das Schlechte hält. Den typisch saarländischen Ostergruß – „Ich wünsche euch viele dicke Eier!“ – schenke ich mir. Beißt den Osterhasen die Ohren ab.

The Rakes: Ten New Messages

Auch eine Taktik: Man duckt sich einfach unter dem Hype weg und sichert so das eigene Überleben. The Rakes standen mit Sicherheit nie so sehr im Fokus wie andere britische Kollegen, die entweder mit Qualität oder wenigstens laut auf sich aufmerksam machten. Von daher scheint der Druck auf The Rakes nicht so hoch und es besteht langfristig die Chance etwas aufzubauen.

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Anne Perry: Das dunkle Labyrinth

Bitte keine historischen Kriminalromane mehr, die „hervorragend recherchiert“ sind! Keine Potemkinschen Dörfer mit Baumaterialien aus Geschichtsbüchern, keine „Ausflüge in die Vergangenheit!“ Mag ja alles lehrreich sein. Aber eben doch nur Vergangenheit aus zweiter Hand. Gebt uns Originale – oder aktuelle Krimis, die sich nicht in Faktenhuberei erschöpfen. Gebt uns, zum Beispiel, Anne Perry.

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Andrew Strong: Greatest Hits

Andrew Strong leidet so ein bisschen am Jürgen Drews Syndrom: Ein Hit muss für das ganze Leben reichen. Sein ‚Bett im Kornfeld‘ ist der Musikfilm „The Commitments“, in dem Strong seine markante Stimme zu immer weiteren Höchstleistungen trieb. Auch sein Solodebüt „Strong“ (1993) schlug in diese Kerbe, wurde aber kaum noch wahrgenommen. Mit dem komplett untergegangenen Werk „Out Of Time“ (2000) sind das die drei Grundsäulen, auf denen die vorliegende Best-Of-Compilation ruht.

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Kriminetz

Gemäß Redaktionsbeschluss vom 2.4.07 bin ich ja jetzt auch Mitglied eines →„sozialen Netzwerks“ in Sachen Krimi. Wir durften einfach nicht zulassen, dass →DER=DA alleine die Visitenkarte für deutsche Krimiblogs abgibt. Außerdem: In Deutschland haben wir alles erreicht, was ein Krimiblog nur erreichen kann. Nun erobern wir die Welt. Gut, man muss so manche Kröte schlucken. Die etwa, den Krimiblogger M. aus H. jetzt offiziell zum „Freund“ zu haben. Aber der Kollege ist bereits auf dem Rückzug und hat sein eigenes sektiererisches →„Kriminetz“ gegründet. Wehret den Anfängen! Tretet massenhaft bei! Nur der Aufstand der Guten kann dieses Netzwerk des Bösen auf den Pfad der Tugend lenken!

Iain Archer: Magnetic North

Ich muss mal ein bisschen angeben: Ich besitze die beiden ersten Alben von Iain Archer. Iain Wer?? OK – der Mann ist nordirischer Songwriter und spielte auf „Playing Dead“ (1995) und „Crazy Bird“ (1996) melodisch depressiven Folk mit poetischen Texten und frommem Sendungsbewusstsein. Wurde ihm irgendwann zu viel und er heuerte bei Snow Patrol als Gitarrenverstärkung an. Zudem ist er Co-Autor des Hits „Run“ und hat damit nachweislich eine Menge erreicht.

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Krimistreik

Vor Wochenfrist noch präsentierte die „Deutsche Krimilesergewerkschaft“ stolz ihr einmillionstes Mitglied – jetzt macht sie ernst. Wie die Nachrichtenagenturen soeben vermelden, hat die DKLG – Wahlspruch: „Mehr Qualität im Krimi! Dafür kämpfen wir!“ – zu einem unbefristeten Streik ihrer Mitglieder aufgerufen.

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