Das Fundament ist gelegt

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Endlich ist sie da: Mirko Schädels „Illustrierte Bibliographie der Kriminalliteratur im deutschen Sprachraum von 1796 bis 1945“. Zwei Bände im Schuber, Lesebändchen, über 1.000 Seiten mit ca. 10.000 Einträgen und ca. 1.300 Abbildungen. Man muss nicht bibliophil sein, um beim Einblick dieses Werkes in blankes Entzücken zu verfallen. Hier stimmt alles. Die äußere Gestalt, der Inhalt, die Einträge, die Abbildungen der Buchumschläge – ja, allein die halten einen für Stunden davon ab, mit dem Studium des Bibliographischen zu beginnen. Man blättert, man schaut, man staunt. Und kann es kaum glauben, dass ein einzelner Mensch (mit Unterstützung anderer, lieber Menschen) diese gargantueske Kraftanstrengung auf sich nehmen und meistern konnte.

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Andrew Vachss: Two Trains Running

Locke City, eine kleine fiktive Ortschaft im amerikanischen Mittelwesten befindet sich Ende der 50er Jahre, nach dem Untergang der dortigen Industrie, unter der väterlichen Kontrolle des lokalen Verbrechens. Den Bewohnern der Ortschaft geht es gut. Royal Beaumont hat Glückspiel, Sex und Alkohol so geschmeidig organisiert, dass auch gerne Besucher benachbarter Landkreise in diesen friedvollen Hort des Vergnügens kommen.

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Die Verschwender

Vielleicht würde ich mir, wenn ich gerade den Lotto-Jackpot geknackt hätte, im ersten Überschwang der Gefühle die nächste Zigarette mit einem Fünfhunderter anzünden. Mag sein. Da ich jedoch mit meinen finanziellen Mitteln haushalten muss (und auch nicht im Lotto spiele), steht dieser unbedachte Akt vorerst nicht zu befürchten. Auch die deutsche Krimiszene müsste haushalten. Und pafft doch jeden schalen Rauch mit der Genugtuung dessen, der gerade einen Fünfhunderter verbrannt hat, in die Luft.

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Curse: Einblick Zurück!

Mindens MC Nummer eins, der unnachahmliche Curse, ist zurück. Bei ‚Einblick zurück!‘ handelt es sich um ein Mixalbum und trägt deshalb den Untertitel: ‚Mixtape Classic Cuts 1996-20006‘.
Das Mixtape ist eine Zusammenfassung von Highlights meiner Karriere, eine Compilation für meine Fans, besonders natürlich auch für die Neueren, die dann hören können, was der Typ schon seit zehn Jahren macht„, so Curse. Exklusiv und damit neu sind die beiden Tracks „Tag Eins“ (ein toller Partybouncer) und „Ich Fang Grad Erst An“.

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Adelung

Nein, nein, gemeint ist nicht der uns ja allen bekannte Johann Christoph Adelung, der ein „Magazin der deutschen Sprache“ herausgegeben hat, sondern der erfreuliche Umstand, dass die „exzellente Adresse“ („Welt am Sonntag“) NordPark Verlag sich meines Astrid-Paprotta-Krimiporträts angenommen hat. Kein Heftchen mehr, dafür ein kleinfeines Büchlein mit schätzungsweise 60-80 Seiten. Hm. Und jetzt habe ich ein Problem.

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Jens Luckwaldt: Tod in Arkadien

Das Unwesentliche zuerst: Handelt es sich bei „Tod in Arkadien“ tatsächlich, wie der Herausgeber Jens Luckwaldt behauptet, um die Wiederauflage eines Kriminalromans aus dem Jahre 1786? Oder ist, wie es der Umschlagtext nahe legt, Luckwaldt der Autor des Buches? Nette Spielerei, leicht zu durchschauen. Viel wichtiger aber: Ist „Tod in Arkadien“ ein lesenswerter Krimi? Die kurze Antwort: Ja, auf jeden Fall. Die etwas längere Antwort folgt jetzt.

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Ken Bruen und Jason Starr: Bust

Ken Bruen und Jason Starr sind zwei auch für ihren hintergründigen Humor bekannte Autoren. Anders als z.B. Carl Hiaasen oder Christopher Brookmyre beugen sich die beiden nicht dem Primat des Humors, sondern sie schreiben Noirs, die sie mit ironisch schwarzem Humor würzen. Dass die beiden Autoren für ein Buch zusammengekommen sind, liegt vermutlich daran, dass der in Irland lebende und einst als Sicherheitskraft im UN-Gebäude tätige Ken Bruen auf einem der „Krimi-Convents“ den in New York lebenden Jason Starr traf und man beschloss, die gemeinsamen Interessen bei einem Zug durch die Kneipenwelt New Yorks auszuloten. Ein Wort gab wohl das andere und am nächsten Morgen könnte das Gerippe einer Story und so mancher „One-liner“ fertig gewesen sein.

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Finger weg von Reginald Hill!

Bringt endlich Reginald Hill zur Strecke! Diesen gewissenlosen, weitschweifigen, arroganten, hinterhältigen Krimischreiber, dessen (G)Alertheit ihn bislang vor wütenden Übergriffen seiner düpierten Leserschaft bewahrt hat. Ja! ALLE Leser hassen Reginald Hill – aber irgendwie hat er sie unter Drogen gesetzt, sie folgen ihm wie die Lämmer, und ist der Weg auch noch so weit. 782 Seiten etwa in „Die Launen des Todes“.

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Krimijahrbuch weiter auf dem Vormarsch

Heute in der → „Welt am Sonntag“ und morgen…Ich wage ja gar nicht auf die BILD-Zeitung zu hoffen…wär doch was…direkt neben Verona & Dieter & zwei durch viele Chirurgenhände gegangenen prallen Ballons…aber ich phantasiere…und mahne: Wer sich noch ein Exemplar der Erstauflage des „Krimijahrbuchs 2006“ sichern möchte, der tue dies →hier. Schleunigst.
(N.B.: Auch das von mir…nein, von Axel Bußmer herausgegebene Sammelbändchen zu Laurence Block wird lobend erwähnt.)

Wenn die Treppe schwankt

Zu den giftigsten Pfeilen im Köcher des Kritikers des Kritikers, der ein Buch verrissen hat, das dieser Kritiker des Kritikers für gut befindet, gehört standardmäßig folgendes Argument: Schreibe du, böser Kritiker, erst einmal ein Buch wie der Autor, den du in den Dreck gezogen hast, bevor du mit dem Kritisieren beginnst! Aber das kannst du eben nicht! Und WEIL du es nicht kannst: halte gefälligst dein Maul!

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Kiez as Kiez can

oder, wenn wir schon mal wieder in der Wortspielhölle sind: Peake Biermann mit einer weiteren spitzenmäßigen Reportage aus der Nonfiktion, am Sonnabend, 5.August 2006 im „Tagesspiegel“ zu lesen und/oder auf RBBinfoRADIO 93,1 um 11:45 Uhr zu hören (Saumselige schalten um 19:45 oder in der folgenden Nacht um 0:45 oder 5:45 das Radio an). Und das ist diesmal das Thema:

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Robert Littell: Die kalte Legende

Der Himmel bewahre uns vor Krimischaffenden, die eine einzige, natürlich „große und originelle“ Idee zu 400-Seiten-Schmökern auswalzen und diesen Fladen mit den Köstlichkeiten literarischer Normpizzen belegen. Der Himmel schenke uns mehr Autoren wie Robert Littell, die eine einzige, natürlich große und originelle Idee auf 447 Seiten in all ihre Spielarten und Abgründe auseinander schreiben und ein einzigartiges Stück Literatur entstehen lassen.

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Yasmina Khadra: Nacht über Algier

Algerien 1987/1988, im Spätherbst der sozialistischen Republik: In Yasmina Khadras Buch „Nacht über Algerien“ treffen wir auf ein Land, das wirtschaftlich heruntergekommen, politisch verkommen und in gesellschaftlicher Auflösung begriffen wirkt. Kommissar Llob, aus früheren, jedoch in jüngerer Zeit spielenden Büchern Khadras bekannt als unangepasster Ermittler, der meint Recht über Reichtum und Gerechtigkeit über Macht stellen zu können, wird durch zwei Geschichten aus seiner herbstlichen Lethargie gerissen. Zwei Geschichten, die sich umkreisen wie die Rauchfahnen zweier Düsenjets bei einer Flugschau, um sich dann im Verlauf der Zeit miteinander zu vereinen und ein untrennbares Gebilde darzustellen.

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