Sing mit 2

Fortsetzung der tollen ersten Folge von „Sing mit“. Mit dem Unterschied, dass hier ein kleines Wörtchen über der Tracklist steht: „Potpurri“. Hat sich etwa jemand nach der ersten Platte beschwert? Nach dem Motto: Hier steht „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, und ich will alle Strophen, bis zu „Dru Chunusun mut dum Kuntrubuss“… Hat bestimmt rechtliche Gründe, das.

Ich hätte da gleich noch ein neues juristisches Problem aufzuwerfen: wer ist eigentlich der Chor, der hier singt? Warum ist der nirgendwo aufgeführt? Herr Last will doch nicht etwa behaupten, das seien wieder seine Partygäste, die er eher zufällig für die erste Folge der Nonstop-Party aufgenommen hat? Netter Versuch. Die kann er mir auch mal vorbeischicken, diese Gäste.

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Katie Melua: Call Off The Search

Ruhig bleiben, wieder hinsetzen – Katie Melua ist keine neue Norah Jones. Allerorten wird dieser Vergleich jetzt gezogen und kann einen beim genaueren Hinhören eigentlich nur belustigen. Neben den dunklen Haaren und den Kulleraugen, vereinen Katie Melua und Norah Jones hauptsächlich die ungewöhnlichen Töne und das klar erkennbare Talent. Bei Katie Melua bin ich mir aber nicht sicher, ob es eine gute Idee war, eben dieses in die Hände von Mike Batt zu legen.

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Hothouse Flowers: Into Your Heart

Im Ernst, ich war richtig froh, als ich gelesen hab‘, dass die Jungs wieder am Start sind. Sechs Jahre nach „Born“ hat sich der Kern der Hothouse Flowers mit neuem Schlagzeuger wieder zusammengefunden und sich klanglich auf die Anfangsphase besonnen. Der bärenstarke Opener „Your Love Goes On“ erinnert dann auch direkt an einen anderen weißen Iren, der seine ganz eigene Version von Rhythm’n’Blues und Soul spielt.

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Non Stop Dancing 1972/2

Oh mein Gott, was für ein gütig blickender James Last auf dem Cover! Da fühlt man sich doch gut aufgehoben. Hat ein bisschen was Jesus-haftes, find ich. Mit gepflegteren Haaren, natürlich. Wir wissen ja alle, wie Jesus damals rumlief, mit diesen langen Zotteln. Und es gab bestimmt Leute, die James Last gern ans Kreuz genagelt hätten für seine Musik, höhö – um die Parallele noch weiterzuspannen.

Wir sind also gefangen in einer Welt aus Orange- und Brauntönen: Willkommen bei Non Stop Dancing 1972, Teil 2. Und es geht direkt los mit Deep Purples „Fireball“, bevor der heitere „Beautiful Sunday“ aufblüht und abgelöst wird von „Samson an delilah“… Neil Young befindet sich hier in heiliger Eintracht mit Tony Christie, Vicky Leandros und Giorgio Moroder. Was Sie besser nicht über 1972 gewusst hätten – hier erfahren Sie es. Für die Deep Purple-Fans mag es schmerzlich sein. Die Tony Christie-Fans sind durch den schmeichelnden Bigband-Sound versöhnt. Und den Giorgio Moroder-Käufern ist eh alles egal.

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The Belles: Omertá

„Never Said Anything“, die Singleauskopplung aus dem Debüt der US-Amerikaner The Belles ist ein trauriger wie auch lebensbejahender beziehungsweise aufmunternder Song. Produziert wurde die Neufassung des Stücks, die nur auf besagter Single zu finden sein wird, von Coldplay-Produzent Ken Nelson. Womit wir auf der Poplandkarte nicht ganz verkehrt sind. Die Musik auf „Omertá“ (italienisch für „Schweigegelübde“) ist britischer Natur: getragen, ruhig und melancholisch. Und das obwohl The Belles der überschaubaren Musikszene um Kansas City herum entstammen, in der vor allem Emorock-Bands wie The Get Up Kids oder The Anniversary für Furore sorgen.

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Sing mit 4

Nein, das ist nicht Mike Krüger auf dem Cover. Das ist wirklich James Last. Gut, man hat ihn schon besser gekleidet gesehen, aber vermutlich ist Karneval.

Die Musik ist gut, fetzig, haut auf die Pauke. Aber liebe Leute – was ist denn mit dem Chor los? Sind ihm bei Strafe die Synkopen verboten? Da wünscht man sich ja Cindy und Bert herbei, die den Rosen aus Malaga wenigstens noch ein Fünkchen Leben einhauchen. Mein Gott, hab ich das grad wirklich geschrieben? Aber ja, genauso ist es.

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Live: Dead Moon + The Devastations

28.04.2004, Forum Bielefeld.

Eigentlich bin ich ja gar nicht mehr so heiß auf Konzerte. Hätte es nicht die Möglichkeit einer Rezension gegeben, hätte ich die 15€ wohl kaum zusammengekratzt. Das Forum ist mit Gästelistenplätzen etwas knauseriger als andere Veranstalter in Bielefeld, weswegen es bei dem Preis diesmal gar nicht so einfach war, Leute zum Mitkommen zu motivieren – hat aber letztendlich geklappt.

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Ännchen von Tharau bittet zum Tanz 2

Wie gesagt: Platten, die so richtig abschreckend wirken, sind oft die besten. Ännchen von Tharau ist nicht halb so albern wie das Dirndl-Mädchen mit den Phasenbildern auf dem Cover.

Gut, wer keine Volkslieder kennt, lernt sie mit dieser Platte auch nicht. Erstens werden immer nur Fragmente angespielt. Und zweitens sind die so kunstvoll ineinander verwoben, dass selbst Profis aufpassen müssen, dass sie keins verpassen. Zuzüglich der ganzen Arabesken und Ornamente, die draufgepappt werden, steigt man zum Teil nur noch schwer durch: was ist Volkslied, was Verzierung? Es sind allenfalls Reminiszenzen, die hier durch den Raum schweben.

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An evening out with…

So verwöhnt einen James Last also beim abendlichen Ausgehen. Schön-schön. Mit sexy Swing-Musik aus der Zeit vor den Non Stop Parties. Will sagen: ohne Partygeplapper. Und im Gegensatz zu den späteren Sound-Orgien auch noch etwas spartanischer instrumentiert.

Wunderbare Titel sind hier drauf: The theme from summerplace, A man and a woman, Moon River, Never on Sunday, Maria, Let the sunshine in etc. Die Platte ist näher an klassischem Jazz dran als an Easy Listening, auch – oder gerade – weil es hier mitunter nach leicht plüschigem Tanztee riecht. Aber auch nach großen Ballsälen, in denen sich die Herrschaften in den teuren Roben und die Twist-Teenies gleichzeitig austoben können. Ich tippe auf die späten 60er. Und es bleibt mir nicht viel mehr zu sagen als: spitzenmäßig leichthändiger Swing.

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Flute Fiesta

…mit Berdien Stenberg

Oha, wer ist denn Berdien Stenberg? Wo heisst man so? Und warum dürfen nur hübsche blonde Flötistinnen mit auf´s Cover drauf? Warum nicht Gheorge Zamfir? Hat der vielleicht ´n Buckel?

Und das arme Orchester… Die stehen hier am Strand, angezogen wie für die Motto-Party „Beach-Zuhälter“ oder „Hawaiihemden-Casanova“. Steht bestimmt alles im Vertrag drin: „Herr Last geht morgens rum und legt Euch die Kleider raus.“ Und glaubt mir, er hat einen riesigen Fundus…

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The Von Bondies: Pawn Shoppe Heart

Es sah wahrlich nicht nach einem bloßen PR-Gag aus. Jason Stollsteimer, Sänger der Von Bondies, wurde letzten Dezember von White Stripes-Frontmann Jack White blutig geschlagen. Das letzte und beste Wort zu dem Vorfall hat Stollsteimer: „Ich würde mir mehr Sorgen machen, wenn unsere Platte schlecht wäre, was aber nicht der Fall ist“. Er hat Recht. Der Indierock, wie ihn The Von Bondies spielen, ist 2004 vielleicht zu konventionell, um ähnlichen Wirbel zu verursachen wie die White Stripes. Stollsteimer sieht sich ja nicht in der Pflicht, ein Genre wie den Blues wieder ins Leben zu rufen.

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The Vines: Winning Days

Die englische Musikpresse neigt bekanntlich gerne dazu, um die ein oder andere Band einen Hype zu kreieren. Mal berechtigt, mal weniger. Neben den Strokes, Kings Of Leon oder gerade jetzt Franz Ferdinand war vor knapp zwei Jahren der Fokus auf die australischen The Vines und ihr Debüt „Highly Evolved“ gerichtet. Durchaus berechtigt. Jetzt kehrt das Quartett mit dem Nachfolger „Winning Days“ zurück.

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Non Stop Party

28 Hits gespielt von der James Last Band.

Huch, wer ist das? Huch, wo war das letzte Lied zu Ende? Gar nicht. Das ist ja der Trick an den Nonstop-Platten. Sie stoppen nicht. Keine Leer-Rillen. Keine Pausen. Und die Leute im Hintergrund sind Party-Gäste. Winzig kleine Leute, mit in die Platte gepresst. Die Rille erweckt sie zu Leben…

Und das ist der Trick der Party-Platten: eingebaute Stimmungsgarantie, falls die eigene Party so richtig floppt. Dann sitzen ein Haufen griesgrämige Menschen auf Sofas und halten sich an ihren Drinks fest. Aber aus den Boxen tönt lustiges Party-Geplapper!

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Non Stop Evergreens

28 immergrüne Melodien zum Tanzen

Auch sehr schönes Cover, diese Platte. So sah das aus, wenn man in den 70ern Kunst machen wollte. Und gemacht hat! Ist doch wirklich gelungen: Bildmitte scharf, Rest unscharf und strahlenförmig von innen nach außen gehend. Hat so was Dynamisches, natürlich. Und dann diese Komposition aus Orange, Rot und viel Grün – schließlich geht es um Evergreens – Zwinker-Zwinker.

An dieser Stelle muss ich mal den Schriftzug von James Last loben. Diesen typischen, mit den runden, prallen Buchstaben. Die sehen ein bisschen aus wie aufblasbare Sitzmöbel. Man kann sie toll bunt ausmalen – also nicht ich, aber die Layouter. Ich hab sie wirklich schon in allen Farben des Regenbogens gesehen (die Buchstaben, nicht die Layouter). Je nachdem, welche Farben das Cover hatte. Sie haben so was Schwungvolles, Optimistisches. Und sie sind bis auf winzige Kapitälchen abgerundet: man kann sich nicht wehtun an ihnen. Also, wenn man dranstößt oder dagegen läuft. Und sie sind unzweifelhaft auch heute noch stylish – das muss man sich mal vorstellen! Wer mag sich das nur ausgedacht haben? Ich würd gern mal gratulieren kommen.

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