
Oha, jetzt geht´s aber los. James Last trifft auf österreichischen Schmiss. Robert Stolz! Au weia. Das ist der, wo die Witwe Einzi heisst. Was ist das, bitte für ein Name? Einzi.
Sylvan: X-rayed
Falsches Label, klischeehafter Titel, seltsames Cover – trotzdem ein großartiges Album. Sylvan bedienen sich verschiedener Stilelemente, verwenden diese aber nur sehr gemäßigt. Normalerweise, wenn jemand Standgas fährt, kommen nur Dinge heraus, die so spannend sind wie ein Glas lauwarmes Wasser, aber die Hamburger Band bekommt das locker hin.
WeiterlesenThe Alarm: In The Poppy Fields
Lieber Mike,
ich bin echt ein großer Fan von dir, ich hab die alten Alarm-Scheiben auf Vinyl, die neueren auf CD, war traurig über den Band-Split und deine Erkrankung und habe mich gefreut, als du wieder gesund warst. Deine Soloalben habe ich alle drei gekauft, genauso wie dein Nebenprojekt Coloursound und als du 2000 im Vorprogramm von Big Country gespielt hast, stand ich mit erhobenen Händen laut singend im Publikum: „…going out in the blaze of glory…“. Ja, du bist eine echte Frontsau, du hast es drauf, die Massen zu begeistern und wenn du den „Spirit Of ’76“ beschworen hast, dann war ich immer gerne dabei.
Classics up to date 4

Ich bin ja nicht so´n Freund dieser Reihe. Obwohl die Einspielungen zweifellos raffiniert sind. Melodien aus Madame Butterfly, die Moldau, Musik von Rodrigo, Zigeunerweisen, Chopin, Ravel etc. Lustig finde ich, wenn – aus vermutlich rechtlichen Gründen – hinter dem Komponisten der Verlag steht. Das sieht dann zum Beispiel so aus:
Josh Ritter – Hello Starling
Wie viele Folk-Alben kann man noch aufnehmen, die sich vor Bob Dylan und Leonard Cohen verbeugen, bevor es langweilig wird? Wenn man sieht, was für hochkarätige junge Acts sich an dieser Front tummeln, muss man sich auf Jahre keine Sorgen machen. Jener hier ist keine dreißig Jahre alt und versteht es meisterlich Geschichten zu erzählen.
WeiterlesenSarah Harmer: All Of Our Names
Stilbeschreibung: Schlicht. Schublade: Suzannne Vega mit Biss. Die Kanadierin Sarah Harmer versucht erst gar nicht, ihrem Folk-Rock einen modernen oder gar innovativen Anstrich zu verpassen.
WeiterlesenHaggard: Eppur Si Muove
Metalklängen mit Klassik zu verwurschteln ist nicht mehr wirklich neu, aber zumindest in Einzelfällen noch interessant. Haggard Mastermind Asis Nasseri hat diese Verbindung bis zur Perfektion vorangetrieben und darf sich zu den ganz Wenigen zählen, bei denen Death-Metal-artige Abfahrten auf Oboe und Klarinette treffen.
WeiterlesenIn Concert

Ich hätte jetzt was mit Live-Atmo erwartet. Aber hier muss ich wohl noch was über die verschiedenen Konnotationen des Konzerts lernen. Es ist in diesem Fall das Konzert, „in“ das man geht. Nicht „auf“. Solche Konzerte gibt´s ja auch. Aber hier ist es das Konzert, in das man geht. Will sagen: es handelt sich um ein sogenanntes „klassisches“ Konzert. Und der Begriff „Konzert“ dient hier allein dazu, diese Platte ein bisschen hochkulturell aufzuwerten.
Das Fremde im Eigenen
Frédéric Brenner hat Juden im Exil fotografiert, ein halbes Leben lang. Sein Bildband „Diaspora“ wirft eine einzige Frage auf: Was ist eigentlich jüdisch?
Sein erstes Foto schießt Frédéric Brenner mit 18 im ultraorthodoxen Viertel von Jerusalem, in Mea Shearim. Er ist Jude, studiert Sozialanthropologie in Paris. „Ich dachte, das sei das authentische Judentum“, sagt Brenner. Seine Fotos zeigen Chassiden ins Gespräch vertieft und tanzend mit einem weißbärtigen Rebbe auf einer Sukkot-Feier, ein inszeniertes Spiel mit Licht und Schatten, rembrandtartig, feierlich – eine eingefrorene Idylle, nostalgisch gelebte Erinnerung an das osteuropäische Schtetl im 18. und 19. Jahrhundert.
…mein Leben ist Musik…
Das musikalische Portrait mit Gesamtkatalog.
Was bitte ist ein musikalisches Portrait? Heisst das, dass wir nach schätzungsweise 120 James Last-Platten jetzt endlich den echten zu sehen bekommen? Beziehungsweise zu hören. Was war auf den anderen Platten drauf, wenn das jetzt ein musikalisches Portrait ist?
Es soll wahrscheinlich mal die ganze Bandbreite gezeigt werden. Da ist erst der bearbeitete Schumann, also ein Stück aus der E-Musik. Dann „In the mood“, um zu zeigen, was James Last aus amerikanischen Swing-Klassikern macht. Was Tolles, in diesem Fall.
Non Stop Dancing 12

Dieses Cover gehört vermutlich zu den schönsten, die je eine James Last-Platte hatte. Rot mit Pink – und es sieht immer noch gut aus! Und diese tolle 12! Mann, Mann, Mann. Keine Ironie. Wenn ich mir vier Last-Platten an die Wand hängen dürfte, würde die hier dazugehören. Trotz des Rüschenhemds, das James Last hier trägt. Aber immer noch besser als die Schals, die bei seiner Band vorne raushängen.
V.A.: RussenSoul
Eigentlich kommt der Soul ja aus dem Staat, der im kalten Krieg der große Gegner war: nicht Moskau Records, sondern Stax und Motown blitzen im Hinterkopf beim Soul-Begriff auf. „Aber so gut wie jede Band hat ein paar soulige Songs im Repertoire – sie rühren das Publikum mit ihrer milden Traurigkeit oder heizen es auf mit heißer Leidenschaft“, so Yuriy Gurzhy, der zweite und weniger bekannte Herausgeber neben Literaturstar Vladimir Kaminer. Mit diesem argumentativen Trick haben die beiden es geschafft, eine Fortsetzung des „Russendisko“-Samplers mit anderer Musikfärbung und verkaufsträchtigem Titel zusammenzustellen. Die Stücke sind etwas ruhiger, langsamer und trauriger als auf dem vorherigen Sampler.
WeiterlesenRomantische Träumereien
Au backe. Ein ganz weichgezeichnetes Cover. Das lässt nichts Gutes vermuten. Was ist das hier? Ein Szenenfoto aus „Zärtliche Cousinen“? Nein, der Mensch oben scheint ein Mann zu sein. Na gut. Könnte aus „Die blaue Lagune“ sein. Erinnert mich so´n bisschen daran. Die Klamotten sehen nach Freibeutern oder ausgesetzten Jugendlichen aus. Aber wie hieß der Typ noch, der da mitgespielt hat? Der hat nämlich genau so´ne blonde Minipli. Später hat er das Kindermädchen in Dallas gespielt und Sue Ellen gevögelt. Ich komm nicht drauf.
WeiterlesenTräum was Schönes
Die schönsten klassischen Melodien.
Also, der Titel ist ja wirklich mal reizend. „Träum was Schönes“. Sowas Umsichtiges! Und vorne ist er drauf, der James Last, und macht mit dem Finger so leicht „Psst“ auf seinen Lippen. Damit wir nicht stören und er weiter spannen kann. Hintendran sitzt nämlich ein Pärchen, das denkt, es wär allein. Die sind vermutlich gemeint mit „Träum was Schönes“: „Denkt einfach nicht an mich. Stellt Euch vor, Ihr wärt allein. Beachtet mich gar nicht.“
Last the whole night long
50 Non-Stop Party Greats from James Last.
Wow, geht schon los mit Live-Atmo. Und dann mittenrein in die Disco-Zeit. Gut, „Rivers of Babylon“ kaut noch auf leicht wackeligen Milchzähnen. Aber schon „Dancing in the city“ hat dieses leicht Schwüle der späten 70er. Saturday Night Fever, ja klar – das hat ja im Original schon großes Orchester. Mit der Bee Gees-Ekstase (dass ich so was mal schreibe!) kann´s hier nicht ganz mithalten. Aber das ist wohl Absicht. James Last weiß schließlich, wo seine Platten laufen. Und warum da nicht das Original läuft.
BeigeGT: Cue

Ohne große Vorankündigung ist uns das neue Album von beigeGT ins Haus geflattert. Da waren wir natürlich entzückt, dass die Regensburger nicht lange auf sich haben warten lassen. Schließlich haben wir ihr letztes Werk „Jukebox Heroes“ noch in den Ohren. Darauf waren einige Hits zu finden, die uns über so manch tristen Tag hinweggeholfen haben. Auch „Cue“ hat derlei Perlen in der Hinterhand. Vergleiche mit Trans Am, der über Jahre experimentierfreudigen Band im Grenzbereich zwischen Elektronik und handgemachten Indie/Noiserock, drängen sich auf.
WeiterlesenThis is James Last

Das dürfte eine recht frühe Last sein. Und eine lustige Mischung ist drauf: alte Swing-Klassiker, bisschen E-Musik, Beatles, Sonny & Cher, bisschen Latin. Hübsch mit Leerrillen dazwischen aufgereiht. Nix Potpourris, nix Partysound. Alte Schule also. Vergleichsweise konservativ.
DVD: Escape From New York
Die Nacht hat es John Carpenter angetan – „Dark Star“ und „Anschlag bei Nacht“ heißen seine erste Filme, und in seinem jüngsten, „Ghosts Of Mars“, geht die Sonne für die Helden erst gar nicht auf. Und als er Franka Potente für eine „arte“-Dokumentation traf, schleppte er das Fräuleinwunder erst mal auf den nächsten Friedhof (wo er ihre altklugen Einwürfe stets mit einem höflichen „Oh, interesting“ quittierte).
1979 brachte der US-Regisseur eine finstere Utopie auf die Leinwand: „Escape From New York“, bei uns etwas unglücklich „Die Klapperschlange“ betitelt. Die USA von 1997 ist ein Polizeistaat, der Manhattan mit einer Mauer umgeben hat und hinter ihr Kriminelle und sonstige Unerwünschten deponiert. Das funktioniert solange gut, bis der US-Präsident dort abstürzt. Nur ein Mann kann ihn herausholen: Snake Plissken, ein nihilistischer Kriegsheld, der zum Lächeln in den tiefen Keller geht und so heiser flüstert wie Clint Eastwood in seiner Italowestern-Phase.
Der Klassiker-Status sollte dem Film eine schöne DVD-Umsetzung sichern, doch hierzulande nicht: Die deutsche Veröffentlichung kommt ohne Extras daher und beschneidet das breite Bildformat – Todsünde, gerade beim Cinemascope-Fan Carpenter. Die US-DVD ist dagegen ein Geschenk des Himmels: Brillantes Bild, auf der zweiten Disc eine Dokumentation, Einblicke in die Produktionsgeschichte, dazu ein Ausblick auf die kommende Snake Plissken-Comic-Serie und endlich die legendäre Bankraub-Szene, die gedreht, aber aus dem Film wieder herausgeschnitten wurde. Die Krönung ist der Audiokommentar von Carpenter und seinem Star Kurt Russell. Zwei alte Freunde in Bierlaune, beim detailfreudigen Erzählen, wie das damals so war, beim Drehen eines modernen Klassikers.
John Carpenter
Escape From New York
(Special Edition DVD, RC1)
Classics up to date 2
Also, das lässt sich schon viel besser an als Classics up to date 1. Die war ja wirklich kaum zu ertragen. Hier ist bedeutend mehr Pep drin. Und die Frau auf dem Cover hat auch schon mehr als eine Marmorbüste neben sich: nämlich einen Lover und ein Glas Sekt. Das ist doch schon was.








