Josh Rouse – 1972

Josh Rouse - 1972 Albumcover

1972 ist das Geburtsjahr von Josh Rouse, das „Geburtsjahr“ seiner Gitarre und der Name seines vierten Albums. Es ist dann auch nicht wirklich überraschend, dass es sein Wunsch war, das neue Werk so klingen zu lassen, als hätte es schon 31 Jahre auf dem Buckel. Bekannt für seine behutsamen und einfallsreichen Arrangements, schwimmt er dieses Mal 3 Jahrezehnte zurück und packt alles in die Songs, was man mit dem Sound der frühen 70er vereinbaren kann.

Weiterlesen

Mitch McVicker: Without Looking Down

„Without Looking Down“ ist das musikalische Pendant zum Sonntag Nachmittagsfilm bei Regen. Ähnlich wie Eagle-Eye Cherry oder Fred Haring felsenfest bei „Nett“ eingepegelt, rockt sich Mitch McVicker verhalten durch zwölf durchweg gelungene Songs. Aber trotz aller Lieblichkeit zeigt er, dass gute Arrangements auf lange Sicht überzeugen. Wenn man die richtige Stimmung abwartet, ist „Without Looking Down“ das passende Album.

Mitch McVicker: Without Looking Down
(Spindust)

Panteón Rococó: Compañeros Musicales

Mir doch egal, wenn der Sommer zu Ende geht. Mit „Compañeros Musicales“ bleibt zumindest der Sonnenbrand auf und in den Ohren noch bis weit in den Dezember erhalten. Bei Panteón Rococó ist eher der Begriff „Kollektiv“ als „Band“ angebracht, denn als ob zehn Bandmitglieder nicht schon genug wären, sind auf „Compañeros Musicales“ (wie passend) noch unzählige Gastmusiker zu hören.

Weiterlesen

Kaskade: It’s You, It’s Me

Ryan Raddon hat unter dem Künstlernamen Kaskade schon auf angesehenen Labels wie Low Down und Hed Kandi 12-Inches veröffentlicht. Wenn er nicht selbst Musik produziert, hatte er bis dato als DJ und Plattenladenbesitzer seinen Lebensunterhalt verdient. Er wuchs in der House-Szene Chicagos auf und zog – auf der Suche nach neuen Herausforderungen – nach Salt Lake City, um dort festzustellen, dass in der Stadt eine Art House-Diaspora herrscht.

Weiterlesen

Further Seems Forever: How To Start A Fire

Bloß keine Langeweile aufkommen lassen. Dieser unterstellte Vorsatz könnte als Erklärung herhalten für den abwechslungsreichen Einstieg von „How To Start A Fire“. Der gleichnamig betitelte Opener bratzt in bester Emo-Manier los und obwohl die Hardcore-Wurzeln nie durchbrechen, breiten sie sich unter der Oberfläche aus. Das darauffolgende „The Sound“ erinnert in seiner poppigen Leichtigkeit an das vergangene Jimmy Eat World Album, während „A Blank Page Empire“ als sperrige Ballade einen gelungenen Kontrastpunkt setzt.

Weiterlesen

Luna: Romantica

Luna: Romantica
(Beggars Banquet)
Kleines Namedropping gefällig? Dean Wareham spielte bis 1990 bei der Indie-Legende Galaxy 500, holte sich nach Auflösung der Band Unterstützung von den Feelies und den Chills, um seine neue Band Luna ins Leben zu rufen. Mitte der Neunziger spielten Luna dann auch auf ausdrücklichen Wunsch von Lou Reed Support für die Velvet Underground Tour. Um noch weiter abzurunden, wurde Romantica von Dave Fridmann (Mercury Rev/Flaming Lips) produziert.

Selbst wenn man die Band nicht kennt, kann man sich schon vorstellen, wonach das in etwa klingt. Genau, Luna spielen psychedelischen Gitarren-Pop aus der Velvet-Schule vom Feinsten. Und so gut wie hier ist ihnen das schon seit dem 95er Album Penthouse nicht mehr gelungen. Zwar ist Penthouse mit Sicherheit immer noch der kreative Höhepunkt, aber mit neuer Bassistin, Zusammen mit Britta Phillips (ex-Ben Lee), lässt Dean „Poetry is about small observations“ Wareham die Saiten flirren wie schon lange nicht mehr. Dave Fridmann plazierte in seinem Studio dann noch einiges an skurillen Soundeffekten um einfache und effektive Textzeilen wie, „once we have dreams, now we have schemes“ oder „In 1995 I told a thousand lies“. Relevant ist das für die Welt wie wir sie kennen natürlich überhaupt nicht, aber vielleicht für… Dein Leben.

„Wrap your troubles in dreams“, sag ich da mal.

Luna: Romantica
(Beggars Banquet)

Gameface: Four To Go

Gameface sind fürwahr Teil der alten Garde der Punkrock-Szene. Immerhin seit 1990 treiben sie ihr Unwesen. Gegründet wurde die Band von dem charismatischen Sänger Jeff Caudill. Er ist ein Vorzeige-Workaholic wie er im Buche steht. Er schreibt Songs wie Texte, kümmert sich um das Artwork seiner und anderer Bands. Das letzte Gameface-Album hieß „Always On“ und erschien im Jahr 2000 bei Revelation.

Weiterlesen

Jane’s Addiction: Strays

Jane’s Addiction sind eigentlich eine Band, von der man nichts mehr erwarten konnte. Die Ikone lag jahrelang auf Eis, man hörte zwar hier und dort von Perry Farrel oder Dave Navarro, aber außer dem Soloalbum des Gitarristen blieb nichts wirklich hängen. Unter der Führung der alternden Produzentenlegende Bob Ezrin ist das Quartett wieder vereint (Bassist Chris Chaney ist neu an Bord) und jagt mit „Strays“ ein Album in den Orbit gejagt, das jede noch so optimistische Hoffnung übertrifft.

Weiterlesen

We will rock you. Lexikon berühmter Popsongs

Der Umschlagstext verspricht „Geschichten, Anekdoten und Wissenswertes von zweihundert berühmten Songs und ihren Interpreten“. Und genau das hält das Buch. Günther Fischer und Manfred Prescher haben hier Material zu Entstehung, Texten und Wirkungsgeschichte zusammengetragen. Das Ergebnis ist leicht verdauliche – im Schnitt anderthalb Seiten lange – Kost. Gerade Leute, die den Englischunterricht etwas zu oft geschwänzt haben werden hier einige Lichter über die wahre Bedeutung bestimmter Songs aufgehen: „The Night They Drove Old Dixie Down“ ist halt trotz Juliane Werdings „Am Tag als Connie Kramer starb“ kein Antidrogenstück und so mancher auf den ersten Eindruck liebliche Text hat seine überraschenden Untiefen.

Weiterlesen