Melvins: Gluey Porch Treatments / Colossus Of Destiny

Die Melvins sind seit Jahr und Tag eine Randerscheinung in der bunten, vielfältigen Musikwelt. Mitte der Neunziger hatten sie eine Phase, in der sie ganz nah dran am Popstardasein waren. Aber so schnell sie aus dem Untergrund hervorkrochen, so schnell verschwanden sie im selbigem wieder. Majorlabel ade und ganz flott back to the roots, sprich: zurück zum Independent-Label. So landeten sie vor geraumer Zeit bei Mike Pattons Firma ‚Ipecac‘, einem kunterbunten Sammelbecken obskurer und von anderen geringgeschätzten Künstlern, bei denen es trotz allen Bedenken lohnt, ihnen eine Plattform zu bieten.

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Live: The Jones / Thermo King Diesel

Kaiserslautern Benderhof, 11.5.2001

Ich bin ja ein alte Schwede. Die von mir höchst gespannt erwarteten Jones spielten ein Konzert am Samstag 12.5. im Hellmut hier in Saarbrücken. Ich wusste aber, dass ich an dem Tag Kusel mit Loony rocken musste. Also habe ich herausgefunden – ohne Internet-Hilfe, da die Band noch keine richtige Webseite hat – dass die Jones einen Tag früher im nahliegenden Kaiserslautern ein Konzert vor hatten. Zu meinen weiteren Glück ist an dem Abend eine Arbeitskollegin nach K-Town gefahren, die Zughinfahrt konnte ich mich also auch sparen.

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The Inchtabokatables: Mitten im Krieg

1992, als die meisten Menschen „Mittelalterrock“ noch für ein antikes Kleidungsstück hielten, fiel eine junge Band mit unaussprechlichem Namen ins Rampenlicht. The Inchtabokatables spielten Rock ohne Gitarren, getrieben von einem Cello und zwei Violinen. Als mittelalterliche Klänge dann in Mode kamen, hatten sich die Berliner schon experimentellen Industrialklängen zugewandt. Die Alben „Too Loud“ und „Quiet“ waren dann auch wilde Grenzgänge, die dem Hörer eine Menge abfordern. Ihren Majordeal haben sie zwar verloren, ihre Kreativität und der Mut zum Risiko sind anscheinend zurückgekehrt. Die Ziellosigkeit des vergangenen zwei Alben ist verschwunden. „Mitten im Krieg“ ist wild und klingt unheimlich befreit.

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Live: Donnas / Sahara Hotnights

Köln Underground, 5.5.2001

Vor manchen Konzerten kriegt man ein Signal, dass alles- der Eintritt, die Hinfahrt, das Schwitzen- sich lohnen wird. Im Fall der Donnas war es die Set-Liste. Ich stand direkt vor der Bühne, dank der zahlreichen aggressiven Fotografen wie eine Sardine, als Gitarristin Donna R. kam, um ihre Set-Liste auf die Monitor-Box zu kleben. Mit Spannung habe ich meine Lieblings-Titel gesucht, aber wichtig waren nicht die Titel, sondern die Handschrift. Zuerst dachte ich, das ist doch Computer-Schrift. Die Zeilen waren aber viel zu krumm. In dem Moment hat das Image der Donnas sich als Realität erwiesen: sie sind wirklich Kaugummi-kauende Kinder-Frauen! Als Donna C. kurz danach ihr Schlagzeug aufbaute, lief „Addicted To Love“ von Robert Palmer über die Anlage und Donna C. hat mitgesungen und Kaugummi geknatscht! Aber ihr wollt das alles gar nicht hören, ihr wollt etwas über das Konzert lesen, gell?

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Double Trouble: Been A Long Time

Double Trouble – da müsste es eigentlich bei jedem Blues-Rock Fan klingeln. Genau, die Rhythmustruppe des 1990 verstorbenen Stevie Ray Vaughan. Zusammen mit einer wechselnden Allstar-Besetzung brennen Tommy Shannon (Bass) und Chris Layton (Drums) ein wahres Feuerwerk ab. Dr. John, Doyle Bramhall II, Jonny Lang, Kenny Wayne Shepherd, Charlie Sexton und Susan Tedeschi, um wirklich nur Einige zu nennen.

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Shantel: Greatdelay

Stefan Hantel ist Shantel, ein Frankfurter, den es nach Tel Aviv verschlagen hat. Dort erschuf er ein genreübergreifendes Album zwischen Elektronik (Drumcomputer, Keyboards) und Akustik (Streicher, Bläser), zwischen Orient und Okzident. „Greatdelay“ klingt dank der vielen verschiedenen Einflüsse leichtfüßig, interessant und erfrischend anders.

(7 Fritten)

Shantel: Greatdelay
(!K7/Zomba)

16 Horsepower: Hoarse

„…denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.“
(Th 5,2)

Bis es soweit ist, martern uns 16 Horsepower mit düsteren Vorahnungen und apokalyptischen Szenarien. Das aktuelle Live-Album wurde schon 1998 mitgeschnitten und gab es schonmal im kleinen Rahmen als Mailorder-Only-CD, daher fehlen Songs von „Secret South“ komplett. Schade, ändert aber nichts an der wahnsinnigen Ausstrahlung der Band.

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Untitled

In Holland schicken sich derweil Heideroosjes an, ihrem Punkrock-Spektrum neue Ingredienzien beizumischen. Zum Beispiel S.O.D.-mäßiger Crossover („Nimby“), Folk („We’re All Fucked Up“) und Rap („Rechtsstaat“). Der Rest ist Vollgas-Punkrock.

(6 Fritten)

Heideroosjes: Fast Forward
(Epitaph/Connected)

Rob: Don’t Kill

Da kommt ein 22-jähriger Franzose klammheimlich und unerwartet mit einer der besten Easy Listening-CDs daher, die seit „Vampyros Lesbos: Sexadelic Dance Party“ und „The Spirit Of Vampyros Lesbos“ auf den Markt gekommen sind. Aufmerksame Musikfreunde werden Rob bereits auf dem Sampler „We Love You…So Love Us Too“ begegnet sein. Da glänzte er mit dem Titelstück seines Debüts „Don’t Kill“.

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