Die Melvins sind seit Jahr und Tag eine Randerscheinung in der bunten, vielfältigen Musikwelt. Mitte der Neunziger hatten sie eine Phase, in der sie ganz nah dran am Popstardasein waren. Aber so schnell sie aus dem Untergrund hervorkrochen, so schnell verschwanden sie im selbigem wieder. Majorlabel ade und ganz flott back to the roots, sprich: zurück zum Independent-Label. So landeten sie vor geraumer Zeit bei Mike Pattons Firma ‚Ipecac‘, einem kunterbunten Sammelbecken obskurer und von anderen geringgeschätzten Künstlern, bei denen es trotz allen Bedenken lohnt, ihnen eine Plattform zu bieten.
WeiterlesenJohn Phillips: Pay, Pack & Follow
John Phillips war der Kopf der Mamas & Papas und ist Anfang diesen Jahres an Herzversagen gestorben. Das vorliegende Album ist 1977 bei einer Session mit Mick Jagger und Keith Richards entstanden und war mehr als zwei Jahrzehnte verschollen.
WeiterlesenLive: The Jones / Thermo King Diesel
Kaiserslautern Benderhof, 11.5.2001
Ich bin ja ein alte Schwede. Die von mir höchst gespannt erwarteten Jones spielten ein Konzert am Samstag 12.5. im Hellmut hier in Saarbrücken. Ich wusste aber, dass ich an dem Tag Kusel mit Loony rocken musste. Also habe ich herausgefunden – ohne Internet-Hilfe, da die Band noch keine richtige Webseite hat – dass die Jones einen Tag früher im nahliegenden Kaiserslautern ein Konzert vor hatten. Zu meinen weiteren Glück ist an dem Abend eine Arbeitskollegin nach K-Town gefahren, die Zughinfahrt konnte ich mich also auch sparen.
WeiterlesenThe Inchtabokatables: Mitten im Krieg
1992, als die meisten Menschen „Mittelalterrock“ noch für ein antikes Kleidungsstück hielten, fiel eine junge Band mit unaussprechlichem Namen ins Rampenlicht. The Inchtabokatables spielten Rock ohne Gitarren, getrieben von einem Cello und zwei Violinen. Als mittelalterliche Klänge dann in Mode kamen, hatten sich die Berliner schon experimentellen Industrialklängen zugewandt. Die Alben „Too Loud“ und „Quiet“ waren dann auch wilde Grenzgänge, die dem Hörer eine Menge abfordern. Ihren Majordeal haben sie zwar verloren, ihre Kreativität und der Mut zum Risiko sind anscheinend zurückgekehrt. Die Ziellosigkeit des vergangenen zwei Alben ist verschwunden. „Mitten im Krieg“ ist wild und klingt unheimlich befreit.
WeiterlesenDie Aeronauten – Bohème pas de problème
Sind das kleine Gamaschen, da an den Füßen der Aeronauten? Weiter oben ein Gehrock und ein Stöckchen? Ja doch. Geschmeidige Dandys sind sie geworden, mit elastischen Beinen und purem Sex im Blut.
WeiterlesenLive: Donnas / Sahara Hotnights
Köln Underground, 5.5.2001
Vor manchen Konzerten kriegt man ein Signal, dass alles- der Eintritt, die Hinfahrt, das Schwitzen- sich lohnen wird. Im Fall der Donnas war es die Set-Liste. Ich stand direkt vor der Bühne, dank der zahlreichen aggressiven Fotografen wie eine Sardine, als Gitarristin Donna R. kam, um ihre Set-Liste auf die Monitor-Box zu kleben. Mit Spannung habe ich meine Lieblings-Titel gesucht, aber wichtig waren nicht die Titel, sondern die Handschrift. Zuerst dachte ich, das ist doch Computer-Schrift. Die Zeilen waren aber viel zu krumm. In dem Moment hat das Image der Donnas sich als Realität erwiesen: sie sind wirklich Kaugummi-kauende Kinder-Frauen! Als Donna C. kurz danach ihr Schlagzeug aufbaute, lief „Addicted To Love“ von Robert Palmer über die Anlage und Donna C. hat mitgesungen und Kaugummi geknatscht! Aber ihr wollt das alles gar nicht hören, ihr wollt etwas über das Konzert lesen, gell?
WeiterlesenMXPX: The Renaissance EP
Langsam wird’s mir ein bisschen viel. MXPX sind zwar schon seit Jahren am Start, aber ein eigenes Profil haben sie für sich noch nicht erarbeitet. Melodic-Punk, wie ihn halt auch Green Day gemacht haben und Blink 182 machen. Wer’s mag, liegt mit der „Renaissance EP“ aber nicht falsch.
WeiterlesenAutechre: Confield
Elektro ja, aber dafür bin ich noch nicht reif genug. Es knarxt, es scheppert, es fiept an allen Ecken und Enden. Darüber ein die Bassmembran in hohem Masse in Anspruch nehmender vertrackter Beat. Too much for me.
(3 Fritten)
Autechre: Confield
(Warp/Zomba)
Hazeldine: Doubleback
Die Mädelsband (plus Drummer) ist inzwischen eine feste Institution in Sachen Americana geworden. Früher fand ich sie immer ein bisschen schlafmützig, aber die ersten vier Songs hauen mächtig in den Pudding.
WeiterlesenDouble Trouble: Been A Long Time
Double Trouble – da müsste es eigentlich bei jedem Blues-Rock Fan klingeln. Genau, die Rhythmustruppe des 1990 verstorbenen Stevie Ray Vaughan. Zusammen mit einer wechselnden Allstar-Besetzung brennen Tommy Shannon (Bass) und Chris Layton (Drums) ein wahres Feuerwerk ab. Dr. John, Doyle Bramhall II, Jonny Lang, Kenny Wayne Shepherd, Charlie Sexton und Susan Tedeschi, um wirklich nur Einige zu nennen.
WeiterlesenTechnique: Sun Is Shining
Das erste was ich von Alan McGhees (ex – Creation Labelboss) neuem Label zu hören bekomme ist britischer Radiopop im Kylie Minogue – Gewand. Das hätte ich mir von jemandem, der Oasis entdeckte und Bands wie My Bloody Valentine und Primal Scream rausbrachte, ein bisschen anders vorgestellt, aber in England ticken die Uhren mittlerweile anders.
WeiterlesenPunchy: Just My Type
Oh je, amerikanischer College Rock. Soll das der neueste Trend sein? Nee, oder? Laaaaaaaaaangweilig! And not my f type.
(1 Fritte)
Punchy: Just My Type (Pinch Hit/Cargo)
Shantel: Greatdelay
Stefan Hantel ist Shantel, ein Frankfurter, den es nach Tel Aviv verschlagen hat. Dort erschuf er ein genreübergreifendes Album zwischen Elektronik (Drumcomputer, Keyboards) und Akustik (Streicher, Bläser), zwischen Orient und Okzident. „Greatdelay“ klingt dank der vielen verschiedenen Einflüsse leichtfüßig, interessant und erfrischend anders.
(7 Fritten)
Shantel: Greatdelay
(!K7/Zomba)
16 Horsepower: Hoarse

„…denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.“
(Th 5,2)
Bis es soweit ist, martern uns 16 Horsepower mit düsteren Vorahnungen und apokalyptischen Szenarien. Das aktuelle Live-Album wurde schon 1998 mitgeschnitten und gab es schonmal im kleinen Rahmen als Mailorder-Only-CD, daher fehlen Songs von „Secret South“ komplett. Schade, ändert aber nichts an der wahnsinnigen Ausstrahlung der Band.
WeiterlesenAt Vance: Dragonchaser
In schöner Regelmäßigkeit hat die deutsche Formation At Vance in drei Jahren drei Alben veröffentlicht. Dass Mastermind und Gitarrist Olaf Lenk jedesmal ein Klassikstück über’s Griffbrett jagt, ist absolut OK, aber welche Hardrock-Combo kommt auf die Idee, pro Album ein ABBA-Stück zu covern? Normalerweise wird sowas mit Agnetas Soloalben nicht unter 48 Stunden bestraft.
WeiterlesenUntitled
In Holland schicken sich derweil Heideroosjes an, ihrem Punkrock-Spektrum neue Ingredienzien beizumischen. Zum Beispiel S.O.D.-mäßiger Crossover („Nimby“), Folk („We’re All Fucked Up“) und Rap („Rechtsstaat“). Der Rest ist Vollgas-Punkrock.
(6 Fritten)
Heideroosjes: Fast Forward
(Epitaph/Connected)
Sautiva: Sautiva
Italienische Rockmusik? Da fällt mir auf Anhieb nicht viel ein. Chansoneske Nuschelprinzen, Pop-Langweiler oder eine ganze Liga Haarspray-Rocker, die tönen, als hätten sie schonmal einen Lindwurm mit der Hand gefangen.
WeiterlesenRob: Don’t Kill
Da kommt ein 22-jähriger Franzose klammheimlich und unerwartet mit einer der besten Easy Listening-CDs daher, die seit „Vampyros Lesbos: Sexadelic Dance Party“ und „The Spirit Of Vampyros Lesbos“ auf den Markt gekommen sind. Aufmerksame Musikfreunde werden Rob bereits auf dem Sampler „We Love You…So Love Us Too“ begegnet sein. Da glänzte er mit dem Titelstück seines Debüts „Don’t Kill“.
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