Reiziger kennen sich aus im Emo-Bereich und haben auf ihrem zweiten Album „My Favourite Everything“ so jede Strömung dieses Genre zitiert, die man sich vorstellen kann. Die Belgier haben – wie man unschwer erkennen kann – Vorbilder wie Captain Jazz, Karate, Van Pelt und auch Slint, deren Einfluss besonders bei Postrockern herauszuhören ist.
WeiterlesenPhat World (12)
Dieses Mal hörte ich mir (größtenteils mit Freude) All Natural, Erykah Badu, Jeep Beat Collective, Lone Catalysts, M-Boogie, J. Rawls, Self Scientists, Shyheim, Denyo, Jan Delay und Red Ribbon Beatz (Sampler) an.
WeiterlesenMaldoror: She
Stellen sie sich vor, da trifft sich ein genialer Musiker aus Kalifornien, der zuvor in einer überaus bekannten und einflussreichen Band gesungen hat, mit einem durchgeknallten Japaner und sie beschließen, gemeinsame Sache zu machen. Eine Sache, die es in sich hat.
WeiterlesenOp:l Bastards: The Job
Ein frischer, aufregender Wind weht aus Finnland. Dabei machen sie kaum ´was, die drei Op:l Bastards… Aber gerade im Weglassen liegt die Genialität des Elektro-Pop-Trios. Hinreißend, wie ökonomisch, unterkühlt und aufreizend monoton sich die Takes präsentieren – auf der einen Seite! Hochelegant, mit riesigen Räumen und very stylish. Von Songs mag man hier kaum sprechen, eigentlich sind es architektonische Klang-Konstruktionen. Die strenge, reduzierte Facette ist aber eben nur eine von zweien. Die andere ist gnadenlos fett, groovy und blubbernd. Mit minimalistischen Hooks und unwiderstehlichem Beat.
WeiterlesenHeinrich beats the drum: Baba O´Riley
Gefällige, aber musikalisch beliebige Pop-Nummer mit schrammeligen E-Gitarren und viel Elektronik. Auch der Ohrwurm aus der Feder von Pete Townsend rettet das Liedchen mit dem hymnischen Refrain nicht vor dem schnellen Vergessen.
Heinrich beats the drum: Baba O´Riley (Teenage wasteland)
(planet fruit 307.0002.3)
Mad Caddies: Rock The Plank
Die Welt wird überschwemmt mit Ska-Melody-Punk-Irgendwas-Bands, die sich gegenseitig das Wasser abgraben. Für die Cali-Band Mad Caddies dürfte die Luft ziemlich dünn werden. Der Opener „Shavibg Your Live“ rappelt zwar amtlich, aber auf gesamter CD-Länge fehlt das Durchhaltevermögen. Viel Gekasper, ein paar Parodien – insgesamt zu viel Jahrmarkt und zu wenig Songwriting.
WeiterlesenWagon Christ: Musipal
Auf dieses Label passt Luke Vibert aka Wagon Christ wie der Papst zum Vatikan. Die Gründer des Zen-Imperiums, Coldcuts Matt Black und Jonathan More, gingen wohl in den Tagen ihrer Pioneerarbeit mit einer gleichsam ungestümen Leidenschaft an die Arbeit, die das Zusammenschneiden vieler kleiner Samples zu Loops, die eigentlich nicht zusammenpassen, beinhaltet. Auch Herr Vibert schustert sich so seine Stücke, meistens unterlegt von einem Hip-Hop-Groove oder sonstiger Breakbeatrhythmik gesellen sich Kinderhörspielkasetten zu den Jungle Brother´s „I House You“ (Cris Chana), oder Jazzbecken zu Acidbasslines („Tomorrow Acid“).
WeiterlesenAlquimia: Encinerada
Glockenheller Sopran, mystische Melodien, viel Theatralik und billige Synthies. Sofort fällt der Verdacht auf Michael Cretu, aber der hat ausnahmsweise mal gar nichts damit zu tun. Alquimia, die mexikanische Sängerin, bringt mehr Substanz mit als das austauschbare Disco-Liedchen, das ihre Produzenten für sie übrig hatten.
Alquimia: Encinerada
(Prudence 398.6591.3)
Ruby: Grace (Remixe)
Der Frage nachgehend, welcher Musikstil wirklich genuin aus den Neunzigern ist, fällt mir neben Drum`n´Bass sofort als zweites Trip Hop ein (sicherlich gibt es noch mehr, aber ich schreibe hier von Brainstorming). Massive Attack, Portishead, Bristol, 1995, mein Auslandaufenthalt in Newcastle und die Freitagabende mit „The White Room Sessions“. Eine Frau mit blauer Haarpracht steht vor der austauschbaren Band und zieht mich mit ihrer Präsenz vor der Glotze in den Bann. Ihre etwas herrisch gurrende, mal dunkle, mal kieksende Stimme, die blasse Haut, das elegische Vor-und-zurückwippen, der Sound, der damals noch neu war…all dies schießt mir durch den Kopf als diese E.P. in meine Hände fällt.
WeiterlesenBob Catley: Middle Earth
Die Vergangenheit holt Jeden ein! Ich geb‘ es zu: Ende der 80er habe ich gern und oft Magnum gehört. Nach einer rund zehnjährigen Pause flatterte mir neulich ein Soloalbum von Bob Catley auf den Tisch und die alte „Wunden“ sind wieder aufgebrochen. Mit seiner markanten Stimme begibt er sich in das Reich von Tolkiens „Herr der Ringe“ und ist dabei so pathetisch wie eh und je.
WeiterlesenTransatlantic: Live In America
Muss eine Band nach einem Album bereits eine Live-CD veröffentlichen? Diese berechtigte Frage ist der einzige schwarze Fleck auf dem blütenreinen Silberling „Live In America“. Wo viele sogenannte Supergroups nicht wirklich überzeugen, potenziert sich hier das Talent der Herren Morse, Portnoy, Trewavas und Stolt.
WeiterlesenThreshold: Hypothetical
„Hypothetical“ ist bereits das fünfte Album des britischen Sextetts, aber bislang blieb der ganz große Durchbruch noch aus. Threshold empfehlen sich auf ihrem neuesten Werk mit 8 Songs, die irgendwo zwischen Melodic Metal und Progressive Rock liegen. In dieser etwas kruden Mischung liegt der Reiz.
WeiterlesenDornenreich: Her von welken Nächten
„Aus meiner Gedanken eig’nem Streben / flackert ein alleiniges -mein- Erleben. / Und ist dies auch meine einz’ge Würde, / es bleibt zugleich meine letzte Bürde, / denn, wenn mein Sturzesschrei in mir – verhallt, / war all mein „Ich“ vergeb’ner Halt.“
WeiterlesenClutch: Pure Rock Fury
Wer Spiritual Beggars oder Queens Of The Stone Age für läppische Weicheier hält, kann jetzt noch ein Schippe Härte hinterherlegen. Es dröhnt der Bass, es röhrt die Gitarre und Shouter Neil Fallon singt, als wäre es das letzte Mal, dass ihn einer ans Mikro lässt.
WeiterlesenFink – Fink
Lieder, so schön wie der Norden: das vierte Fink-Album ist eine Hommage ans nasse Element im allgemeinen und die Waterkant im besonderen. Selbst wenn das meiste metaphorisch zu verstehen ist, denn eigentlich geht´s ums Menschsein an sich, ums Geworfensein in die Fluten des Lebens, um die Ursuppe… Alles fließt.
WeiterlesenAm Telefon: Nils Koppruch (Fink)
Fink-Interviews sind was Schönes. Kurzweilig, ergiebig und entspannt. Sie haben nur einen Nachteil: der Journalist trägt die Telefon-Gebühren. Und die laufen bei Freiberuflern auf der Privatrechnung auf. Immer heißt es „Du wirst von der Plattenfirma angerufen“, immer sieht die Praxis so aus: „Kannst Du zurückrufen? Wir sind grad unterwegs“ resp. „Ich bin noch zu Hause, das wird sonst zu teuer“. Für mich auch. Aber was tut man nicht alles als guter Fink-Fan…
WeiterlesenClutch: Pure Rock Fury
Einen gewaltigen, mächtig schweren und nach literweise Schweiß riechenden Brocken Rock, werfen uns Clutch aus heiterem vor die verstaubten Füße, mit denen wir wochenlang durch die Rockwüste geirrt sind auf der Suche nach der nächsten Oase. Und da stehen wir vor der gesuchten Offenbarung. Sie liegt vor uns. Alles hat sich erneut zum Guten gewandt. Wir lächeln und beißen rein in „Pure Rock Fury“. Der Name ist Programm. Programmer kann er gar nicht sein. Da fliegen die Fetzen, da schwingt keine Saite nicht mit. Tiefer, dreckiger, bestimmter, gnadenloser Rock, wie er lange nicht mehr an unser Ohr drang.
WeiterlesenThe Nixons: Latest Thing
In regelmäßigen Abständen erwischt mich eine dieser US-Gitarrenbands auf dem richtigen Fuß. Anfang 2000 waren es Tonic und Caroline’s Spine, im Sommer 3 Doors Down und jetzt The Nixons. Power-Rock mit Schmackes und dem richtigen Händchen für knackige Melodien.
WeiterlesenSubway To Sally: Herzblut

Da sind sie wieder – die Mittelalterrocker, die bei so vielen Menschen Allergien auslösen. Wobei, ich kann mir vorstellen, dass auch einige treue Anhänger an „Herzblut“ zu schlucken haben. Die Gitarren sind nicht mehr so brachial wie auf „Hochzeit“, aber auch die folkloristischen Elemente der ersten Alben verblassen immer mehr. Subway To Sally 2001 sind eine hörbar gereifte Rockband, die sich von der Schublade „Mittelalter“ nicht beschränken lassen.
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