Supreme Beings Of Leisure: s/t

Wie eine launische Diva, die alles verspricht, aber nichts davon hält. Bei Supreme Beings Of Leisure kann man den Namen beim Kinde nennen, denn wie ein solches verhält sich die Musik zum Etikett, das darauf verweist, dass der Käufer luxuriöses Klanggut erwirbt. Mit anderen Worten, schön, aber nicht essentiell.

Das kurzweilige Vergnügen ohne Haltwertszeit hat alle Ingredenzien zu einer Muzak, die den Thirtysomethings der Max- und Arabella Kiesbauer-Generation gerade gefällt, wenn’s mal etwas progressiver sein darf: A bisserl trip hoppy, a bisserl orientalisch, „…die Frau hat echt ’ne coole Stimme, erinnert irgendwie an…“, auch Gitarren und handwerklich sauber.

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Mouse On Mars: Idiology

Mouse On Mars waren bis zur zweiten LP „Iahora Tahiti“ eine dubbige Angelegenheit, die auf einem englischen Indielabel namens „Too Pure“, mit solch illustren Namen wie Laika, Stereolab und dem PJ Harvey-Erstling 1994 eine E.P. namens „Frosch“ herausbrachten und damals meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zogen. MOM sind seitdem eine Ausnahmeerscheinung, da sie bei jeder Folgeveröffentlichung regelmäßig zu den Lieblingen der Journaille gekürt werden, und das nicht nur im Heimatland. Deutsche Experimentalelektroniker haben in England ja Props ohne Ende. Da kommt sofort der ganze Kraftwerk-, Krautrock- und Can-Schwall rüber („Oh, you are Tschörman, hohoho, so you must know funfunfun on se Autobahn huah huah huah.“ – So kann es einem ergehen, wenn man in einem Pub zu laut quatscht…)

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Gallery: Smile

Mit allen elektronischen Finessen aufgemotzter Power-Metal. Düster, pathetisch und melodiös. Mit saftigen Gitarren, harten Beats und jeder Menge Special Effects. Oft an der Grenze zum Skater-Rock der Guano Apes. Einfallsreich und knackig produziert. Mainstream-Metal im Blockbuster-Format. Kids mit abgehärteten Ohren werden Gallery aus der Hand fressen. „Elevator Music“ heißt übrigens einer der Takes.

Gallery: Smile
(Virtual Records VV 0024-2)

Nick Cave & The Bad Seeds: No More Shall We Part

Nick Cave veröffentlicht zwar schon seit 1984 Platten, aber erst sein morbides Duett mit Kylie Minogue hat die Underground-Ikone in ein breiteres Licht gerückt. Die darauf folgende CD „The Boatman’s Call“ hat ihn und seine Band von einer unheimlich intensiven und verschlossenen Seite gezeigt. Fast vier Jahre hat sich Nick Cave Zeit gelassen, um erneut ein tiefschürfendes Werk zu veröffentlichen.

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Pendragon: Not Of This World

Fünf Jahre hat es gedauert, bis sich das britische Quartett einen Nachfolger zu „The Masquerade Overture“ zurechtgebastelt hat. Der Art- und Progressive-Rock hat in dieser Zeit einige vielversprechende Kinder geboren und wieder festeren Boden unter die Füße bekommen. Die vier Musiker von Pendragon haben die Entwicklung um sich herum genüsslich ignoriert und zelebrieren epischen Konzept-Art-Rock, der nie wirklich „in“ war und es auch nie sein wird. Gehört man zu der Randgruppe, die an sowas Spaß hat, sollte man an „Not Of This World“ nicht vorbeiziehen.

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Southern Rock Allstars: Crazy Again

Das US-Quartett bringt schätzungsweise 500 Kilo auf die Waage und genau so klingt die Musik – pfundig, zupackend, aus einer Zeit, in der die gute, alte Tante Rock nur ein Gesicht hatte. So südlich, wie der Name vermuten lässt, klingen sie gar nicht, und wer von einer Platte nicht mehr erwartet als erdigen Rock, der liegt hier richtig.

(6 Fritten)

Southern Rock Allstars: Crazy Again
(Record Heaven Music)

Gascoine: Stories Of Major Trouble Dirty Fingernails And Men Who Should Know Better

Der ein oder andere mag die deutschen Newcomer Gascoine bereits kennen. Sie hatten bis dato die Chance im Vorprogramm von Nebula, Payola, Waltari und Roadsaw aufzutreten. Bei dieser Gelegenheit sollten sie eigentlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ihr Minialbum legt zumindest die Vermutung nahe, dass das Stuttgarter Quartett auf der Bühne nichts unversucht lässt, das Haus zu rocken.

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Nash Kato: Debutante

Nach den Schweizer „Placebo-sound-alikes“ Chewy verschafft das kleine sympatische Label B-track einer Stimme Platz auf dem europäischen Markt, die in den Neunzigern großen Einfluß auf meine Wahrnehmung amerikanischer Musik hatte. War ich bis in die Mitte dieser Decade nicht entfernt an 70er Glam-/Poserrock à la Cheap Trick interessiert, änderte sich dieser Zustand mit der Veröffentlichung von Urge Overkills „Supersonic Storybook“ auf einem meiner Lieblinglabels dieser Hochphase amerikanischer Indielabels: „Touch and Go“.

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Mumble & Peg: All My Waking Moments In A Jar

Erik Carter, der Drahtzieher in der kalifornischen Band Mumble & Peg, kommt aus dem Noiserock-Umfeld. Allerdings ist davon nicht mehr viel zu hören. Das zweite Album „This Ungodly Hour“ war schon pechschwarz, beklemmend und akustisch angelegt. Der Nachfolger „All My Waking Moments In A Jar“ ist zwar wieder etwas lauter, dennoch weit vom Krach vergangener Tage entfernt.

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