Es gibt immer wieder die Bands, die erst nach ihrem Ableben richtig beachtet werden. Als Kyuss 1991 „Wretch“ veröffentlichten, war die Musikwelt (noch) von Grunge infiziert und somit nahm auch keiner wirklich Notiz (Hardcore-Kyuss-Fan? Dann bitte jetzt aufschreien und eine empörte E-mail schreiben). Mit den beiden folgenden Alben haben sie sich dann einen Status erspielt, der seine Vollendung erst nach der Auflösung fand.
WeiterlesenColdplay: Parachutes

Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Parachutes“ konnte man in der englischen Presse viel Lob über Coldplay lesen. Das macht natürlich skeptisch und veranlasst, eine viel gelobte britische Band mit besonders samtigen Handschuhen anzufassen und ob ihrer Qualitäten genauestens zu untersuchen. Diese Skepsis ist im Falle Coldplay jedoch unangebracht. Das weiß man spätestens, wenn man „Shiver“, den zweiten Song ihres Debüts, gehört hat. Der Opener „Don’t Panic“ stimmt nur ein auf das, was folgen soll und gibt noch nicht wirklich die Marschrichtung vor.
WeiterlesenBombshell Rocks: Cityrats & Alleycats
Die stinkenden Ratten und streunenden Kater der versifften Ghettobezirke haben sich in der hintersten Gasse des Blocks getroffen, um mit lauter Musik Dampf abzulassen und mit ausgestrecktem Mittelfinger ihre Position deutlich zu machen. Kennt man von punkrockendem Getier auch nicht anders. Da rappelt es im Karton, der die fette Aufschrift: In ya face punkrock! trägt.
WeiterlesenBjörk: Selma Songs

Da ist nun also der Score des viel gerühmten und in Cannes ausgezeichneten Films „Dancers In The Dark“. Beim Komponieren bzw. dem Vollenden der sieben Stücke auf „Selma Songs“, so der Titel des Soundtracks, haben Björk einige Produzenten/Künstler geholfen. „I’ve Seen It All“, das hinreißende Duett mit Thom Yorke (Radiohead), entstand zum Beispiel mit Unterstützung von Guy Sigsworth, der auch auf Madonnas neuem Album „Music“ das ein oder andere Wörtchen mitzureden hatte.
WeiterlesenPaul James Berry: Ginnel
Ohne Paul James Berry zu nahe treten zu wollen – aber Sisters of Mercy mit Portishead kreuzen zu wollen, ist schon eine starke Sache. Zumal als Indie-Singer-Songwriter, der der Ex-Rose of Avalanche-Gitarrist heute ist. Die Akustik-Klampfe bleibt die Zelle seines Schaffens, und auch allein mit ihr besteht er locker auf jeder Bühne, selbst mit den Songs seines Albums „Ginnel“ – und das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die Elektronik ist die zweite Säule seines Sounds. Doch in erster Linie schreibt der Mann nunmal simple, aber düstere Ohrwürmer, die auch Nick Cave gut zu Gesicht stehen würden: atmosphärisch dichte Midtempo-Balladen, großflächig, pulsierend und mit Gänsehaut-Bariton vorgetragen.
WeiterlesenLektion 10: Inside Internet – Interessante Informationen 2

Eine Frage, die im Zusammenhang mit dem Internet überraschenderweise immer wieder gestellt wird, lautet: „Was ist da eigentlich drin?“ Nun, auch zur Beantwortung dieser Frage muß unser Blick zurück zu den Anfängen dessen schweifen, was wir heute mit dem Kosenamen „das Web“ benennen.
WeiterlesenAlan Jackson: When Somebody Loves You
„It’s all right to be a redneck“ singt Alan Jackson auf seinem neuen Album „When Somebody Loves You“. Klar, ist das okay. Solche Aussagen erwartet man auch von einem, der Schnauzbart, Cowboyhut, bordeauxfarbenes Sakko mit aufgestickten weißen Pfeilen, Lederstiefel und Vokuhila-Haarschnitt trägt.
WeiterlesenEnchant: Juggling 9 Or Dropping 10
Vergleiche mit anderen Bands sind gefährlich – sie setzen immer voraus, dass man sich unter den angeführten Paten etwas vorstellen kann. Gut, Marillion kennt jeder, aber IQ? Warum steht dann in jeder zweiten Progressive-Rock-Kritik was von IQ? OK, ich versuch‘ es ohne Querverweise.
WeiterlesenInterview: Red Snapper (2000)
Oh, it’s pure Red Snapper
Red Snapper zählen zu den interessantesten Bands des Genres Elektro. Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen verlassen sie sich beim Komponieren nicht ausschließlich auf Zutaten aus der Konserve. Zum anderen kreieren sie ein faszinierendes Gemisch aus düster-melancholischen und schönen, funkigen Elementen.
WeiterlesenVenice: Spin Art
Für mich gibt es fünf Kategorien Musik: Zum Auto fahren, zum Abhotten, für romantische Momente, Musik, auf die man sich konzentrieren muss und Everyday-Music, also die Hintergrundscheiben für’s Abendessen oder Spieleabende. Überschneidungen sind hier ebenso wünschenswert wie häufig. Der kalifornische Vierer Venice erfüllt die Kriterien für die letzte Kategorie mit Bravour: „Everyday Music“, die keinem weh tut, aber so gut gemacht ist, dass man sich nicht mit Grauen abwenden muss.
WeiterlesenCommercial Breakup: Global player
‚Minimal-Pop mit Kindchenschema‘ ist die Kategorie, die sich Commercial Breakup ausgesucht haben. Ja, es blubbert. Und eine Lolita-Stimme gibt´s auch dazu. Aber das New Order-Cover in der Tracklist lässt schon vermuten: der Elektronik-Sound ist „nur“ trojanisches Pferd. Wofür? Tja. Für den LowFi-Charme des Ladomat-Labels. Für Rafinesse, Cleverness und Poesie. Der aufgeblasenen Bits-und-Bytes-Branche mal wieder zeigen, dass es auch mit Weniger geht. Und dass darin eigentlich die Kunst liegt.
WeiterlesenLektion 9: Inside Internet – Interessante Informationen 1

Heutzutage, da jeder Hansel und Wurstel, der eine AOL-Software installieren kann, sogleich ein „Internet startup“ gründet, sich eine Pferdeschwanzfrisur wachsen läßt und sein dummes Geschwätz fortan „online content“ nennt, heutzutage also kannst du, LeserIN, nicht genug über das Internet wissen. Denn bedenke: Ohne Internet gäbe es stücker 100.000 Arbeitsplätze weniger in der landwirtschaftlichen Industrie, 20.000 Maurer stünden auf der Straße und die „Ich-schreibe-eine-Kolumne-über-Computer-fürs-Hinternet“-Branche würde gar gänzlich vom Arbeitsmarkt verschwinden. Beginnen wir daher heute mit der hochinteressanten Doppelfrage: Wer entdeckte eigentlich das Internet – und was ist das überhaupt?
WeiterlesenThe Sea And Cake: Oui
Wie weit kann man sich vom Pop entfernen, ohne vornüberzukippen? Das mag die Frage gewesen sein, die The Sea and Cake bewogen hat, nach drei Jahren Pause wieder ins Studio zu gehen. Ein Experiment also, im Selbstversuch, stellt man sich als Rezensent so vor. Sicher, es ist Pop. Die Akustikgitarren, die kleinen Melodien, die federnden Percussions…
WeiterlesenHolly Cole: Romantically Helpless
Holly Cole wird es schaffen. Irgendwann und irgendwie. Vielleicht nicht mehr in diesem Leben, aber in einem besseren. Denn Holly Coles Geschmack ist das, was man „distinguiert“ nennt. Und er läßt sie auch auf ihrem neuesten Werk nicht im Stich. Was Holy Cole singt – und sei es Paul Simons „One Trick Pony“ -, erhält sofort einen Schuß leichten Jazz. Und manchmal, wie im Titelsong, sogar einen Spritzer Bossa Nova.
WeiterlesenTodd Thibaud: Squash
Ich muss mit dem Naheliegendsten anfangen: Der zwölfte und letzte Titel heisst „No Surprise“ und könnte eigentlich auch der Titelsong sein. Was soll man auch die Fans mit zu vielen neuen Ideen verschrecken? Also fährt Todd Thibaud die sichere Nummer und präsentiert die stringente Fortsetzung seiner Vorgängeralben „Favourite Waste Of Time“ und „Sweet Little Mistery“. Grundsolider Gitarrenrock mit einem Faible für einprägsame Melodien.
WeiterlesenRPWL: RPWL
Bereits im zweiten Titel setzt sich das deutsche Quartett den Apfel auf den Kopf: „Who Do You Think We Are?“. Ich denke, ihr seid eine ehemalige Pink Floyd Coverband, die den Begriff „Inspiration“ irgendwie falsch gedeutet hat. Wobei, die großen Schuhe ihrer Vorbilder füllen sie ganz ordentlich aus. Schade nur, dass auf der Sohle das Profil fehlt.
WeiterlesenPorncreep: Eject Too Late
Ach, was haben wir gelacht. Kleines pubertäres Gekicher über Claudias Schäferhund und über die süße Gwendolyn, die man sogar als Postpaket verschicken könnte (theoretisch). Ja, damals, als man Sex nur vom Hörensagen kannte und eine etwas hormonverzerrte Vorstellung davon hatte. Ich staune immer wieder nicht schlecht, dass es Leute gibt, die sich über die Bloodhound Gang kaputt lachen, die Pubertät aber schon rund 15 Jahre hinter sich haben. Somit standen die Vorzeichen für Porncreep extrem schlecht.
WeiterlesenDumbell: Don’t Mess with Cupid
Paul Smith aka Paul Grace ist ein Amerikaner, der seit ungefähr sechs Jahren in Köln wohnt und die hyperaktive Punkband Dumbell anführt. Sie haben über 600 Konzerte gespielt und vier Alben veröffentlicht, wovon das aktuelle „Don’t Mess With Cupid“ das mit Abstand Beste ist.
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