Celtus: Portrait

Nicht mehr ganz frisch ist die neue CD von Celtus aus Nordirland. Obwohl „Portrait“ schon im Herbst 1999 in Deutschland erschienen ist, blieb das Album bisher völlig unbeachtet. Nach ihrem außergewöhlich guten Debüt „Moonchild“ sind die McManus Brüder nun einen Schritt weiter in Richtung Celtic-Ethno-Pop gegangen. Die Songs des neuen Albums sind weniger melancholisch, bestechen aber immer noch durch ihre Harmonien und Arrangements.

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Favez: Gentlemen start your engines

„Hier ist es schön ruhig. Die Schweiz eben. Kriegt man da nicht Lust, ein bißchen Krach zu machen?“ Favez über Favez. Momentan ein Gitarren-Quartett mit offenbar erheblichem Drummer-Verschleiß. Guter, alter Rock mit weiten Melodie-Bögen, Harmoniegesang und schrammeliger Pop-Attitüde. Straight und schnörkellos. Mit Hang zum Melancholischen, viel, viel Drive und trotzdem sehr leichtfüßig. Kaum zu glauben, dass diese Band ein rein akustisches Debütalbum („A sad ride on the line again“) vorgelegt hat.

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Mogwai: E.P.

Einen Titel hat sie nicht, die neueste musikalische Errungenschaft der Glaswegian Post-Rocker Mogwai. Namen sind Schall und Rauch. Wichtig ist allein, dass jeder weiss, was er kriegt, wenn er ein Produkt von Mogwai in den CD Player schiebt oder auf den Plattenteller legt. Höchste Qualität würde zumindest ich mal behaupten – natürlich von einem völlig subjektiven Standpunkt aus betrachtet. Nicht, weil ich derzeit in Glasgow lebe und die Band live gesehen habe, auf der Aftershow-Party, zu der ich eingeladen war, ihr Bier wegtrinken durfte und, als ich betrunken in einer Stammbar sass, mich kurz mit dem kleinwüchsigen sympathischen Sänger unterhalten habe, sondern weil Mogwai mit Modest Mouse und Built To Spill zu den wenigen Bands gehören, die der Gattung Rock einen neuen Anstrich verpassen (können) und das Konzept von Gitarre, Bass, Schlagzeug und in diesem Fall Keyboards anstelle von Gesang auf ein neues Level heben.

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Eläkeläiset: Humpan Kuninkaan Hovissa 1994-95

Was ist das? Eine Kirmestruppe, deren Frontman mit Tischtennisbällen im Mund singt? Nein, das sind Eläkeläiset: eine finnische Polkatruppe! Den Finnen sagt man oft nach, sie wären im Winter komplett andere Menschen als im Sommer. So, als bestünden sie eigentlich aus zwei Völkern. Der fröhliche Teil verabschiedet sich nach dem Sommer, und heraus kommen die Winter-Finnen, ein düster-verschlossenes Grüppchen. Eläkeläiset sind ganz offensichtlich Sommer-Finnen.

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Beck: Midnite Vultures

Es sei bewundernswert, wie Schwarze „I wanna fuck“ singen könnten, und trotzdem klinge es einfach nur rein und liebevoll. Er selbst höre privat gern R. Kelly, erzählte Beck jüngst in Interviews. Der gute, alte Adept. Voll der Anerkennung und des Respekts für die Kollegen, von denen er sich immer gern inspirieren läßt. Um dann wieder eine seiner eklektizistischen Fundgruben abzuliefern, ohne den Vorbildern dabei die Füße zu küssen.

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Mary Black: Speaking With The Angels

Als der NASA-Astronaut Jim Newman 1995 mit dem Spaceshuttle „Atlantis“ in den Weltraum flog, nahm er sechs Musikkassetten mit – eine davon war Mary Black’s achtes Album „Circus“. (Wäre auch mal eine schöne Rubrik: Sechs MC’s für’s Weltall) Ich kenne zwar Jim Newman nicht, aber der Mann hat Geschmack – „Speaking With The Angels“ ist das zehnte Album von Mary Black und hat wieder das Zeug zum Weltraumklassiker. Zwölf Perlen von verschiedenen Songwritern, die unter der behutsamen Produktion von Donal Lunny und Steve Cooney richtige „Ohrschmeichler“ geworden sind.

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Gregorian: Masters of Chant

Wir hatten Wassermusik, wir hatten Feuerwerksmusik und wir hatten Fahrstuhlmusik. Als neusten Ausfluss der globalen Unterhaltungsindustrie liefert man uns konsequenterweise Beichtstuhlmusik: Die Retortengruppe „Gregorian“ präsentiert zum festlichen Jahresende ihr Album „Masters of Chant“. Es kommt daher, als hätte ein verwirrter Doktor Guildo Horn mit Uriella gekreuzt und ins Kloster gesperrt.

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Nebula: To The Center

Zum Zentrum des Universums wollen uns Eddie Glass, Mark Abshire und Ruben Romano alias Nebula also mitnehmen. Eine solche Einladung sollte sich der geneigte Stoner Rock-Freund eigentlich nicht entgehen lassen. Die besonderen Anreize liegen auf der Hand. So eine Reise ist unwiderlegbar etwas Einzigartiges und da Nebula nicht nur als erfahrenes Bordpersonal in Erscheinung treten werden, sondern zugleich den bedröhnten Soundtrack mitliefern, um den Trip zu einem solchen auch werden zu lassen, lohnt es sich doppelt.

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Leadfoot: Take A Look

Am 9. Juni des Jahres 1993 war für Karl Agell die Karriere bei Corrosion Of Conformity beendet. Einen Tag darauf kündigte auch Bassist Phil Swisher und schloss sich seinem ehemaligen Sänger ein weiteres Mal an. Traurig erst einmal für all die C.O.C.-Fans, die nicht daran glaubten, die Band könne sich je wieder von dieser Trennung erholen (was sie dennoch tat). Karl und Phil liessen nicht lange die Zeit ungenutzt verstreichen und bemühten sich zwecks Neuformierung einer Band um potentielle Mitstreiter, die dann ein paar Monate später unter dem Namen Leadfoot das Licht der Welt erblicken sollte.

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Interview: KC Da Rookee

HipHopper alle Länder, vereinigt Euch

Nottingham, ist eine der britischen Städte, in der viele Underground-MCs ihr Unwesen treiben. Bis vor einigen Jahren war auch KC Da Rookee einer unter vielen. Erste Erfahrungen sammelte er mit Ragga-Soundsystems und später als Mitglied der Broken English Crew, die immerhin Busta Rhymes, Fugees und Ice-T supporten konnten. Doch in Nottingham sollte seine Karriere nicht enden. Parrallel zum HipHop war eine weitere Leidenschaft des heute Mittzwanzigers Basketball. Dieser Sport war es letztendlich, der den rappenden Basketball-Spieler nach Deutschland lockte. Wie, das wird er euch gleich selbst erzählen.

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Consolidated: Tikkun

Heilen ist die Denotation des Albumtitels. Um genauer zu sein, gibt die Übersetzung aus dem Hebräischen die Formulierung „Heilung und Rettung durch die Suche nach Verständnis, den Versuch, sich selbst zu verstehen“ preis. Demnach ist davon auszugehen, dass sich Consolidated während ihrer Abwesenheit seit der Veröffentlichung des ’98er Albums „Dropped“ gefunden, sich selbst erforscht und letztendlich verstanden haben.

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