Achtung, letzter Aufruf: Die Schublade für Bands, die klingen wie My Chemical Matchbook Romance wird demnächst wegen Überfüllung für immer geschlossen. Saves The Day nutzen ihre Erfahrung und rutschen mit ihrem neuen Album noch elegant durch die Kontrolle.
WeiterlesenKategorie: Musik
Botanica: Berlin Hi-Fi
Auch wenn die Covergestaltung das Paradebeispiel einer Netzhautpeitsche ist – der musikalische Inhalt ist handwarmes Rosenöl, das sanft in die Gehörgänge geträufelt wird. Vor ein paar Jahren bei den Kirmesmusikanten Firewater abgewandert, kokettiert Sänger Paul Wallfisch heute noch mit seinem Zigeunerdasein und gibt gerne den Weltenbummler.
WeiterlesenRiverside: Voices In My Head
In den Kritiken zu Riversides aktuellem Longplayer „Second Life Syndrome“ schwang fast immer ein Hauch von Verwunderung mit. Wie kann es sein, dass eine nahezu unbekannte Band aus Polen scheinbar mühelos alles in den Schatten stellt, was im Prog-Rock Rang und Namen hat? „Voices In My Head“ ist die Wiederveröffentlichung einer EP von 2004, jetzt angereichert mit drei Livetracks und dem Video zu „Acronym Love“.
WeiterlesenEin Fall für die Niedlichkeits-Polizei
Oliver Fuchs und Karl Bruckmaier in der Süddeutschen über aktuelle CDs zum Thema Fußball & WM: → Auf Ballhöhe.
Kurzgefasst: Brasilianer kommen gut weg, Deutsche nicht. Na so was.
The Automatic: Not Accepted Anywhere
Geht doch: Wer bis dato geglaubt hatte, erfrischenden Dancepunk bekäme drei Generationen nach Radio 4, Bloc Party und The Rapture kein Nachfahre mehr gebacken, der liegt vollkommen falsch. Zumindest The Automatic haben das Kunststück vollbracht, auf ‚Not Anywhere Accepted‘ Songs zu packen, bei denen man gleich ganz hibbelig wird.
WeiterlesenLive: Matt Costa
Köln, Prime Club, 7.6.2006.
Eigentlich hätte der lange laue Vorsommerabend all diese Jungs und Mädels mit den Skater-Schuhen, T-Shirts mit Aufdruck „West Shore“ und kleinen Holzsurfbords um den Hals zu einer Grillparty oder zumindest in den Biergarten gelockt, wäre da nicht das Matt Costa Konzert im Prime Club gewesen.
In der Schlange vorm Club wird noch in Ruhe ein Joint geraucht, bevor die Sonnenbrillen in den Taschen oder in den Haaren verschwinden und das schummerig-dunkle Saal-Licht uns alle umhüllt. Auf den Auftritt muss ich noch zwei angenehme Bierlängen warten. Der Raum ist voll als der nette Junge von nebenan die Bühne betritt…
Makrosoft: Stereo Also Playable Mono
Was für eine großartige Idee: Man nehme Evergreens aus der Pop- und Rockwelt und stülpe ihnen ein Swing-Korsett über. Okay, kein bahnbrechender Einfall. Doch wer Makrosoft einmal gehört hat, der wird unsere Begeisterung sicherlich teilen können.
WeiterlesenThe Forecast: In The Shadow Of Two Gunmen
The Forecast sind eine Band, bei der nichts zusammenpasst: Albumtitel und -cover lassen Schlimmstes befürchten, die Bandmitglieder sehen aus wie Holzfäller und obwohl der Opener „Everything We Want To Be“ an Collective Soul erinnert, erscheint die Band bei Victory.
WeiterlesenRadio 4: Enemies Like This
Nach der etwas verkopften Vorgängerscheibe „Stealing Of A Nation“ ziehen Radio 4 jetzt wieder alle Register und liefern einen bunten Stilmix ab, der so facettenreich ist wie die Einwohnerstruktur ihrer Heimatstadt New York.
WeiterlesenPaatos: Silence Of Another Kind
Makabres Covermotiv, das die Schweden ihrem dritten Album verpasst haben. Dabei gibt es gar keinen Grund, sich einen neuen Platz kurz unter der Decke zu suchen. Die ewigen Vergleiche mit The Gathering werden sie zwar auch mit „Silence Of Another Kind“ nicht abschütteln, aber Paatos schaffen immerhin das Kunststückchen, an Niederlandes Vorzeigeinnovatoren dicht dranzubleiben.
WeiterlesenSeachange: On Fire, With Love
Krach haben sie gemacht, die Jungs und das Mädel aus Nottingham, mit ihrem mächtigen Debütalbum „Lay Of The Land“. Legt man jetzt „On Fire, With Love“ ein, hat man erst einmal das Gefühl, die falsche Band wäre im CD-Player gelandet: Aus den Boxen schallt urbritischer Indie-Pop.
WeiterlesenFire In The Attic: I’ll Beat You, City!
Redfield Records ist der Beweis, dass es ein kleinen deutsches Label mit viel Hingabe und Ausdauer packen kann. Nicht dass Redfield schon zu den Großen gehören würde. Aber das Label aus Düsseldorf hat sich im Emorock/Screamo-Sektor schon einen Namen gemacht.
Nicht zuletzt dank Veröffentlichungen von A Case Of Grenada, Crash My Deville, des Gameface-Sängers Jeff Caudill und natürlich von Fire In The Attic. Der Band also, die im Redfield-Lager zuletzt am meisten Kilometer auf der Autobahn zurücklegte, um den deutschsprachigen Raum zu betouren. Nun liegt endlich der Nachfolger ihres 2005er Debüts ‚Crush/Rebuild‘ vor. Herausgekommen sind zwölf Songs, die in knapp 38 Minuten klar machen, warum FITA so angesagt sind. ‚I’ll Beat You, City!‘ ist hochklassiger, dynamischer und abwechslungsreicher Emorock mit leichtem Screamo-Touch.
Fire In The Attic: I'll Beat You, City! Redfield/Cargo VÖ: 2.6.2006
Derselbe alte Bullshit
Beschäftigen Sie sich noch mit der Philosophie?
Ja, aber nicht mehr so viel wie früher. Ich komme immer wieder darauf zurück – wie ein Hund, der nicht aufhören kann, an seinem kranken Bein herumzukauen. Es wird nicht besser davon, eher schlimmer.
Green Gartside, der Mann hinter Scritti Politti im taz-Interview: → „Alles, wonach man sich sehnt“
Das Bierbeben: Alles fällt
Die Elektropunk-Allstar-Combo Das Bierbeben hat mit „Alles fällt“ nun ihr lang erwartetes zweites Album veröffentlicht. Die minimalistische Monotonie ist gereift zu einer hypnotischen Dancefloor-Meditation, die im Nebeneinander von Elektronik, Rockinstrumenten und Gesang einen düster angehauchten lyrischen Protest transportiert.
WeiterlesenThe Raconteurs: Broken Boy Soldier
Da liegen die Schatzkammern voll mit Gold und Edelsteinen. Und eine Stimme sagt: Hereinspaziert. Aber das allein macht noch keinen geschmackvoll geschmückten Menschen. Man muss auch verantwortungsvoll mit all den Herrlichkeiten umgehen können. Sprich: alles Geschmeide gleichzeitig umzuhängen, macht nur billig.
WeiterlesenErasure: Union Street
Ich mochte Erasure noch nie. Mit Ausnahme einer Erstbegeisterung für „Sometimes“ war mir das immer zu viel Hopsasa und Trallala und zu wenig Fleisch. Insofern hat es einige Zeit gebraucht, bis ich mich an den Gedanken gewöhnt habe, dass mir „Union Street“ gefällt.
WeiterlesenThe Black Heart Procession: The Spell
Pah, wer braucht schon Frühling und hat Lust, sich neu zu verlieben, Kinder zu zeugen oder einfach nur im Biergarten auf der Bank zu lümmeln? Prozession ist angesagt, und wenn Menschen mit düsteren Mienen und Todesnähe durch die Straßen marschieren, dann ist es nicht der Ärztestreik, sondern The Black Heart Procession.
WeiterlesenJewel: Goodbye Alice In Wonderland
Mit „This Way“ (2002) schon auf dem Mainstream-Highway unterwegs, bog Jewel Kilcher mit „0304“ (2003) in die Rabatte ab. Auf lasziv getrimmt präsentierte sie anbiedernden Pop und man fühlte sich peinlich berührt, dass man ein paar Jahre zuvor „Pieces Of You“ (1996) und „Spirit“ (1999) in den Himmel gelobt hat.
WeiterlesenOkkervil River: Black Sheep Boy
Laut ‚Yippie‘ möchte man rufen, bei solch großartigen Alben. Wobei ‚Yippie‘ trotz eines klar erkennbaren Countryeinschlags nicht passen will. Okkervil River spielen skurrilen Indierock, der stimmlich mehr als einmal an Bright Eyes erinnert, aber Mastermind und Sänger Will Sheff gibt auch gerne den Robert Smith.
WeiterlesenRon Sexsmith: Time Being
Ist es vermessen zu sagen, Ron Sexsmith sei einer der bedeutendsten, lebenden Songwriter? Ich glaube nicht. Seit rund zehn Jahren überrascht der verknautschte Kanadier mit Hammeralben, die sich immer zwischen ’sehr gut‘ und ‚Meisterwerk‘ bewegen. Da „Time Being“ nicht die homogene Grandezza von „Retriever“ ausstrahlt, gehört es eher in die erste Kategorie.
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