Voltaire: Heute ist jeder Tag

Falls es irgendjemand geben sollte, der zwischen Blumfeld und Muse eine musikalische Lücke sieht, kann er sie jetzt mit der Bonner Band Voltaire schließen. Der Namen gebende Bandkopf heißt tatsächlich Roland Meyer de Voltaire und liebt eine Kopfstimme, die ins Bodenlose fällt und zurück saust, genauso wie Matthew Bellamy (Muse) oder Jeff Buckley. Dabei wird er von vier überaus talentierten Musikern unterstützt, die weit mehr drauf haben, als die zahllosen Deutsch-Rock-Bands, die uns derzeit die Ohren vollschrammeln.

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Live: Adam Green

Saarbrücken, SR, 26.2.2006.

Adam Green, der zynische Songschreiber aus New York, der sich vom clownischen Provokateur zum hoch geschätzten Künstler gemausert hat, ist derzeit auf Deutschlandtournee. Kein gewöhnliche Tour wohlgemerkt. Er spielt nur in wenigen Städten und das jeweils vor einer überschaubaren Gruppe Fans, die zuvor das Glück hatten, bei ortsansässigen Radiosendern Karten zu gewinnen.

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Live: Hard-Fi

Luxemburg, den atelier, 21.2.2006.

In Großbritannien sind sie bereits Stars. Dank ihrer Hitsingles „Cash Machine“ und „Hard To Beat“ dürfen sich Hard-Fi auf ihre anstehende UK-Tour freuen, die schon jetzt komplett ausverkauft ist. Dabei gastieren sie als Hauptband in nicht gerade den kleinsten Clubs der Insel und immerhin fünf Mal in London. Nicht schlecht für eine Band, die bis dato erst ein Album auf dem Markt hat: „Stars Of CCTV“, erschienen im letzten August.

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Umbenennung

Um künftig allen Scharmützeln innerhalb der ideologieverseuchten „Blogosphäre“ aus dem Wege zu gehen, firmiert „Watching the detectives“ von nun an nicht mehr als „Blog“, sondern: „Dynamischer Internetauftritt mit kriminalliterarischem Inhalt“, kurz DIKI. Es wird also nicht gebloggt, sondern „gedikt“, der Blogger ist ein „Diker“, der sich mit Gleichgesinnten in der (noch) erfreulich ideologiefreien „DIKISPHÄRE“ tummelt. Ich bitte dies zur Kenntnis zu nehmen. Und es heißt natürlich DER DIKI und nicht DAS DIKI!

Mensch, Alfred!

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Hättste doch nicht machen sollen…Schickt mir der Bursche tatsächlich nicht nur die broschierte Ausgabe des von Axel Bußmer herausgegebenen → Block-Sammelbandes, sondern auch noch die gediegen gebundene und mit einem Schutzumschlag veredelte. Darf ich doch nicht rezensieren, Herr Miersch! Bin doch befangen! Gleich doppelt! Was sollen denn meine Leser denken!? Andererseits: Erstes Anlesen…ja, ja, doch, doch…nein, darf ich nicht! Gehört sich nicht! Rezensentenmoral! Andererseits: Ich kann einfach kein Buch unbesprochen lassen. Das ist inzwischen wie eine Sucht…Wie soll ich mich nur entscheiden? Warum stürzt du mich in diesen Gewissenskonflikt, gewissenloser Verleger Alfred Miersch?

George P. Pelecanos: Shame the devil

Die Bücher der späten 90er Jahre von George P. Pelecanos sind in den USA als „washington quartet“ bekannt. „Nach dem starken Echo erscheint die Washington-Trilogie nun als Kassette im literarischen Hauptprogramm“, schreibt dagegen der Dumont Verlag zu einer → Neuauflage der Bücher „Das große Umlegen“, „King Suckerman“ und „Eine süße Ewigkeit“ in einem Sammelschuber. Und auch die deutsprachige Kritik spricht von einer Trilogie. Nun muss man natürlich auch bei viel gutem Willen zugeben, dass die Begriffe Trilogie und „quartet“ sich nicht zur Deckung bringen lassen. „Tell the truth and shame the devil“: Die haben da einfach ein Buch weggelassen.

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Immer schlimmer

Es wird immer schlimmer mit dem Kollegen Menke vom Krimiblog. Erst hält er dem ahnungslosen David Peace ein Mikro vor die Nase und nötigt ihn zum → Interview. Dann dient sich ihm die notorische Komplizin Anobella als (wahrscheinlich leichtbekleidetes) „Bunny“ an, um künftigen Opfern „Tee zu servieren“ (Kommentar 12 zum Interview) .

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Nachtgedanken -2-

Das mit den Definitionen ist so eine Sache. Zu behaupten, „noir“ sei 1929 entstanden, ist das eine (siehe → hier ); daraus zu schließen, „noir“ habe seit 1929 genau diese und jene Charakteristika, würde jedoch bedeuten, Literatur nicht als lebendiges, sich ständig veränderndes Wesen wahrzunehmen. Und davor wollen wir uns hüten. Nein, alles hat sich entwickelt, alles entwickelt sich, geht vor und zurück; Kriminalromane, die nach Schablonen entstehen, sind allenfalls harmlose Unterhaltung, Autoren, die neben sich „Gesetzbücher“ stapeln wie sonst nur Juristen, wären besser Juristen geworden. Und selbst denen genügt das gedruckte Wort selten allein.

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Seghers‘ law

Ein Gesetz ist das, was auf einer massiven Steintafel steht, bei der man erst dann, wenn man sie wütend auf die Erde schleudert, merkt, dass sie aus Ton ist. Und ist die Tafel erst einmal kaputt, das Gesetz obsolet, kommt auch flugs das nächste und das nächste und bis in alle Ewigkeit. Das gilt auch für den Kriminalroman. All das müsste einmal erschöpfend dokumentiert werden, und jetzt tut es einer. Jan Seghers.

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