Rosen aus dem Süden



James Last spielt Johann Strauß.

Das war klar. Das musste es auch noch geben. Genauso wie später die „James Last plays Abba“ kommen musste. Gibt es nicht auch eine „James last spielt Beatles“? Und wenn nein – warum nicht? Weil Michael Jackson es nicht erlaubt hat?

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Onder moeders Paraplu


Ha! Eine holländische Pressung. Mit James Poppins auf dem Cover. Ist das nicht süß? Ob er die selbst gemacht hat? Und dann dieser blaugestreifte Anzug! Vor dem himmelblauen Hintergrund! Mit der pink-orangefarbenen Schrift! Wow, wow, wow.

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Ron Sexsmith: Retriever

Hier muss man gar nicht lang rummachen – das siebte Werk des kanadischen Songwriters krönt nicht nur sein bisheriges Schaffen, sondern entmachtet sanft lächelnd alle, die sich in den vergangenen Monaten an emotionalem Schwelg-Pop versucht haben.

Auf „Retriever“ gibt es nicht eine langweilige Sekunde, nicht ein Takt wirkt aufgesetzt und es scheint völlig sinnlos, auch nur einen schlechten Song auszumachen. Auf der einen Seite ist Ron Sexsmith in seinen Arrangements so opulent und verschwenderisch wie nie zuvor, auf der anderen Seite hat er die präzise Instrumentierung der vergangenen Alben bewahrt. „Retriever“ lohnt sich allein um zu hören, wie sich Klavier und knorzige Gitarre in dem genialen „Imaginery Friends“ permanent das Staffelholz überreichen.

Aber Ron Sexsmith gibt nicht nur den sanftmütigen Pausback, sondern schüttelt auch das verhältnismäßig rockige „Wishing Well“ aus dem Ärmel. Und da es wenig Sinn macht, euch jetzt noch die fehlenden zehn Songs aufzuzählen und sie mit blumigen Adjektiven auszuschmücken, schließ ich mit kühnem Pathos: Ron Sexsmith gibt die glückliche Vermählung von Perfektion und Emotion bekannt.

Ron Sexsmith
Retriever
V2/Rough Trade

Käpt´n James bittet zum Tanz

28 Melodien von der Waterkant, zum Tanzen, Schunkeln und Mitsingen.

Das ist sie also, die berühmte „Käpt´n James“. Erste Folge. Ich hatte ja was Schwerfälliges, Betuliches erwartet. Bin nicht so der große Shantie-Fan. Aber da hat er mich auch schon an der Angel: mit lockerem Swing-Beat und diese tollen, leuchtenden Trompeten-Stößen. Sind das überhaupt Trompeten? Ich glaub, für mich ist alles, was nach Blech und Bläsern klingt, Trompeten.

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Non Stop & A gogo


Wieder eine holländische Platte. Mit Evergreens. Ganz klassisch: Track auf Track. Nix Party. Obwohl hier Non Stop und A gogo steht. Was für ein Kombination!! Hätte es nicht noch heißen müssen: Happy non stop a gogo?

Ist jedenfalls eine grandiose Swing-Sammlung. Frisch, originell, bezaubernd. Echte Perlen. Ich könnte noch Stunden so weitermachen…

Komisch, dass „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ hier als „Eine ganze Nacht“ firmiert. Aber es ist natürlich trotzdem ganz großes Kino. Mit großem Tamtam und viel Hall. James Last hat einfach ein Händchen für Atmosphäre. Und die findet sich auf der ganzen Platte: Greensleeves, Hello Dolly, Sloop John B, Lara´s Theme, I got you Babe, Yellow Submarine, Das Wandern ist des Müllers Lust…

Knackbass, Latin-Rhythmen, Vibraphon-Soli – gibt nichts, was es hier nicht gibt. Lassen Sie sich nicht von der bemüht keck schauenden Dame auf dem Cover abschrecken. Das hier ist eine super, super Platte! Ganz anders als das James Last-Klischee mit den Party-Platten und den Pop-Medleys. Obwohl die auch klasse sind, ich kann´s nicht oft genug sagen. Aber hier ist auch so richtig alter, plüschig-gediegener Bar-Jazz drauf. Und die Luft der Beat-Ära weht ganz kräftig durch. Wunderbar produziert. Knackig, satt und raumgreifend. Macht die Wohnung gleich ein paar Quadratmeter lauter, wenn´s aus den Boxen wummert.

Live: Sportfreunde Stiller, Campus

Capitol, Hannover, 16. Mai 2004.

Fazit: Sie Roque. Trotz widriger Umstände (Bayern ist nicht Meister und bangt um Tabellenplatz zwei, 1860 steht mit anderthalb Beinen schon in der zweiten Liga) lieferten Sportfreunde Stiller auf ihrer „Burli“-Frühjahrstour ein schönes Konzert in Hannover ab. Rockend, freundlich, zuverlässig.
Das Capitol – ein ehemaliges Kino, das jetzt als Konzertsaal rund 2.200 Menschen fasst (den Balkon gibt’s immer noch, wenn alle hüpfen, kann er furchterregend schwanken) – war schon Wochen vorher ausverkauft. Das lag ganz sicher auch an der angekündigten Vorband: Franz Ferdinand, die heiß gehandelte Kunsthochschulen-Combo aus Glasgow. Die kamen aber nicht. Ein Todesfall in der Familie eines der Musiker war Grund für die Absage der Schotten. Kurzfristig sprang die Münchner Band Campus ein. Schlechter Hallensound, aber gute Gruppe. Sollte man im Auge behalten.

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Concert-Successen


Ungefähr vier Last-Platten hat es gedauert, bis ich gemerkt hab, woher ich das „Theme from Elvira Madigan“ kenne. Nein, nicht aus einem Mozart-Konzert, wie man vielleicht vermuten könnte. Nein, aus dem Schlagerprogramm des Saarländischen Rundfunks. Aus dem Lied „Seelenfeuer“ von Claudia Jung und Richard Clayderman. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – aber das ist doch komplett bei Mozart geklaut! Wahrscheinlich ist es sogar im Kleingedruckten auf der CD verzeichnet, und ich hätte bloß mal besser hingucken sollen.

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Vrolijk Kerstfeest met James Last

Da hat der Kostümbildner nicht lang überlegen müssen. Eine Weihnachtsplatte? Da verkleiden wir James Last doch als Weihnachtsmann! Und Herr Last macht ja bekanntlich jeden Unfug mit. Wahrscheinlich ist das Foto eh im Sommer geschossen. Sowas kann man ja nicht erst im Winter machen, dann ist es zu spät. James Last steht also im nicht klimatisierten Studio und schwitzt als Weihnachtsmann vor sich hin.

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Bittet zum Tanz


Mal wieder eine Compilation aus den 80ern. Aus der Reihe mit diesen verschwommenen, am liebsten in Rot-, Braun- oder Gelbtönen gehaltenen Coverfotos. Soll so was von „de luxe“ haben. Drinnen ist aber dann doch die bekannte, beschwingte Last-Musik.

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Happy Lehár


Kostümball bei Lastens! Und die wichtigsten Accessoires: blonder Ellbogenschmuck. Zwei genauso grell wie albern verkleidete Weibsleut. Hei-jei-jei… Und dazu dieser knatschblaue Hintergrund. Wieviele Käufer sind eigentlich an diesem Cover blind geworden? Mir wird grad auch schon ganz anders. Nein, das war bestimmt Bestandteil einer vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Kampagne: Mehr Lebensfreude durch Hellblau. Hätte jedenfalls gepasst in den 70ern. Wo man jetzt all die hübschen Sachen aus Plastik machen kann – warum nicht noch alles in den gleichen Farben anpinseln?

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In Wien beim Wein


Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen: Das muss der Hit gewesen sein in bundesdeutschen Wohnzimmern der 70er. James Last auf Wien-Beutezug. Und wie er da schon auf dem Foto sitzt. So´n keckes „Na, wollt Ihr nicht auf mal?“ im Blick. Was er da trinkt, ist aber kein Wein, sondern obviously Kaffee. Wiener Melange wahrscheinlich. Paar Zeitungen scheinen noch auf dem Tisch zu liegen, die Stühle sind natürlich echte Kaffeehaus-Stühle. Aber die Fototapete hinter ihm ist ganz schlimm. Ich hoffe, dass nicht wirklich ein Kaffeehaus in Wien so aussieht. Sondern dass das nur getürkt, höhö, ist.

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Bernd Begemann & die Befreiung: Unsere Liebe ist ein Aufstand

Wenn er will, kann Bernd Begemann ein harter Kritiker und entlarvender Beobachter sein. „Unsere Liebe ist ein Aufstand“ gegen alles, was uns festhält und klein macht, hören wir da auf dem neuen Album. „Wir zerstören die alte Ordnung“. Oder die wunderbar traurige Kitsch-Ballade „Wir sind lebendig begraben – und manchmal fühle ich mich nicht einmal richtig lebendig“.

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Dead Moon, Bielefeld

Eigentlich bin ich ja gar nicht mehr so heiß auf Konzerte. Hätte es nicht die Möglichkeit einer Rezension gegeben, hätte ich die 15€ wohl kaum zusammengekratzt. Das Forum ist mit Gästelistenplätzen etwas knauseriger als andere Veranstalter in Bielefeld, weswegen es bei dem Preis diesmal gar nicht so einfach war, Leute zum Mitkommen zu motivieren – hat aber letztendlich geklappt.

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Amplifier: s/t

Jeder kennt in irgendeiner Form die Geschichte vom charmanten Meisterdieb, der nicht zu fassen ist. In dieser Hinsicht dürfte das britische Trio Amplifier der Thomas Crown der Rockmusik sein. Die drei klauen wie die Raben, aber man kann es ihnen nicht übel nehmen. Stattdessen reißt man begeistert den Lautstärkeregler in die Höhe und freut sich an effektüberladener, theatralischer Gitarrenmusik. Wer generell Bands mag, die beim Rocken dick auftragen (Muse, The Tea Party, Oceansize), wird sich allumfassend für „Amplifier“ begeistern.

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