Maitre Christophe Leibowitz-Berthier sitzt in der Klemme und freut sich drüber. Er hat einem Mörder zur Flucht aus dem Gefängnis verholfen, das ihn nun bis auf weiteres selbst beherbergt, während auf einem Schweizer Nummernkonto 2 Millionen Euro auf den abwegigen Advokaten warten. Das Honorar für die Fluchthilfe sei ihm gegönnt, denn unser Maitre hat als Pflichtverteidiger osteuropäischer Luden und nordafrikanischer Kleindealer bisher nur die Brosamen vom üppig gedeckten Tisch des Justizsapparates abgreifen können. Aber natürlich gibt es eine kleine Komplikation. Der Auftraggeber will den Maitre aus Rachegründen um die Ecke bringen. Gottseidank gelingt das nicht, denn Leibowitz-Berthier ist ein rechter Schelm.
WeiterlesenAutopsie der dünnen Krimis -1-

Es mag Zufall sein, dass meine Krimilektüre der letzten Wochen vorwiegend aus sogenannten „dünnen Romanen“ bestand, zwischen 149 und knappen 220 Seiten stark. Dass mir die vier Werke ausnahmslos zusagten, ist wohl ebenfalls Zufall, denn die Aussage, ein dünner Krimi sei zugleich ein gelungener Krimi, taugt natürlich ebenso wenig zur ernsthaften These wie die Mutmaßung, mit der Zunahme der Seitenzahl nehme die Qualität eines Werkes ab. Aber betrachten wir uns die „Dünnen“ etwas genauer.
Es sind die folgenden: Hannelore Cayre, „Der Lumpenadvokat“ (149 Seiten, Besprechung folgt), James Sallis, →„Driver“ (159), Mechtild Borrmann, →„Morgen ist der Tag nach gestern“ (222) sowie Joe R. Lansdale →Rumble Tumble“ (218).
Kilians: Kill The Kilians
Manchmal fühle ich mich unfassbar alt, wenn ich in den Begleitschreiben der Plattenfirmen Sätze lese wie ‚Die Kilians mögen vielleicht ein kleines Alkoholproblem haben,…‘ Da klopft dann ganz massiv der Erziehungsberechtigte gegen meine Hirnrinde und fragt sich, ob es Sinn macht, jungen Menschen kurz nach dem Abitur schon eine handfeste Abhängigkeit einzureden. Unabhängig davon dauert es meistens auch eine Weile, bis man ein Trinker-Image wieder los wird.
WeiterlesenJoe Zawinul
Der österreichische Jazzpianist stirbt 75jährig in einem Wiener Krankenhaus.
Suarez: Auslosung!
Unendliche Spannung! Sechs Menschen kauen an den Fingernägeln. Sie alle haben die Fragen richtig beantwortet (bürgerlicher Name: Robin Cook, Pseudonym, weil ein Robin Cook schon als Krimiautor tätig war) und stehen jetzt in einer willkürlich zusammengestellten Liste, von 1 bis 6 durchnummeriert. Also weder chronologisch noch alphabetisch. So. Und nun bitte ich Redaktionsfee Anobella, eine beliebige Zahl zwischen 1 und 6 zu nennen. Fräulein Anobella, hören Sie mich? Nennen Sie bitte eine Zahl! Hinternet-Notar U.N. Bestechlich überwacht den Vorgang… Sobald das Fräuleinchen gepostet hat, nenne ich den glückliche Gewinner, die glückliche Gewinnerin…
Denise Mina: The Dead Hour
Mit „The Dead Hour“ entwickelt Denise Mina ihre Serie um Patty Meehan vorsichtig weiter. Es ist 1984, Thatcher regiert und die Arbeitslosigkeit in Glasgow ist hoch; die alte Industrie geht kaputt und die neue ist noch nicht angekommen. Als einzige in der Familie hat Patty Arbeit. Auch die Zeitung, bei der Patty angestellt ist, soll auf Wirtschaftlichkeit getrimmt werden und erhält einen neuen Editor. Ungewissheit und Angst machen sich beim Personal der Zeitung breit.
WeiterlesenOkkervil River: The Stage Names
Wenn Verrückte ausnahmsweise weniger verrückt sind, sind sie noch lange nicht normal. Nach dem kunterbunten → „Black Sheep Boy“ (2005) legen Okkervil River mit „The Stage Names“ jetzt ein Album vor, das im Kontext der Band durchaus als Pop durchgehen könnte.
WeiterlesenJane Wyman
Die US-amerikanische Schauspielerin stirbt 90jährig.
WeiterlesenNew Model Army: High
New Model Army sind ein bisschen wie The Cure — irgendwie merkt man sich immer nur den Frontmann und jedes Album könnte theoretisch das letzte sein. In den vergangenen Jahren haben sich aber beide Bands mit einer ungeahnten Stabilität und Kreativität zurückgemeldet.
WeiterlesenVideotext I
Lieblingsschlagzeile:
SPD offen für Online-Durchsuchung
Fußgängerzone Saarbrücken – Das Hinternet auf dem Weg in die Mittagspause: Chef Walter, Zeichner Raphael, Platzhirsch dpr und Anobella (in Burka)
dpr: Gott, ist das peinlich … mit einer Frau in Burka durch die Fußgängerzone … wenn uns einer erkennt …
Chef Walter (seufzt): Anobella hat es doch erklärt: Sie hat eine Sonnenallergie und schützt sich.
Wer will Dora Suarez?
Vor ein paar Wochen habe ich an dieser Stelle ein Exemplar von Derek Raymonds „Ich war Dora Suarez“ gesucht. Händeringend. Jetzt habe ich drei. Einmal die Pulp Master – Ausgabe, zweimal die aus der Black Lizard – Reihe. Letztere für lau. Und weil viele, viele andere „Dora Suarez“ händeringend suchen, verlose ich eines der beiden Black Lizard – Exemplare. Wer’s haben möchte, schicke mir bitte bis heute Nacht 24 Uhr →eine Mail und beantworte folgende Fragen: Wie lautet Raymonds bürgerlicher Name? Aus welchem (naheliegenden) Grund griff er zum Pseudonym? Morgen wird FRAU ANOBELLA (schöner denn je!) den glücklichen Gewinner, die glückliche Gewinnerin ermitteln (alle richtigen AntworterInnen werden durchnummeriert, Frau A. nennt dann eine Zahl – und schon haben wir’s!).
Kapitel XVII

Was bisher geschah: IDIOT, die künstliche Südseeinsel, auf der das deutsche Krimischaffen trainiert und erneuert werden sollte, ist untergegangen. Wickius und Claudine Schrunz treiben in einem Schlauchboot auf dem Pazifik und haben mehr oder weniger guten Sex. Dpr ist offensichtlich auch entkommen, Ludger Menke leider nicht. Die Beller hat gerade den Inhalt der Flaschenpost, die Wickius zwischen den Akten ins Meer geworfen hat, gelesen und ist sauer. Da klingelt es an der Tür…
WeiterlesenIm Hinternet, Redaktionsbesprechung.
Anwesend: Chef Walter, Zeichner Raphael, Platzhirsch dpr und Anobella (in Burka)
Chef Walter (geht die Beiträge durch): Dann setzen wir den Artikel über den islamischen Terroristen aus dem Saarland auf die Eins …
dpr (zum Sprung bereit)
Anobella (hält ihn durch ihren Sehschlitz in Schach)
Chef Walter: … und das Weltkulturerbe Völklinger Hütte auf die Drei …
dpr (schnellt hoch und rennt um den Tisch)
Der Alte-Krimis-Freund lächelt

Aus organisatorischen Gründen gibt es die Aktualisierungen der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ jetzt immer Samstags. Heute mit einem zweiten Roman von Walther Harich, „Dorette lächelt“ (1930). Und am nächsten Samstag gleich das gesamte KrimiOEuvre eines humoresken Schauspielers.
Bild aus glücklichen Zeiten

Deutschlands berüchtigtster Bierkrug!
Alligatorenharmonie auf Leichenbergen
Na, geht doch! Gestern noch im Kriegszustand, heute teilt sich das notorische Surfduo →Kochanowski – →Linder die Tageslinks in aller Freundschaft! Aber einen haben sie noch nicht, den hab ich: Thomas Wörtches frischen Leichenberg bei →„Kaliber 38“.
WeiterlesenFor Anobella only
…gibt es →hier eine Rezension von Juli Zehs „Schilf“. Titel: „So spannend wie die graue Theorie“. Aha. Untertitel: „Scheitern am Zu-viel-Wollen“. Womit Anobellas Tag gerettet wäre.

